Offizielle Einweihung des neuen Labors

Polizeiinspektion verfügt über modernste Kriminaltechnik

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Ein Teil der Ausrüstung, die von den Kriminaltechnikern für das Leukokristallviolett-Verfahren benötigt wird.

Soltau - Schneller und unabhängiger können kriminaltechnische Untersuchungen von nun an im neuen Labor in der Polizeiinspektion Heidekreis in Soltau durchgeführt werden. Auf einer Fläche von rund 250 Quadratmetern verfügt es über ein nass-chemisches Labor, moderne DNA-Arbeits- und Trockenräume, erweiterte Büros sowie Arbeitsplätze für Fotografie und Bildbearbeitung. Gestern wurde das Labor offiziell eröffnet.

Stefan Sengel, Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, begrüßte zahlreiche Gäste und bezeichnete die Einweihung als wichtigen Schritt in die Zukunft. Sie hätten unter anderem Investivmittel zusammengespart und in die Einrichtung des Labors gesteckt.

Der Präsident der Polizeidirektion Lüneburg, Robert Kruse, machte in seiner Rede einen Ausflug in die Geschichte. Als allerersten Kriminalfall bezeichnete er den Sündenfall. Dieser sei ohne Unterstützung von Kriminaltechnik gelöst worden. Für die nächsten paar 1000 Jahre habe der Personenbeweis im Vordergrund gestanden. „Es ging um das Geständnis.“ Und Zweifel an der Wahrheit habe es immer schon gegeben.

Durch einen französischen Kriminellen, Francois Eugene Vidocq, der zur Polizei gewechselt sei, habe ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Zum ersten Mal seien dank ihm wissenschaftliche Methoden in der Kriminalistik eingeführt worden. Der Sachbeweis sei in den Vordergrund getreten. Kruse nannte Stichworte wie Ballistik und DNA.

„In relativ kurzer Zeit ist ungeheuer viel passiert“, sagte der Polizeipräsident. Vor Gericht träten Gutachter auf, kleine Fehler könnten entscheidend sein. Kriminaltechnische Labore müssten zertifiziert oder audiert werden. „Was vor Ort nicht entsprechend gesichert wird, ist unwiderruflich verloren. Die Tatortaufnahme ist der Ausgangspunkt.“ Im Zentrum ständen die Technik, aber auch gut qualifizierte Mitarbeiter.

Kriminaloberkommissarin Kathleen Schwarz am Kameratisch mit Absaugvorrichtung.

In Soltau sei ein Labor entstanden, „auf dass wir stolz sein können. Es gehört heute zum Modernsten, was es in Niedersachsen gibt.“ 160 000 Euro seien in die baulichen Veränderungen geflossen, 90 000 Euro in die Ausstattung. Michael Brassel, Leiter des Staatlichen Baumanagements Lüneburger Heide, sagte, dass diese Baumaßnahme auch für sie etwas Besonderes sei.

Sie hätten sich keine besseren Arbeitsbedingungen erhoffen können, bedankte sich Wolfgang Baron, Leiter des Fachkommissariats 5.

In den neuen Räumen gibt es zum Beispiel einen Foto-Arbeitstisch mit Absaugvorrichtung, einen Feinstaubabsaugtisch, einen Ninhydrin-Abzugsschrank, eine moderne Cyanacrylat-Bedampfung und die Beamten haben die Möglichkeit der Visualisierung latenter Blutspuren mit Leukokristallviolett. Dies war bislang nur in Hannover möglich. In einem speziellen Bereich werden DNA-Spuren untersucht und ausgewertet. In einem weiteren Artikel sollen einige Verfahren genauer vorgestellt werden.

sal

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