Dorfregion „von Bierde bis Wittlohe“: Familie Iseringhausen führt Reitbetrieb Prigge weiter

„Omi hätte das gefallen“

Tierliebe und Pferdeverstand sind vererbbar: Claudia Iseringhausen und Tochter Theresa führen den Reitbetrieb in Altenwahlingen im Sinne von Oma Irmtraut Prigge weiter. Dabei entwickeln sie aber auch neue Ideen und haben kürzlich Reitplatz und -halle saniert.
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Tierliebe und Pferdeverstand sind vererbbar: Claudia Iseringhausen und Tochter Theresa führen den Reitbetrieb in Altenwahlingen im Sinne von Oma Irmtraut Prigge weiter. Dabei entwickeln sie aber auch neue Ideen und haben kürzlich Reitplatz und -halle saniert.

Altenwahlingen – Theresa Iseringhausen blickt über den Reitplatz hin zur Halle und lächelt. Sie ist glücklich, dass ihre Familie den Pferdehof im Sinne ihrer 2019 im Alter von 90 Jahren verstorbenen Großmutter Irmtraut Prigge mit vereinten Kräften weiterführt. Die kürzlich durchgeführten Sanierungsmaßnahmen auf dem Hof wurden als förderwürdig erachtet und im Rahmen des Projektes „Dorfregion von Bierde bis Wittlohe“ durchgeführt.

In der Einrichtung wird nicht nur Kindern Reitunterricht gegeben, sondern auch Reittherapie für körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung durchgeführt – und das schon seit Anfang der 70er-Jahre. Prigges Tochter Claudia Iseringhausen, Krankengymnastin und Hippotherapeutin, hat nicht nur den Hof geerbt, sondern auch die Vision ihrer Mutter: Sie will jungen Menschen die Liebe und den Respekt vor der Natur und den Tieren nahebringen.

„Damit ist die Reithalle ein wichtiger Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche und dient dem Gemeinwohl“, sagt Karin Bukies vom Büro Stadtlandschaft, das die Antragsteller im Dorfentwicklungsprogramm begleitet. Die Sanierung von Platz und Halle waren dementsprechend wichtige Weichenstellungen für die positive Entwicklung des Betriebes.

Bestärkt wird Claudia Iseringhausen in ihren Plänen nicht nur von ihrem Mann, dem Tierarzt Dieter, sondern auch von ihrer Tochter Theresa. Sie ist bereits die dritte Generation auf dem Altenwahlinger Hof, die die Pferdeliebe nicht nur als Hobby betreibt: Die Berufsschullehrerin bildet Pferdewirte aus. „Und auch meine kleinen Nichten sitzen schon gerne auf dem Pferderücken“, freut sich Theresa über die tierliebe vierte Generation.

Das vorläufige Ergebnis der Maßnahmen kann sich bereits sehen lassen: Der Boden auf dem Reitplatz wurde komplett ausgetauscht und durch eine professionelle Fachfirma eingebracht, sodass er jetzt ganzjährig eine gute Qualität hat. Die Blechverschalung der Reithalle wurde komplett erneuert. „Die alte war verrostet. Sie war allerdings aus dem Jahr 1972, sodass sie eigentlich sehr lange gehalten hat“, so Claudia Iseringhausen, die sich freut, dass auch der Eingangsbereich der Halle nun viel freundlicher aussieht.

Langfristig würde die Hofbesitzerin gerne auch noch eine Art Terrassenvorplatz gestalten. „Ich träume davon, dass zum Beispiel Eltern, die ihre Kinder zum Unterricht begleiten, hier schön sitzen und eine Limonade trinken können.“ Und vielleicht entwickele sich dieser Ort dann ja auch als ein Anlaufpunkt für Ausflügler und Radtouristen. Doch so weit sei man noch nicht, zumal ja auch die Corona-Auflagen es derzeit erschweren würden, solcherart Ideen umzusetzen.

Außerdem habe sie den Wunsch, den Kindern das Thema Biodiversität näherzubringen und wolle zum Beispiel gerne mit Informationstafeln darauf hinweisen, welche Pflanzen rund um den Hof wachsen und welche Tiere dort leben. „In dieses Projekt könnte man die Kinder einbeziehen“, so Iseringhausen. Auch das Dach der Stallungen müsse langfristig saniert werden. „Aber eins nach dem anderen“, sagt sie. „Das will vernünftig geplant sein.“ Ihre Tochter Theresa freut sich jedenfalls, dass es auf dem Hof mit neuen Ideen vorangeht. „Omi hätte das gefallen“, sagt sie.

Von Reike Raczkowski

Vorher/nachher: Die Reithalle in Altenwahlingen.

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