Info- und Warn-App BIWAPP kostenlos erhältlich / Heidekreis ist Vorreiter

Alarm sofort am Bürger

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„Biwappen“ bereits und stellten die neue App vor: Karsten Mahler, Manfred Ostermann, Ralf Quietmeyer, Ralf Bahlo (alle Heidekreis) und Frank Dalock von der Marktplatz GmbH (von links).

Soltau - Sie ist übersichtlich, schnell und ab sofort kostenlos für jedermann zu haben: BIWAPP, die Bürger-Info- und Warn-App geht an den Start – und das bundesweit erstmalig im Heidekreis.

Konzipiert von der Marktplatz GmbH aus Lüneburg lassen sich über die Anwendung Alarm- und Warnmeldungen, aber auch Ankündigungen und Aufrufe durch beispielsweise Städte, Gemeinden oder Rettungskräfte versenden.

Diese landen anschließend direkt auf dem Endgerät der Nutzer. Ein wesentlicher Vorteil, findet Ralf Quietmeyer vom Katastrophenschutz Heidekreis. „Wir sind sofort am Bürger.“ Die herkömmlichen Warnsignale wie Sirenen oder Radiodurchsagen würden heutzutage gern überhört oder schlichtweg nicht ernst genommen, bekräftigt Landrat Manfred Ostermann. „Wir haben festgestellt, dass die Bevölkerung nicht sensibilisiert ist für Notfälle“, so Ostermann. „Es ist unsere Pflicht, jeden Bürger mitzunehmen.“

Von bestreikten Kitas über Stromausfälle und Brände bis zur Giftgaswolke: Die neue App informiere den Nutzer wahlweise per Push-Nachricht oder appintern mit signalfarbenen Symbolen, gekennzeichneten Gefahrengebieten und Warnhinweisen, erklärt Frank Dalock, Geschäftsführer der Marktplatz GmbH. Auch das Absenden eines Notrufs inklusive automatischer Übersendung der eigenen Standortdaten sei möglich, so Dalock weiter.

Meldungen verfassen könne man nur als autorisierte Instanz wie Feuerwehr, Polizei oder Kommune innerhalb eines passwortgeschützten Bereichs.

Die Empfänger könnten selbst wählen, für welche Orte oder Radien sie Nachrichten erhalten möchten und zu welchen Themen. Der Bereich Schulausfall könne beispielsweise von kinderlosen Nutzern einfach „abbestellt“ werden, führt Dalock weiter aus. Nichtsdestotrotz bleibe die im Heidekreis etablierte Schulausfall-App weiterhin im Programm und laufe parallel zur neuen BIWAPP.

Besonders kritische Meldungen wie der Katastrophenalarm seien aus Sicherheitsgründen nicht abwählbar, sagt Dalock, der hervorhebt, dass auch positive Meldungen wie bevorstehende Feste im chronologisch sortierten Nachrichtenverlauf der App ihren Platz finden können.

Trotzdem sollten nicht alle kleinen Unfälle, Sperrungen oder Biergartenveranstaltungen kommuniziert werden, betonte Manfred Ostermann. Zu groß sei die Gefahr, dass jemand „Unfug“ mit der App treibe oder Gaffer zu Unfällen gelockt würden.

10000 Euro hat sich der Landkreis die Anschaffung kosten lassen, weitere 200 Euro jährlich werden nach der dreijährigen Einarbeitungsphase für die Wartung fällig.

Dabei nehme der Heidekreis eine Vorreiterrolle im Bundesgebiet ein, so Frank Dalock. Seine Agentur sei mit mehreren Kreisen im Dialog und habe bereits weitere Bestellungen erhalten. Der Heidekreis gehe jedoch als erstes mit der Anwendung an den Start. Auch von der Regierung werde BIWAPP als sinnvoll bezeichnet. „In einigen Bundesländern wird die App sogar subventioniert“, erzählt Dalock, dessen Agentur mit dem kostenlosen Angebot für Android- und IOS-Nutzer nach eigener Aussage 95 Prozent des Marktes abdeckt.

„Wir gehen da mit der Zeit“, zeigt sich Manfred Ostermann von der App überzeugt. „Neue Medien sind nicht nur in aller Munde, sondern auch in allen Taschen.“ Trotz aller Zuversicht sei die App jedoch „mit Fingerspitzengefühl“ zu behandeln, warnen die Hersteller. „Es ist ein Prozess“, sagt Ostermann. Man müsse schauen, wie sich Informationsart und -menge auf Dauer einpendelten. Über Anregungen aus der Bevölkerung seien sie in jedem Falle dankbar.

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