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Sicherheitsbericht der Polizei: Mehr Präsenz und mehr Aufklärung

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Zwei Männer auf einem Hof, im Hintergrund Polizeiautos und Gebäude. Der linke Mann trägt ein Uniformhemd, der rechte einen Anzug.
Präsentierten den Sicherheitsbericht: Thomas Ring (r.) und Stefan Sengel. © Müller

Die Polizeidirektion Lüneburg und die Polizeiinspektion Heidekreis präsentierten in Soltau den ersten gemeinsamen Sicherheitsbericht. Deutlich wurde, dass die Zahl der Übergriffe auf Polizisten und die der Vorkommnisse unter Einfluss von Suchtmitteln zugenommen hat.

Soltau – Den ersten gemeinsamen Sicherheitsbericht für die Polizeidirektion Lüneburg und die Polizeiinspektion Heidekreis stellten Polizeipräsident Thomas Ring und Inspektionsleiter Stefan Sengel in einem Pressegespräch vor. An diesem nahmen auch Landrat Jens Grote und die Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper (CDU und Sebastian Zinke (SPD) teil.

Im Bericht wird dokumentiert, wie gut die über 2 500 Polizeibeamten in den acht Landkreisen, die zur Polizeidirektion gehören, im vergangenen Jahr gearbeitet haben, wie stark die Zahl der aufgeklärten Fälle anstieg, aber auch, dass sich erheblich mehr Unfälle unter Drogeneinfluss ereigneten.

„Wir werden unsere Kontrollen verstärken, werden versuchen, noch mehr Aufklärung zu betreiben“, sagte Thomas Ring.

Und die Polizei werde versuchen, noch transparenter in der Bevölkerung anzukommen. „Wir sind objektiv heute sehr sicher aufgestellt, aber subjektiv gibt es immer noch Ängste bei der Bevölkerung. Und dagegen müssen wir angehen.“

40 Prozent der Polizeibeamten seien mittlerweile Frauen. Die Nachfrage nach dem Beruf sei weiterhin groß. Und: „Das Land hat wichtige Positionen der Polizei verstärkt, hat neue Kräfte eingestellt.“

Gerade im Hinblick auf die Bekämpfung von rechtsradikalen Kräften sei die Polizei zunehmend gefragt. „Wir müssen durch ständiges Training, durch Schulungsmaßnahmen erreichen, dass die Polizei gut da steht und Vorbild ist. Rechtstendenzen gehören nicht in unseren Beruf“, sagte der Polizeipräsident.

Viel Lob erhielt das Projekt „Räderwerk“, das mittlerweile ein bundesdeutscher Leuchtturm geworden ist. Der Kampf gegen Bandenkriminalität, Gruppen, die wieder auftauchen, wird erfolgreich durchgeführt, weil Polizei, Politik und Behörden im Heidekreis besonders eng zusammenarbeiten.

Immer stärker steigt die Zahl der Übergriffe auf Polizisten, geht aus dem Bericht hervor. Aktuell war es ein Fall in Walsrode. Ein suizidgefährdeter verletzte einen Beamten. „Ich bin unseren Beamtinnen und Beamten sehr dankbar, dass sie trotzdem die Ruhe behalten und versuchen, solche Situationen nur mit Ansprache zu lösen“, sagte Stefan Sengel. Hier zeige sich die sehr gute Ausbildung der Mitarbeiter.

Lob gab es auch vom Landrat, der sich sehr angetan von der sehr guten Arbeit der Beamten im Heidekreis zeigte.

Kopfschmerzen bereiten den Beamten die immer häufiger auftretenden Vorkommnisse unter Einfluss von Suchtmitteln. Stefan Sengel nannte für das erste Vierteljahr ein Plus von 60 Prozent. Das hänge sicher auch damit zusammen, dass mehr kontrolliert werde. „Darum werden wir gerade hier ansetzen, um dieses aktuelle Problem in den Griff zu bekommen.“

Verstärkt werden sollten auch die Fußstreifen in den Orten der Region. Kontaktbeamte würden mittlerweile in Schwarmstedt, Walsrode, Fallingbostel, Schneverdingen, Soltau und Munster mit immer größerem Erfolg eingesetzt.

Der Sicherheitsbericht wird in den nächsten Tagen im Internet auf der Seite der Polizeiinspektion vorgestellt werden – mit vielfältigen Informationen und Namen von Ansprechpartnern. Er soll künftig alle zwei Jahre neu aufgelegt werden.  mü

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