Gute Auslastung

Hospizhaus Heidekreis in Dorfmark: „Wir wollen kein Sterbehaus sein“

Gruppe von fünf Männern und einer Frau auf einer Rasenfläche vor einem Gebäude.
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Zogen im Hospizhaus Bilanz (v.l.): Friedhelm Eggers, Alexandra Clausing, Hans-Hellmut Jordan, Hubertus Greiner, Dr. Sirus Adari und Landrat Manfred Ostermann.

Alexandra Clausing ist 44, Mutter von zwei kleinen Kindern und Krankenschwester. Sie war eine der ersten Mitarbeiterinnen des Hospizhauses in Dorfmark. Derzeit führt sie das Haus am Koppelweg als kommissarische Leiterin, ist für 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich und wird in ihrer Arbeit von vier Ärzten unterstützt.

„Es ist für mich eine wertvolle Arbeit mit Menschen, die ich in ihren letzten Stunden begleiten darf“, sagte sie in einem Pressegespräch auf der Terrasse des Hauses. „Wir allesamt haben wunderschöne Erlebnisse in diesen Jahren mit den Gästen haben dürfen, Zeit, die ich nie vergessen möchte.“

Hospizhaus hat bisher 268 Menschen aufgenommen

Es ist dem Kurator des Hospizhauses, Hubertus Greiner, und dem Vorsitzenden des Hospizvereins, Dr. Sirus Adari, vorbehalten, über die Entwicklung des Hauses zu berichten. 268 Menschen hat es bisher aufgenommen, viele junge Leute, viele auch aus anderen Regionen Deutschlands, die sich das Dorfmarker Hospiz ausgesucht haben. Acht Plätze gibt es hier und alle waren über die Jahre gut belegt. Die Pandemie brachte wenig Einschränkungen und erlaubte es sogar, dass Enkel sich von sterbenden Verwandten verabschieden konnten, ein Ereignis, das dem Kurator die Tränen in die Augen trieb, als er vor der Presse darüber berichtete.

Täglicher Arztbesuch

„Wir gehen unseren ganz eigenen Weg“, sagte Hubertus Greiner, der dem Gründer des Hospizhauses, Dr. Adari, für seinen Einsatz dankte und daran erinnerte, dass „die treue Seele des Hauses“ immer noch jeden Tag eine Visite durchführe, mittlerweile allerdings von drei weiteren Palliativärzten unterstützt. „Ich halte es für richtig, dass die Patienten jeden Tag Besuch von uns Ärzten erhalten“, so Adari, „denn es können immer neue Probleme auftauchen. Und die Menschen sollen schmerzfrei bei uns wohnen dürfen.“

Leben wird fröhlich und bunt gestaltet

Mit vielen gemeinsamen Aktionen werde erfolgreich versucht, den Gästen das Leben in dieser Zeit fröhlich und bunt zu gestalten, berichtete Clausing. „Wir haben sogar eine Silberhochzeit gemeinsam mit allen feiern können. Und einmal kam eine Motorradstaffel mit 40 Fahrern, um eine lange Zeit aktive Motorradfahrerin zur Rundfahrt abzuholen. War das eine Schau“, erzählte die Leiterin des Hospizes. Für die Angehörigen sei im Garten ein Treffpunkt unter der Linde eingerichtet worden, der seitdem gerne genutzt werde.

Gartenanlage als Projekt

Die Gartenanlage soll in den nächsten Jahren ein großes Projekt des Hospizhauses werden. Rundwege werden angelegt, Bänke gestellt, und an der Terrasse wird über eine plätschernde Wasseranlage nachgedacht. „Das kostet uns viel Geld“, sagte Greiner und bat um Spenden dafür.

Jährlich werden 80.000 Euro aus Spenden finanziert

Gaben wird das Hospizhaus auch sonst brauchen. „Bei uns wohnen die Patienten umsonst, 95 Prozent bezahlen die Krankenkassen, fünf Prozent müssen die Johanniter, die das Hospizhaus führen, zahlen. „Das sind für uns jedes Jahr 80 000 Euro.“ Und auch diese Summe müsse aus Spenden finanziert werden.

Enge Zusammenarbeit mit Hospizverein

Landrat Manfred Ostermann erinnerte daran, dass Adari zum Start des Hauses drei Millionen Euro gesammelt habe, „sonst wäre hier nie etwas in Gang gekommen.“ Der Walsroder Facharzt werde auch in den nächsten Jahren ein wichtiger Kontakt sein, wenn es um Spenden aus der Bevölkerung gehe. Greiner: „Wir arbeiten mit dem Hospizverein weiterhin engstens zusammen.“

Der Kurator kündigte weitere ehrenamtliche Aktivitäten im Hospizhaus an und möchte die Dorfmarker Bevölkerung und andere Interessierte noch mehr einbeziehen. „Wir fühlen uns hier im Dorf sehr gut aufgehoben. Es gab bereits jede Menge Kontakte. Das möchten wir gemeinsam noch mehr ausbauen.“ Greiner denkt beispielsweise an Gottesdienste im Hospiz, aber auch an Nachbarschaftstreffen oder an Kunstausstellungen. „Wir wollen das Haus mit noch mehr Leben erfüllen“, sagte Greiner. Er freut sich, dass auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit sind, diesen Weg der Johanniter mitzugehen. „Wir wollen kein Sterbehaus sein.“

Zur Personalsituation führt der Kurator aus, dass Alexandra Clausing nach dem Ausscheiden der bisherigen Leiterin aus gesundheitlichen Gründen die Einrichtung kommissarisch führe. „Wir werden in absehbarer Zeit eine Lösung finden“, kündigte er an.  mü

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