DAK legt Gesundheitsreport vor

Krankenstand höher als im Landesschnitt

Kirsten Köhlert, Leiterin des DAK-Servicezentrums in Walsrode, präsentierte die Zahlen. - Foto: Leeske

Soltau - „Unsere erwerbstätigen Versicherten im Heidekreis haben einen höheren Krankenstand als in Niedersachsen und im Bund“, sagte Kirsten Köhlert, Leiterin des DAK-Servicezentrums in Walsrode, bei der Präsentation des Gesundheitsreports im Heidekreis-Klinikum Soltau.

So verzeichnete die Kasse 2015 im Landkreis einen Krankenstand von 4,4 Prozent. Außerdem gäbe es einen eklatanten Unterschied beim Krankenstand zwischen Frauen und Männern, auch im Vergleich zum Landesdurchschnitt, so Köhlers weiter.

Der Heidekreis liegt mit den 4,4 Prozent eindeutig über dem Durchschnitt in Niedersachsen (4,1), nur Uelzen und Lüchow-Dannenberg haben mit 4,8 Prozent einen noch höheren Wert.

Spitzenreiter seien Muskel-Skelett-Erkrankungen (22,5 Prozent). Danach folgten seit 2014 als zweithäufigster Grund die psychischen Erkrankungen mit 16,9 Prozent. Die Platzierung ergebe sich aus der oft langen Abwesenheit vom Arbeitsplatz, beispielsweise bei Depressionen.

Positiv sei, dass die absoluten Fehltage durch Verletzungen seit 2014 um 13 Prozent zurückgingen. Allerdings seien die Abwesenheitstage wegen der Behandlung von gutartigen oder bösartigen Tumoren innerhalb von einem Jahr um 46 Prozent gestiegen. Hier liegt der Heidekreis auch 26 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Der Krankenstand durch Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems habe sogar mehr als eine Verdoppelung (plus 123 Prozent) von 2014 auf 2015 zu verzeichnen.

Gründe für diese teilweise dramatischen Entwicklungen konnte Köhlert nicht benennen. Dafür sei eine tiefergehende Ursachenforschung nötig. Der Gesundheitsreport zeige lediglich den Ist-Zustand auf und beschreibt die Spezifika des Heidekreises.

Langzeiterkrankungen, das machten die Zahlen deutlich, verursachten fast die Hälfte der Krankentage. Dazu machte der Geschäftsführer des Heideklinikums, Dr. Christof Kugler, den Vorschlag: „Wir müssen die Verträge mit den Kassen ändern, um einen schnelleren Behandlungsbeginn zu gewährleisten.“ Dies sei insbesondere bei den psychischen Leiden erfolgsversprechend.

Seit vielen Jahren ein Phänomen: Bei den erwerbstätige Frauen im Heidekreis sei mit 5 Prozent ein höherer Krankenstand zu verzeichnen als bei Männern (3,9 Prozent). Besonders bei den psychischen Erkrankungen kommt das weibliche Geschlecht auf 243 Prozent mehr Abwesenheitstage als das männliche Geschlecht. Einzig bei den Herz-Kreislauferkrankungen liegen die Herren vor den Damen.

Um dem Unterschied bei den Geschlechtern auf den Grund zu kommen, führte die DAK eine Onlinebefragung bei den Erwerbstätigen unter ihren Versicherten durch. Danach betrachteten sich Männer trotz Beschwerden eher als arbeitsfähig. Sie gingen auch insgesamt weniger häufig zum Arzt.

Frauen nannten „Die Arbeit fertig kriegen wollen“ wesentlich häufiger als Männer, wenn es darum geht, sich nicht krank schreiben zu lassen. Geschlechtsneutral wurde der Grund, die Kollegen nicht hängen zu lassen. Am häufigsten angegeben, wenn Mann und Frau sich trotz Krankheit zur Arbeit schleppten. 

lee

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