Arbeit weiterhin im Verbund / Probebetrieb ab nächster Woche

Neue Rettungsleitstellen-Technik im Einsatz

Systemadministrator Ernst-Heinrich Römer sitzt vor den neuen Bildschirmen in der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle in Soltau. - Foto: Anne Schmidtke

Soltau - Wer im Heidekreis bei einem Unfall oder Brand den Notruf 112 wählt, erreicht zu jeder Tages- und Nachtzeit die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle – in der Regel die in Soltau. Doch dies muss nicht immer so sein, denn der Heidekreis betreibt seit zehn Jahren zusammen mit den Landkreisen Harburg und Rotenburg/Wümme einen Leitstellenverbund.

„Die Zusammenarbeit hat sich bewährt“, sagte Manfred Ostermann, Landrat des Heidekreises, während eines Pressetermins im Katastrophenschutzzentrum in Soltau. Er stellte zusammen mit Karsten Mahler, Fachbereichsleiter Ordnung, Ralf Bahlo, Fachgruppenleiter für den Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Brandschutz, sowie Systemadministrator Ernst-Heinrich Römer die neue Technik vor, die ab der kommenden Woche in den Leitstellen in Winsen, Soltau und Zeven zum Einsatz kommt.

Die Anschaffung war erforderlich, weil die bisherigen Nutzungsverträge nach zehn Jahren ausgelaufen sind. „Das System entspricht nun dem aktuellen Stand“, sagte Ostermann erfreut. Menschen, die in Not seien, bekämen in Zukunft noch schneller Hilfe.

Virtuell miteinander verbunden

Die Leitstellen sind weiterhin virtuell miteinander verbunden. „Wenn Soltau zum Beispiel ausgelastet ist, gehen die Notrufe automatisch an eine der beiden anderen Leitstellen und werden dort von einem Disponenten bearbeitet“, erklärte Römer. So könnten die circa 550.000 Bürger in den drei Landkreisen auf einer Gesamtfläche von 5188 Quadratkilometern optimal betreut werden.

Laut Ostermann bietet das neue System einige Vorteile: So könnten die Disponenten zum Beispiel Rettungswagen oder -hubschrauber orten und die Fahrzeuge zur Unfallstelle schicken, die verfügbar und am nächsten am Unglücksort seien. Zudem könnten sie bei Verkehrsunfällen Abfragen beim Kraftfahrtbundesamt tätigen und die gewonnenen Autodaten an die Feuerwehr weitergeben, während diese auf der Anfahrt zur Unglücksstelle sei. Dank der strukturierten Notrufabfrage könnten die Disponenten zudem im Stress keine W-Frage mehr vergessen. Wichtig sei auch, dass alle bedeutenden Systembestandteile doppelt vorhanden seien, sodass durch den Ausfall einzelner Komponenten der Betrieb der Leitstelle nicht beeinträchtigt werde.

Die drei Landkreise müssen für die neue Technik rund 2,43 Millionen Euro aufwenden. Die Summe wird als monatliche Mietzahlung über zehn Jahre finanziert. Hinzu kommt eine Pauschale für regelmäßige Wartungs- und Servicearbeiten.

450.000 Euro für Anbau der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle

„Der Heidekreis hat zudem noch 450.000 Euro in den Anbau der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle gesteckt“, sagte Ostermann. In den alten Räumlichkeiten sei es zu eng geworden, da der Personalstamm vor etwa eineinhalb Jahren um zwei auf zehn Stellen aufgestockt worden sei. „Im vergangenen Jahr gingen hier etwa 66.560 Anrufe ein. Die müssen alle bearbeitet werden“, betonte Ostermann. Daher seien neue Mitarbeiter eingestellt worden. Die Anrufe führten 2016 zu etwa 38.750 Rettungsdienst- und 1600 Feuerwehreinsätzen im Heidekreis.

„Wir haben mehr Anrufe als Einsätze“, sagte Mahler, da in einigen Fällen die Disponenten den Anrufern zum Beispiel rieten, den kassenärztlichen Notdienst zu kontaktieren. In diesem Zusammenhang ergänzte Bahlo: „Die 112 sollte nur in lebensbedrohlichen Situationen gewählt werden.“

In den vergangenen Wochen erhielten alle Disponenten der Leitstellen in Soltau eine mehrtägige Schulung für das neue System. Ab nächster Woche läuft es im Probebetrieb: ab Dienstag in Winsen, ab Mittwoch in Soltau und ab Donnerstag in Zeven.

Die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle ist über den Notruf 112 oder für liegende Krankentransporte unter Telefon 05191/19222 zu erreichen.

asc

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