Erfreuliche Entwicklung im Verkehr

Vorstellung der Unfallstatistik 2017 für den Heidekreis

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Stellten die Verkehrsunfallzahlen vor: Holger Burmeister, Detlev Maske und Stefan Sengel (v.l.).

Soltau - Zufrieden äußerte sich am Montag Polizeidirektor Stefan Sengel, Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, angesichts der Verkehrsunfallzahlen für das Jahr 2017. Es habe weniger Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten und Toten gegeben. „Das ist erfreulich.“

Polizeihauptkommissar Detlev Maske sprach von marginal gestiegenen Unfallzahlen. Nach 5 589 im Jahr 2016 habe es 2017 5 634 Unfälle gegeben, das seien 45 mehr, ein Plus von 0,8 Prozent. Der Anstieg sei im Wesentlichen im Bereich der Verkehrsunfälle mit Sachschaden erfolgt. Sengel ergänzte, dass die Baustelle auf der A7 sicherlich dazu beigetragen habe.

Im vergangenen Jahr ereigneten sich 811 Unfälle mit Personenschaden, 2016 waren es 806 gewesen. Unfälle mit schwerem Personenschaden habe es 125 gegeben (2016 137).

Die Zahl der Leichtverletzten stieg von 1 007 auf 1 044. Hier komme es auch darauf an, wie viele Insassen sich im Unfallauto befinden, erläuterte Maske. Auf 130 sei die Zahl der Schwerverletzten gesunken (2016 141). 14 Personen, das sind sechs weniger als 2016, wurden im vergangenen Jahr bei ebenso vielen Verkehrsunfällen getötet. „Das ist durchaus erwähnenswert“, so Maske. Allerdings hätten sie 2013 mit elf schon mal weniger gehabt. Die meisten Getöteten, nämlich neun, verunglückten mit dem Auto, zwei als Fußgänger, zwei mit Motorrädern über 125 ccm und einer mit dem Fahrrad. Ein Muster lasse sich nicht erkennen, sagte Maske. Zwei Unfälle ereigneten sich innerorts mit Fußgängern, zwölf außerorts, davon einer auf der Autobahn, vier auf Bundesstraßen, fünf auf Landesstraßen und vier auf Kreisstraßen. Bei zweien sei überhöhte Geschwindigkeit als Ursache ermittelt worden, es habe sechs Baumunfälle gegeben, zweimal seien beim Abbiegen entgegenkommende Motorradfahrer übersehen worden.

In der Risikogruppe der 18- bis 24-Jährigen habe es 2017 keine tödlich Verunglückten gegeben, 2016 waren es zwei gewesen. Polizeioberrat Holger Burmeister, Leiter Einsatz, erklärte, dass der Anteil junger Fahrer an Unfällen 17 Prozent betrage, genauso viele wie bei den über 65-Jährigen. Sechs der Getöteten waren 65 Jahre oder älter. „Wenn sie in Unfälle verwickelt sind, sind die Folgen oft deutlich schwerwiegender als bei jungen Menschen“, so Burmeister. Senioren würden seit Jahren als Risikogruppe bezeichnet. Michael Wranietz, Mitarbeiter im Sachgebiet Verkehr, erläuterte, dass diese Altersgruppe zunehmend mobil sei.

41,84 Prozent Aufklärung bei Unfallfluchten

1109 Verkehrsunfallfluchten (2016 1029) wurden 2017 registriert. Davon wurden 464 aufgeklärt, das sind 41,84 Prozent. Bei 59 Fällen kam es zu einem Personenschaden (Vorjahr 60). Hiervon wurden 26 Taten aufgeklärt und 33 nicht.

Generell gebe es bei den Verkehrsunfallfluchten ein großes Dunkelfeld, sagte Maske. Oft behaupteten Fahrer, ihnen sei jemand entgegengekommen. Dabei habe er vermutlich aufs Handy geschaut und sei mit den Reifen in den Grünstreifen geraten. „Die Frage ist: Wie kriegen Sie das bewiesen?“, so Sengel. Tatsache sei, dass die Ablenkung der Fahrer deutlich zunehme. Er sehe die Handynutzung locker als Ursache in den Top drei. Häufig fänden sie nach Unfällen das Handy im Fußraum.

Die Zahl der Unfälle mit verletzten Kindern habe 2017 um 17 auf 87 zugenommen, berichtete Maske. Getötet worden sei keines. Hier lasse sich ebenfalls kein Muster erkennen. 51 saßen in Autos, 32 verunglückten mit dem Fahrrad, drei als Fußgänger. Sengel betonte, dass viele Urlauber und Besucher von Freizeitparks im Heidekreis unterwegs seien, die häufig Kinder im Auto hätten.

Die Beteiligung von 18- bis 24-Jährigen an Unfällen sank von 1057 2016 auf 979 im Jahr 2017. Schwer verletzt wurden 13 (2016 26) und leicht verletzt 173 (2016 173). Wranietz vermutete, dass sich hier das begleitete Fahren auszahle. Sengel ergänzte, dass das verantwortliche Fahren funktioniere. „Einer ist Fahrer und trinkt nicht. Wir hoffen, dass es so bleibt.“ Auch in dieser Altersgruppe verunglückten die meisten Unfallbeteiligten im Auto (142 Personen).

An 981 der Unfälle waren Senioren beteiligt, das waren 29 mehr als 2016. 21 wurden schwer verletzt (2016 33), 109 leicht verletzt (2016 122). 83 der über 65-Jährigen saßen in einem Auto, 29 fuhren Fahrrad, 13 waren zu Fuß unterwegs.

Die Zahl der Wildunfälle nahm um 127 ab. Insgesamt wurden 1539 registriert, 2016 waren es 1666 gewesen. Baumunfälle habe es mit 125 weniger als 2016 (146) gegeben, berichtete Maske.

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