Bilanz des Heidekreis-Klinikums

Rote Zahlen und ein Silberstreif am Horizont

Dr. Christof Kugler, Sebastian Zinke und Hermann Norden (v.l.) gaben gestern Nachmittag einen Sachstandsbericht zum Heidekreisklinikum. - Foto: Preuß

Heidekreis - Um die beiden Standorte in Soltau und in Walsrode langfristig zu sichern, beschlossen die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat des Heidekreis-Klinikums (HKK) im Frühjahr das Zukunftskonzept 2020. Die Kosten für die Spezialisierung und vor allem die Modernisierung umfassen rund 40 Millionen Euro. Beantragt sind diese bei Land und Bund. Gestern nun berichteten der HKK-Aufsichtsratsvorsitzende Hermann Norden, sein Stellvertreter Sebastian Zinke und HKK-Geschäftsführer Dr. Christof Kugler vom akuellen Stand zur Umsetzung des Konzeptes.

Kugler machte klar: Finanziell greifen werden Spezialisierungsmaßnahmen wie die Erweiterung des Herzkatheterlabors in Soltau (geplant für das vierte Quartal 2016) oder die Teilverlagerung der chirurgischen Klinik nach Walsrode Ende 2018 nicht unmittelbar, sondern erst in den Folgejahren.

Grundsätzlich setzt das Klinikum darauf, über die Bildung von Behandlungsschwerpunkten leistungsfähig zu werden. „Und wenn wir leistungsfähig sind, können wir die Grund- und Regelversorgung sicherstellen“, verdeutlichte Hermann Norden.

Der Aufsichtsratsvorsitzende wies noch auf einen weiteren Zusammenhang hin: „Ohne gutes Krankenhaus keine Fachärzte“, sagte er. Das solle nicht heißen, dass sich diese Mediziner in den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) der beiden Krankenhäuser ansiedeln sollten. „Das sollen freie Praxen sein“, betonte er und bekräftigte gleichzeitig den Wunsch nach einer guten interdisziplinären Zusammenarbeit.

Erste Anzeichen für eine Verbesserung der HKK-Situation, also den vielzitierten Silberstreif am Horizont, machten die drei Männer schon aus. So wurden im Ausland 15 Pflegekräfte angeworben, die nach entsprechender (Sprach-)Schulung die Wiedereröffnung einer Station der Inneren Abteilung in Soltau gewährleisten sollen. Im ärztlichen Bereich können bis zum August alle Oberarztpositionen nachbesetzt werden. Das Herzkatheterlabor ist überaus nachgefragt, seine Kapazitäten sind derzeit komplett ausgeschöpft.

Und: Immer mehr Frauen im Heidekreis entscheiden sich dafür, ihr Kind im Klinikum in Walsrode auf die Welt zu bringen. Das sei sicher einer guten Mund-zu-Mund-Propaganda zu verdanken, waren sich die Männer einig. Die sei grundsätzlich hilfreicher als jede PR-Maßnahme.

Etwa 75 Prozent der Heidekreis-Babys werden derzeit auch im Heidekreis entbunden. Insgesamt liegt der Versorgungsgrad der Kliniken bei 54 Prozent. Soll heißen: Bezogen auf das Leistungsangebot, lassen sich 54 von 100 Menschen in einem der beiden Häuser behandeln. Da sei noch Luft nach oben, sagte Geschäftsführer Christof Kugler. Immerhin: Die Zahl der Patienten steigt bereits, sowohl auf den Stationen als auch in der Ambulanz der Medizinischen Versorgungszentren.

Die schwarze Null, sie soll dann irgendwann unter dem Jahresabschluss stehen. Davon ist das HKK derzeit aber noch weit weg. Die Bilanz 2015 weist einen Fehlbetrag von 805 000 Euro auf. Doch ein Gewinn sei für das zurückliegende schwierige Jahr auch nicht erwartet worden, betonte Hermann Norden.

Angetrieben von dem Wunsch, die medizinische Versorgung im ländlichen Heidekreis auch weiterhin zu gewährleisten, war es nun für den Kreistag, der sich bereits am Freitag mit dem Abschluss des vergangenen Jahres befasste, nur folgerichtig, die HKK mit einem Ertragszuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro zu unterstützen. In der mittelfristigen Finanzplanung des Kreises bis einschließlich 2018 sind pro Jahr fünf Millionen Euro als Zuschuss an die HKK eingestellt. Verbleiben für 2016 also noch 3,5 Millionen Euro. Und die seien wohl auch ausreichend, sagte Sebastian Zinke.

Nun erwarten Politik und Klinikum, dass das Land den finanziellen Einsatz des Heidekreises und das Maßnahmenpaket entsprechend honoriert.

Für Ende August erhofft man sich die Zusage für eine erste dicke Finanzspritze aus Hannover.  Denn, daraus machte Christof Kugler keinen Hehl, „wir brauchen das Geld um die Sanierung zu finanzieren.“ - kp

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