Mehr als 770 Jahre alt

Historisches Holz aus der Zeit von Kaiser Barbarossa aufgetaucht

Altes Holz halten Wilfried Worch-Rohweder (l.) und Salzmuseumsführer Hartmut Hezel (r.) in der Hand. Es stammt nachweislich aus dem 12./13. Jahrhundert.

Soltau – Als besonderer Glücksgriff hat sich das vor neun Jahren bei einer Baumaßnahme an der Böhme in Soltau geborgene Holz erwiesen. Das Salzmuseum Soltau mit Inhaber Wilfried Worch-Rohweder hatte zwei Proben aus den gut erhaltenen Fundstücken von Experten des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin untersuchen lassen, um das Alter des Holzes festzustellen. Die Fachleute kamen zu dem erhofften Ergebnis: Die Eichenstämme stammen aus dem 12./13. Jahrhundert.

Bei den Baumaßnahmen wurde seinerzeit im Erdreich unter der Böhme in Palisadenform eingeschlagenes Holz gefunden. Dieses wurde von der Baufirma mittels des eingesetzten Baggers, der den Flussgrund ausheben sollte, als unwillkommene zusätzliche Arbeit mit nur wenig Freude aus dem Flussgrund gezogen. Es sollte entsorgt werden.

Nur der Aufmerksamkeit des Vorsitzenden des Soltauer Salzsieder Vereins, Wilfried Worch-Rohweder, ist es zu verdanken, dass dieses Holz nicht entsorgt, sondern geborgen und aufgehoben wurde. Zwischenzeitig hatte es Verwendung beim Bau eines Unterstandes auf dem vom Soltauer Salzmuseum genutzten Grundstücks in der Bahnhofstraße 17 in Soltau gefunden.

Worch-Rohweder war schon bei der Bergung des Holzes der Meinung, dass es sich bei den Pfählen um etwas Besonderes handeln müsste. Er hatte bereits zu diesem Zeitpunkt die Vorstellung, dass es sich bei dem Holz um Teile einer übrig gebliebenen Befestigungsanlage (Palisadenwand der früheren Soltauer Burg) handeln könnte. Die Soltauer Burg musste bereits im Jahre 1388 abgerissen werden. Dieses war Teil einer Vereinbarung aus dem Friedensvertrag des Lüneburger Erbfolgekrieges.

Der bereits seit Beginn der Bergung bestehende Plan, das Holz zur Bestimmung des Alters der Pfähle untersuchen zu lassen, wurde schließlich verwirklicht und eine entsprechende Holzprobe in gespannter Erwartung nach Berlin geschickt. Das freudig entgegengenommene Ergebnis war, dass der untersuchte Pfahl bereits im Jahre 1241 geschlagen wurde. Der Beginn des Aufwuchses wurde auf das Jahr 1152 festgelegt.

Aufgrund des erstaunlichen Alters dieses Holzes wurde das Ergebnis noch von einer zweiten Kontrollperson geprüft. Diese hat das Messergebnis im Detail bestätigt.

Es steht somit fest, dass das geborgene Holz, von dem rund 20 Pfähle beziehungsweise Stämme sichergestellt worden sind, mehr als 770 Jahre alt ist und bereits zur Zeit des Kaisers Barbarossa in Soltau verbaut wurde. Da nach der bisherigen örtlichen Geschichtsschreibung die Burg erst im Jahre 1380 errichtet wurde, geht man jetzt davon aus, dass schon circa 140 Jahre vorher, offensichtlich eine Palisadenbefestigung in diesem Teil der Stadt vorhanden gewesen ist.

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