Aufklärungsquote im Heidekreis liegt 2016 bei 43,04 Prozent

Unfallflucht in 1 029 Fällen

Ein Überblick über die häufigsten Unfallursachen in den vergangenen drei Jahren im Heidekreis. - Grafik: Polizeiinspektion Heidekreis

Soltau - 1 029 Fälle von Unfallflucht hat die Polizei im Heidekreis im Jahr 2016 verzeichnet. Das seien zehn mehr als im Vorjahr, berichtete Polizeihauptkommissar Detlev Maske bei der Vorstellung der Ergebnisse der Verkehrssicherheitsarbeit und der Verkehrsstatistik 2016 für den Heidekreis. Aufgeklärt worden seien 443 Fälle, das entspreche 43,05 Prozent und weiche nur wenig von der des Jahres 2015 ab.

Wie hoch die Dunkelziffer ist, vermochte der Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, Polizeidirektor Stefan Sengel, nicht zu sagen. „Ein richtiger Schaden wird angezeigt“, vermutete er.

Maske kritisierte die fehlende Moral. Viele Autofahrer interessiere ein Fremdschaden gar nicht. „Das Unrechts- und Gefahrenbewusstsein fehlt.“

Verkehrsunfallfluchten mit Personenschaden habe es 2016 60 gegeben (2015 55). Davon seien 34, beziehungsweise 56,6 Prozent (2015 37 Fälle, 67,27 Prozent) aufgeklärt worden, so Maske. Damit lägen sie über dem Landestrend, ergänzte Sengel. Maske: „Man braucht nicht davon ausgehen, nicht entdeckt zu werden.“

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern bis 14 Jahre sei mit 83 fast gleich geblieben, berichtete Maske. 2015 waren es 82 gewesen. Es habe 79 Leichtverletzte (2015 75) und vier Schwerverletzte (2015 7) gegeben. „Zum Glück wurde kein Kind getötet.“ Die relativ hohe Zahl der Leichtverletzten erklärte Sengel mit der Tatsache, dass bei Kindern der Rettungswagen eher mal gerufen werde. „Man geht auf Nummer sicher.“ 56 der verunglückten Kinder seien in einem Auto unterwegs gewesen, 17 mit dem Fahrrad, acht als Fußgänger und zwei auf sonstige Weise. In einem Landkreis mit vielen Freizeitparks säßen besonders viele Kinder, auch auswärtige, in Autos.

Bei den 18- bis 24-Jährigen seien 1 151 an Unfällen beteiligt gewesen, 2015 seien es 1044 gewesen, so Maske. Getötet worden seien wie im Vorjahr zwei junge Menschen, schwer verletzt 26 statt wie zuvor 20 und leicht verletzt 173 statt 183. Auch die Verletzten und Getöteten aus dieser Gruppe seien überwiegend mit dem Auto unterwegs gewesen, wusste Maske, nämlich 172. 13 seien Fahrradfahrer gewesen, sieben Motorradfahrer, fünf Fußgänger und je zwei Lkw-Fahrer und sonstige.

Von den 5 589 Verkehrsunfällen im Heidekreis 2016 seien 341 auf Geschwindigkeit, 330 auf zu geringen Abstand, 266 auf missachtete Vorfahrt und 154 auf einen Abbiegefehler zurückzuführen, erzählte Maske. „Die Geschwindigkeit trägt immer auch zu den Folgen bei.“ Sengel erläuterte, dass sie nur bei einem Fünftel der Fälle die Ursache wüssten. „Bei den meisten gibt es keine verlässliche Aussage.“ Insgesamt gebe es einen Katalog mit 89 einzelnen Ursachen bei der Polizei. Eine davon sei das Handy. Sehr oft gebe es auch Zusammenhänge von zwei oder drei Ursachen.

Einen Anstieg verzeichnete die Polizeiinspektion bei der Zahl der Wildunfälle. 1 666 waren es laut Statistik im Jahr 2016, 1342 2015. Dies entspreche einem Anstieg von 24 Prozent, so Maske. „Man weiß nicht warum“, sagte Sengel. Es gebe aber Spekulationen, dass der Wolf beteiligt sein könnte. „Dreibeine und blaue Reflektoren unterstützen wir unbedingt“, machte Maske deutlich und forderte zum aufmerksamen Fahren auf. - sal

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