Versuchter Totschlag: 33-Jähriger vor dem Landgericht Verden

„Wütend und mit Wucht“

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Mediengruppe Kreiszeitung

Neuenkirchen/Verden - Weil er mit einem 27 Zentimeter langen Küchenmesser diverse Male auf Kopf, Hals und Rumpf seiner geschiedenen Frau eingestochen haben soll, muss sich ein 33 Jahre alter Angeklagter aus Neuenkirchen seit gestern vor dem Landgericht Verden verantworten. Vorgeworfen wird ihm, neben versuchtem Totschlag, auch versuchte schwere Brandstiftung, gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung.

Am 12. Mai, gegen 21.15 Uhr, soll der zuletzt arbeitslose Angeklagte seine geschiedene Frau in ihrer Wohnung in Bad Fallingbostel aufgesucht haben. Als sie die Wohnungstür öffnete, soll er sie gegen einen Schrank gestoßen haben. Dabei soll sie gestürzt sein. Dann soll er sie an den Haaren gerissen, ihr das Messer an den Hals gehalten und gesagt haben: „Du willst mir meine Kinder verweigern. Du verweigerst mir gar nichts, du dreckige Schlampe.“ Dann soll er begonnen haben, auf die Frau einzustechen. „Zwei Schnitte verfehlten hirnversorgende Arterien nur knapp“, heißt es in der Anklageschrift.

Zeugen, die offenbar von Hilferufen der Frau alarmiert worden waren, sollen an die Wohnungstür gehämmert haben, woraufhin der Sohn des Paares öffnete. Laut Anklageschrift versuchten die Zeugen, den Angeklagten von weiteren Stichen abzuhalten. Eine Zeugin soll mit einem Caipirinha-Glas auf den Kopf des Täters eingeschlagen haben. Das Glas soll zerbrochen sein, der 33-Jährige aber mit bereits abgebrochenem Messer weiter auf die Mutter seiner Kinder eingestochen haben. „Wütend, hasserfüllt und mit großer Wucht“, so Staatsanwalt Joachim Beneke.

Schließlich soll es den Zeugen gelungen sein, das Opfer wegzureißen. „Wegen des Eingreifens der Zeugen und weil sein Messer abgebrochen war, war es ihm nicht mehr möglich, seine Tötungsabsichten umzusetzen“, heißt es in der Anklageschrift.

Ein Opfer des Mannes soll bereits am 27. Februar 2015 seine damalige Lebensgefährtin gewesen sein. Zusammen mit zwei weiteren Frauen habe sie aus der Wohnung des Angeklagten in Neuenkirchen die Hunde einer Zeugin abholen wollen. Der 33-Jährige soll zuvor angedroht haben, dass er den Tieren etwas antun werde.

Er soll zunächst seiner Lebensgefährtin einen Schlag verpasst haben, durch den sie zwei Vorderzähne verloren hat. Im weiteren Verlauf wurden die Frauen beleidigt. Nach einer Zeugin soll der Angeklagte einen Terrakottatopf geworfen, sie aber verfehlt haben. Er habe einen Treppenhandlauf abgerissen und versucht, eine Zeugin damit zu schlagen, so die Anklageschrift. Als die Polizei eintraf, soll er gedroht haben, eine selbst gebaute Bombe zu zünden und das Haus in die Luft zu sprengen. Er soll dann Toilettenpapier über eine Gardinenstange verteilt und angezündet haben. Polizisten konnten den Brand nach der Stürmung des Hauses löschen.

In beiden Fällen soll der Angeklagte alkoholisiert gewesen sein. Außerdem soll er psychisch krank sein. Am Freitag will das Landgericht den Prozess fortsetzen und der Angeklagte sich zu den Vorwürfen äußern. Ein Urteil wird nicht vor dem 15. Januar erwartet.

wb

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