Gespräche mit der Nahverkehrsgesellschaft

Rollis im Erixx: Die Politik bewegt sich

Eine Gruppe Menschen, darunter auch zwei Rollstuhl-Fahrer, stehen an einem Bahnsteig und unterhalten sich.
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Hofft jetzt auf die Unterstützung aus der Politik: SoVD-Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann (r.) beim Rolli-Test am Soltauer Bahnhof. Archiv

Die Politik scheint sich in Sachen „Erixx und die Rollifahrer“ zu bewegen. Fast zeitgleich gab es Gespräche des SPD-Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke gemeinsam mit der Nahverkehrsgesellschaft und dem SoVD Heidekreis in Hannover und ein Telefonat der CDU-Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper mit der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra.

Heidekreis - Anlass für Gespräche von Politik und Verkehrsunternehmen waren E-Rolli-Fahrer aus der Region, die vom Erixx-Personal am Bahnsteig stehengelassen wurden.

„Wir wissen, dass wir von der Bahn nicht von heute auf morgen endgültige Lösungen erwarten können, aber wir wollen unsere behinderten Menschen auch nicht im Regen stehen lassen“, kommentierte der SoVD-Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann die vorliegenden Ergebnisse. „Hier müssen Politik und Bahn enger zusammenrücken, um zu einer Verbesserung für diesen ohnehin schon gebeutelten Personenkreis zu kommen.“ Man werde weiterhin das Gespräch mit allen Beteiligten suchen.

Bahn sagt erneute Überprüfung zu

Sebastian Zinke berichtete von einem guten Gespräch mit der Nahverkehrsgesellschaft. Die Bahn habe eine Überprüfung der Problematik zugesagt. Gleichzeitig habe das Unternehmen darauf verwiesen, dass die Mitarbeiter von Erixx ein neues Merkblatt erhalten hätten, auf dem genau vermerkt sei, welche Rollis in welchen Größen künftig mitgenommen werden dürfen. Es gibt strengere Sicherheitsauflagen seitens der Bahn, die beachtet werden müssten.

Sie sei mittlerweile seit sechs Jahren an diesem Thema dran, berichtet Petra Wontorra in dem Telefongespräch mit Gudrun Pieper. Die Krankenkassen empfehlen eher die E-Rollis, sagt sie, weil sie teilweise kostengünstiger seien. Es gibt aber auch die europäische Richtlinie für Schiene (TRSTMI), die die genauen Größen der Fahrzeuge vorschreibe. Hier müsse sich die Bundesregierung einschalten, um eine Änderung der Größen zu erreichen und an neue Rollis anzupassen.

Forderung nach neuen Richtlinien

„Ich werde mit unseren Bundestagsabgeordneten und mit dem Wirtschaftsminister darüber sprechen,“ sagte Pieper. Bei einer Neuzulassung von Eisenbahnwaggons sollten dann die neuen Richtlinien berücksichtigt werden. Erixx halte sich bisher an die aktuellen Richtlinien. „Wir müssen aber weiterkämpfen und alle gemeinsam dieses Thema angehen, damit wir eine dringend notwendig erscheinende Änderung für diesen Personenkreis erreichen.“

Jürgen Hestermann, SoVD-Vorsitzender, begrüßt die Reaktion der Politik ausdrücklich. „Wir wollen, dass generell bei der Bahn umgedacht wird, dass die Regelungen für diesen stark betroffenen Personenkreis endlich überholt werden und wir allen Menschen die Transportmöglichkeit mit der Bahn ermöglichen.“  

Von Klaus Müller

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