Mit Spiderman ins Oktagon

Tino Müller bestreitet ersten MMA-Kampf in Hamburger Arena

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Tino Müller im Sparring: Der Soltauer trainiert viermal pro Woche in Dorfmark. 

Dorfmark - So manch einer wäre in dieser Situation sicher nervös und schlaflos. Doch Tino Müller ist die Ruhe in Person. Daran werde sich auch nichts ändern, sagt der 28-jährige Soltauer. Und das, obwohl er am kommenden Sonnabend seinen allerersten MMA-Kampf bestreiten wird. In der Hamburger Barclay-Card-Arena, direkt neben dem Volksparkstadion. Etwa 10000 Besucher werden zu diesem Event unter der Überschrift „We love MMA“ erwartet.

Zwölf Kämpfe sollen an diesem Abend über die Bühne gehen, in einem dieser Fights stehen sich Tino Müller und der Kieler Roland Krift gegenüber. Das Besondere an dieser Begegnung im Halbschwergewicht (84,1 bis 93 Kilo): Keiner kennt den anderen. Keiner kann sich auf die Stärken und Schwächen des Kontrahenten einstellen. „Aber das ist mir im Grunde auch egal. Ich bin auf alles vorbereitet“, zeigt sich Tino Müller selbstbewusst.

Nachdem der gebürtige Gubener (Niederlausitz), der längst in Soltau zuhause ist, einige Zeit als Kickboxer aktiv war, schloss er sich vor drei Jahren dem MMA-Team Dorfmark an. „Ich wollte einfach den Vollkontakt, und MMA bietet ein großes Spektrum“, begründet der Soldat. „Man strengt die Muskeln an und auch das Gehirn. Hinzu kommt das Taktieren, offene Stellen in der Deckung des Gegners suchen.“

Er blieb bei diesem Kampfsport, trainiert drei- bis viermal pro Woche, und jetzt befand sein Coach, Dirk Zemke, dass sein Schützling reif für den ersten Gang ins Oktagon ist, dem achteckigen Käfig, in dem gekämpft wird. „Ich blicke diesem Fight sehr positiv entgegen und erwarte einen fairen Kampf, den Tino für sich entscheiden wird“, ist auch der Trainer optimistisch gestimmt.

„Ich bin ein Striker“

In jedem Falle wird Tino Müller versuchen, seine Stärken auszuspielen. „Ich bin ein Striker, kann meine Fäuste und meine Knie gut ins Ziel bringen“, sagt er. „Außerdem bin ich am Boden schwer zu kriegen“, fügt er lächelnd hinzu. Dass er seine Kampfpremiere gleich vor einem derart großen Publikum austragen wird, treibt seinen Puls keineswegs in die Höhe. „Ich kann das ganz gut ausblenden, und außerdem ist das Lampenfieber ja auch für meinen Gegner eine Belastung“, nickt Tino Müller.

Vielleicht helfen ihm ja auch die Kameraden, Freunde und Teamkollegen, die ihn nach Hamburg begleiten und anfeuern werden. Und die Superhelden, die als Tattoos auf seinem Körper prangen – Captain America, Hulk und Spiderman. „Ich mag es bunt und stehe total auf DC- und Marvel-Comics. Körperkunst ist neben MMA ein weiteres Hobby von mir“, so Tino Müller.

Läuft am kommenden Sonnabend alles nach Plan, bestreitet der Soltauer den vorletzten Kampf des Abends. Das bedeutet eine lange Wartezeit, die irgendwie überbrückt werden muss. „Ich werde Musik hören und mich damit – wenn nötig – etwas beruhigen oder pushen“, spekuliert der Sportler. Und irgendwann wird er es kaum abwarten können, in die Halle zu kommen und loszulegen. Müller: „Darauf habe ich so richtig Bock“. 

mf

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