Neues Jahrbuch für den Heidekreis / Leben und Wirtschaft in der Vergangenheit

Kaiserreich und Weltkrieg

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Dr. Almuth Willenbockel, Markus Grunwald für die beiden Sparkassen, Dr. Stephan Heinemann, Grafiker Jörge Bartling, Manfred Ostermann und Anke von Fintel (v.l.) stellten das neue Jahrbuch vor.

Soltau - Was war los im Heidekreis vor gut 100 Jahren? Wie gestaltete sich das Leben, wie entwickelten sich die Wirtschaft, wie das gesellschaftliche Leben? Nach einem Jahr Pause, vielen Gesprächen sowie der Suche nach Sponsoren hat sich der Landkreis entschlossen, doch ein Jahrbuch herauszubringen, denn die seien früher immer gut gekauft worden, so Landrat Manfred Ostermann bei der Vorstellung des Buches in Soltau.

Entgegen der bisherigen Praxis, vielfältige Themen und Geschichten in einem Band zusammenzufassen, geht der Heidekreis mit dem neuen Jahrbuch einen ganz anderen Weg. Keine große ehrenamtliche Redaktion, sondern der Walsroder Historiker Dr. Stephan Heinemann und das Grafikbüro Bartling Media, Walsrode, wurden beauftragt, den Landkreis im wilhelminischen Kaiserreich und im Ersten Weltkrieg von 1890 bis 1918 zu beleuchten.

Heinemann, der schon viele Themen der Region verarbeitet hat, benötigte nach eigenen Angaben etwa eineinhalb Jahre für das Kompendium über das Leben, die Gesellschaft und die wirtschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung der damaligen Zeit. Dem Historiker ist es gelungen, die Geschichte auf den Heidekreis herunterzubrechen.

Auch wenn er bei der Vielfalt der Themen manches nur anreißen konnte, so bekommt der Leser doch einen umfassenden Eindruck über das Leben in der wilhelminische Zeit. Auch der Erste Weltkrieg und seine Folgen für die Menschen in der Heide wird geschildert. Zumindest zu Beginn des Krieges habe es auch hier so etwas wie Militär- und Kriegsverherrlichung gegeben, so der Historiker, der dies mit Beispielen und Fotos belegt. Diese Verherrlichung sei aber eher in der Städten anzutreffen gewesen als in den ländlichen Bezirken. Für den Historiker liegen die Gründe nahe: Die Bauernschaften seien vom Krieg mit Auflagen betroffen gewesen. So hätten sie Pferdegespanne ans Militär abgeben und die Frauen ihre Höfe alleine durchbringen müssen, weil die Männer zum Militär eingezogen worden seien.

Heinemann schildert auch die technische Entwicklung im Heidekreis. Teils sei die Region sehr innovativ gewesen, schildert er. So habe es zum Beispiel in Schneverdingen einen Flugzeugbauer gegeben, der seine Maschinen fürs Militär entwickelt habe. Und bei der Elektrizität seien Rethem und Walsrode ganz vorne gewesen.

Entstanden ist ein Geschichts- und Geschichtenbuch von gut 150 Seiten mit etwa 250 Bildern und Abdrucken alter Dokumente. Das Buch sei nur durch die Unterstützung der beiden Sparkassen mit je 2500 Euro und des Lüneburgischen Landschaftsverbandes möglich geworden, so Ostermann. Man könne in Zukunft sicher nicht jedes Jahr so ein Werk herausgeben, sagte der Landrat und lobte auch das Engagement seiner Mitarbeiterinnen Dr. Almuth Willenbockel und Antje von Fintel.

Das Jahrbuch 2015 wird in einer Auflage von 1000 Stück an die Buchhandlungen im Kreis ausgeliefert und kostet 15 Euro.

hf

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