Sicherheit der Schulwege

Optimales Konzept für jede Grundschule als Ziel

+
Die Teilnehmer der Veranstaltung zum Thema Schulwegsicherheit. (bitte Bild vergrößern)

Soltau - Landrat Manfred Ostermann setzt sich im Heidekreis für eine größere Sicherheit der Schulwege, gerade zu den Grundschulen, ein. Seit einiger Zeit besteht der Arbeitskreis „Gemeinsam für die Schulwegsicherheit“ des Kreispräventionsrates unter der Leitung von Marion Dransfeld. Auf einer Veranstaltung in Soltau unter dem Titel „Gemeinsam gehen, das Elterntaxi bleibt stehen“, ging es um die Einrichtung von „Hol- und Bring-Zonen“.

Das Familienauto, mit dem Kinder morgens an der Schule abgesetzt werden, verursache Staus und gefährliche Situationen, wenn eben noch schnell der Nachwuchs direkt vor der Schultür aussteige, so Dransfeld. Dafür parkten Eltern schon mal im Halteverbot, ständen auf Rad- oder Fußwegen und sorgten so für andere, aber auch die eigenen Kinder für eine größere Gefahr.

Mit dem neuen Konzept könnten die Unfallzahlen gesenkt und die Zahl der Elterntaxis um bis zu 80 Prozent reduziert werden, so Jens Leven vom Wuppertaler Büro für Forschung, Entwicklung und Evaluation. Diese Erfahrung hätten sie mit dem Dortmunder Modell gemacht. Hierbei werden im Umkreis von 250 Metern um die Schulen Zonen geschaffen, die keinen Elternverkehr erlauben. Dafür werden aber Haltepunkte eingerichtet, von denen aus die Kinder den letzten Weg zur Schule zu Fuß zurücklegen. Die „Generation Rücksitz“ leide an der fehlenden Übung, sich allein auf dem Schulweg zurecht zu finden, es fehle an der Sicherheit im Straßenverkehr.

Schulwegpläne auf dem Prüfstand

Das will der Heidekreis ändern. „Gemeinsam mit den Verantwortungsträgern vor Ort soll ein Konzept für jede Schule nach ihren Bedürfnissen gestaltet werden“, erläuterte Dransfeld. „Mit den Ergebnissen werden Schulwegpläne ebenso auf den Prüfstand kommen wie die Schulbusbeförderung.“

Warum fahren Eltern ihre Kinder zur Schule, insbesondere zur Grundschule? Diese zentrale Frage zu klären, wird eine der Aufgaben des Arbeitskreises sein. Verena Nölle koordiniert den Schulexpress. Die Bremerin hat das Programm 2004 ins Leben gerufen, als in Borgfeld vor der Schule vor lauter Elterntaxis nichts mehr ging. Nölle erklärte, die Eltern würden die Kinder nur fahren, „weil sie nicht loslassen können oder sonst nichts zu tun haben.“ Die Kinder würden ohne Elterntaxi selbstständiger. Außerdem achteten die Grundschüler dann besser darauf, welche Bücher sie wirklich brauchten, ging sie auf das Ranzengewicht ein.

Eine Elternvertreterin sagte: „Ein Vater hat mir erklärt, auf Grund seiner beruflichen Belastung sind die zehn Minuten Fahrt zur Schule für ihn heilig, weil er seine Kinder sonst kaum sieht.“ Sie ergänzte, dass es für viele Familien kein Luxus sei, sondern schiere Notwendigkeit, wenn Mütter vor dem Beginn ihrer Arbeit die Kinder beim Kindergarten und der Grundschule absetzten. Gerade Alleinerziehende treffe die morgendliche Logistik besonders hart.

Alle Verantwortlichen sollen sich an einen Tisch setzen, um ein optimales Konzept für ihre Schule zu erarbeiten. Dransfeld warb um die Mitarbeit aller Beteiligten: „Melden Sie, was Sie für die Sicherheit brauchen, Verkehrsschilder oder was auch immer der Heidekreis für die Schulwegsicherheit machen kann. Wir machen es.“

Dr. Frank Haspach vom Gemeindeunfallverband (GUV) hat großes Interesse an mehr Vorsorge bei der Sicherheit im Straßenverkehr. Wenn Kinder der Grundschule den Schulweg alleine meisterten, lernten sie besser, ein Risiko zu erkennen. Das werde auch für die Zukunft weniger Unfälle im Straßenverkehr bewirken, so der Experte. - cc

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Spanien: Polizei vermutet organisierte Terror-Zelle

Sommerfest der SPD in Verden 

Sommerfest der SPD in Verden 

Einweihung des Feuerwehrhauses Leeste

Einweihung des Feuerwehrhauses Leeste

Meistgelesene Artikel

Dorfmark hat seit Sonntag einen neuen König

Dorfmark hat seit Sonntag einen neuen König

Polizei zieht fahrunfähigen Senior aus dem Verkehr

Polizei zieht fahrunfähigen Senior aus dem Verkehr

Mehrfacher Zwergfalken-Nachwuchs im Weltvogelpark

Mehrfacher Zwergfalken-Nachwuchs im Weltvogelpark

Unwetter: Nur kurz, aber gewaltig

Unwetter: Nur kurz, aber gewaltig

Kommentare