„Mehr als zufrieden“

Polizeiinspektion Heidekreis  legt Kriminalstatistik 2017 vor

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Stefan Sengel und Karsten Lemke stellten die Kriminalstatistik 2017 vor.

Soltau - „Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden“, kommentierte der Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, Stefan Sengel, die Kriminalstatistik für das Jahr 2017. Sie hätten eine fast 70-prozentige Aufklärungsquote, auch dank des Engagements der Kollegen. Er präsentierte die Zahlen gemeinsam mit Karsten Lemke, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, und Rüdiger Strahl, Leiter der Analysestelle, in Soltau.

Lemke berichtete, dass das Straftatenaufkommen um 1207 gestiegen sei, von 11 223 im Jahr 2016 auf 12.446 2017. Hierzu erläuterte er, dass die Gruppe „Zentrale Ermittlungen“ (Zerm) allein 1722 Straftaten mit Flüchtlingskontext im Bereich des Polizeikommissariats Bad Fallingbostel bearbeitet habe. Die Aufklärungsquote liege hier bei 97,39 Prozent. 1383 dieser Straftaten hätten nur von Flüchtlingen begangen werden können, zum Beispiel Verstöße gegen das Asylverfahrensgesetz, illegaler Aufenthalt oder Falschbeurkundungen.

Die Aufklärungsquote sei von 62,98 (2016) auf 69,24 Prozent (2017) gesteigert worden. Selbst wenn man hier die Taten mit Flüchtlingskontext herausrechne, lägen sie mit über 65 Prozent noch über dem Landesdurchschnitt. Der Landesschnitt betrage 62,3 Prozent und unter den Inspektionen im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg stehe der Heidekreis an der Spitze.

Lemke fuhr fort, dass die Anzahl der Diebstahlsdelikte um 625 auf 3314 gesunken sei.

So stellt sich das Straftatenaufkommen dar.

Einen deutlichen Rückgang um 30,31 Prozent gab es im Bereich Wohnungseinbrüche. Die Statistik weist 354 Fälle auf, davon 152 zur Tages- und 202 zur Nachtzeit. Die Aufklärungsquote betrug 34,18 Prozent, was ebenfalls ein sehr guter Wert sei. Normal liege sie bei etwa 20 Prozent. Lemke nimmt als Grund für die geringere Fallzahl eine Verdrängung durch verstärkte Kontrollen an. Außerdem mieden manche Täter die Autobahn, wenn dort gebaut werde. Es seien sowohl örtliche Täter als auch reisende Gruppierungen aktiv gewesen. Sengel sagte, dass die Täter Objekte nicht lange vorher ausspionierten. „Sie gucken, wo die Gelegenheit grad günstig ist, klingeln und kommen dann von hinten ins Haus.“ Insgesamt habe es eine hohe Anzahl von Versuchen gegeben, sagte Sengel. In etwa 40 Prozent der 354 Fälle habe es mit dem Einbruch nicht geklappt.

Anstieg bei Sexualdelikten

Bei den Sexualdelikten gab es 2017 einen Anstieg der Fallzahlen (139, Vorjahr 110). Dies sei unter anderem durch eine Strafrechtsänderung zu erklären, erläuterte Lemke. Neu hinzugekommen sei der sexuelle Übergriff. Die Statistik weist 2017 im Heidekreis neun Fälle auf. Beim Delikt der Vergewaltigung betonte Lemke, dass es nicht einen einzigen Fall gegeben habe, bei dem Einzeltäter oder Gruppen überfallartig vorgegangen seien. Alle 26 Fälle hätten sich im privaten Umfeld ereignet.

Bei den Rohheitsdelikten Raub und Körperverletzung stieg die Zahl von 1 941 im Jahr 2016 auf 2 004. „Aber wir haben eine hohe Aufklärungsquote, sagte Lemke.

Es habe zudem mehr Gewalt gegen Polizisten gegeben, mit und ohne Alkohol. 74 Tatverdächtige begingen 114 Taten. „Die Sensibilität der Beamten ist größer geworden“, so Lemke. Dazu komme die weiterhin geringe Hemmschwelle. „Die Zahl ist mir zu hoch“, sagte Sengel. „Da hört der Spaß auf.“ Auch Feuerwehrleute und Sanitäter würden mittlerweile angegriffen. „Jeder Angriff auf Polizisten, Rettungsdienstmitarbeiter, Feuerwehrleute, also Menschen im Dienst für die Allgemeinheit, ist zugleich ein Angriff auf unseren Rechtsstaat. Das dürfen wir nicht zulassen.“ Dieses Statement des Polizeipräsidenten könne er zu 100 Prozent unterstreichen, so Sengel. Bodycams seien seiner Meinung nach ein geeignetes Mittel, um der Gewalt Einhalt zu gebieten. Es werde aber im Laufe der Jahre abstumpfen.

Einen Anstieg verzeichneten die Beamten bei den Betäubungsmitteldelikten. Nach 647 im Jahr 2016 waren es 2017 956. „Ich hätte gern noch höhere Zahlen“, sagte Sengel. Schließlich handele sich um ein klassisches Kontrolldelikt. 

sal

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