Mitglieder aus Politik, Wirtschaft und Tourismus bei Olympia-Konferenz

Unterstützung von allen

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Sind Feuer und Flamme für Hamburg: Soltaus Bürgermeister Helge Röbbert, André Kwiatkowski, Klaus Widegreen, Lars Klingbeil, Rolf Ludwig, Olaf Kahle (IHK Lüneburg-Wolfsburg), und Michel Tueini (v.l.).

Soltau - Seit einigen Wochen ist es klar: Hamburg wird für die deutsche Bundesrepublik in die Bewerbung um die olympischen Spiele 2024 gehen. Das bedeutet Menschen, viele Menschen – und die müssen irgendwo hin. Dass diese Bewerbung Auswirkungen auf ganz Norddeutschland haben wird, wissen auch die Vertreter aus Wirtschaft und Politik im Heidekreis. Aus diesem Grund hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete für die Wahlkreise Rotenburg I und Heidekreis, Lars Klingbeil, zu einer Olympia-Konferenz ins Soltauer Hotel Meyn eingeladen.

Mit dabei war Klaus Widegreen, Vizepräsident für Leistungssportentwicklung des Hamburger Sportbundes. Er weiß um das Prozedere einer solchen Bewerbung und worauf es in der Bevölkerung ankommt. Unterstützung heiße das Schlagwort, und zwar von allen. „Wenn wir es schaffen, den olympischen Gedanken zu transportieren, gibt es eine Sogwirkung, sowohl für den Tourismus als auch für die örtlichen Sportvereine“, sagte Widegreen, der sich seit mehr als 40 Jahren ehrenamtlich engagiert.

Anhand einer Beamer-Präsentation verdeutlichte er das Konzept der „Second City“ Hamburg für die Spiele; als Konkurrenten stehen „First Cities“ wie Rom und Paris im Raum. Doch die Hamburger Pläne überzeugen, da ist Widegreen sich sicher. „Wir können mitten in der Stadt olympische Spiele durchführen“, erklärte er anhand einer Abbildung, die zeigte, wie aus dem „Kleinen Grasbrook“ im Herzen der Stadt eine „Olympic City“ entstehen kann. Dieses Gebiet werde ohnehin zu Bauland und könne nach den Spielen nachhaltig weiter genutzt werden. „Nur fünf Anlagen müssten neu gebaut werden, der Rest ist schon da.“ Selbst eine Neuverschuldung sei nicht notwendig. Die 165 Sportstätten allein in Hamburg machten schon einiges her, so Widegreen.

Kritik an Hamburgs Infrastruktur und den Staus um den Elbtunnel könne man entkräften, fuhr der HSB-Vizepräsident fort. „Das Fahrrad wird zum Symbol der Spiele. Mit dem Rad bräuchte man nur fünf Minuten vom Rathaus nach ‚Olympic City‘“. Man könne mit dem Drahtesel alle Stätten rasch und umweltfreundlich erreichen, die Infrastruktur werde aber auch ohne die Spiele verbessert werden, erläuterte Widegreen.

Doch auch Schlafmöglichkeiten müssten bereitgestellt werden. „Hamburg hat 30000 Betten zur Verfügung, für die Bewerbung müssen 42000 Betten angegeben werden, schon ohne die vielen Besucher mit einzurechnen.“ Das bedeute für Gastronome und Hoteliers im Heidekreis regen Betrieb. Man müsse sich überlegen, ob man die eine oder andere Speisekarte nicht zweisprachig drucke, so Widegreen. Der Dehoga-Vorsitzende im Heidekreis, Michel Tueini, gab allerdings zu bedenken, dass nicht jeder Betrieb „so gesund aufgestellt ist, zukunftsweisend nach vorn blicken zu können“. Bis 2024 könne viel passieren und den Zuschlag für die Spiele habe man noch nicht in der Tasche.

Die Vertreter der Sportbunde im Heidekreis und in Rotenburg, André Kwiatkowski und Rolf Ludwig, betonten, welchen Ansporn olympische und paralympische Spiele für das örtliche Sportleben bedeuten würden. Widegreen stimmte zu. Nach den Spielen in London habe es dort einen Zuwachs von 1,4 Millionen Sporttreibenden gegeben.

Was die Kosten betreffe, so sei man noch in der Kalkulation, erklärte Widegreen. Allein die Bewerbung koste rund 50 Millionen Euro, 30 Millionen davon übernehme der Bund, die restlichen 20 die deutsche Wirtschaft. Bis zum Herbst sollen die Zahlen feststehen. Die Entscheidung über den Austragungsort fällt im Sommer 2017 in Lima.

Bis dahin sei es an jedem einzelnen, Hamburg in der Bewerbungsphase zu unterstützen, um den olympischen Funken nicht ausgehen, sondern zu einer hellen Flamme werden zu lassen, so Widegreen.

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