Herzwochen am Heidekreis-Klinikum

„Wenn Gemüse essen nicht mehr ausreicht“

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Bei der Herzwochen-Veranstaltung: Einhard Wichmann, Wiebke Thymm, Patrick Dieker und Andrea Pomarino (v.l.).

Soltau - Rund 100 Besucher versammelten sich anlässlich der Herzwochen-Veranstaltung „Herz außer Takt – Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung in der Cafeteria des Heidekreis-Klinikums in Soltau. Es handelt sich um eine bundesweite Kampagne der Deutschen Herzstiftung, deren Hauptaufgabe es ist, über Erkrankungen des Herzens und mögliche Behandlungsmethoden aufzuklären, schreibt das Klinikum.

Ärzte der Medizinischen Klinik informierten die Besucher. „Das Herz schlägt einem bis zum Halse“, beschrieb Oberärztin Wiebke Thymm die Symptome. An plötzlichem Herzrasen könnten Betroffene erkennen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Der Vorhof des Herzens pumpe beim Vorhofflimmern unkontrolliert und unregelmäßig. Das Herz gerate völlig außer Takt und schlage oft zu schnell. Wer an Vorhofflimmern leide, schwebe nicht direkt in Lebensgefahr, bleibe es jedoch unbehandelt, könnten ernsthafte Folgen wie Schlaganfall oder Herzschwäche auftreten.

Die Ursachen des Vorhofflimmerns seien vielfältig, so Thymm. Sie reichten von Bluthochdruck (70 Prozent), Übergewicht, koronarer Herzkrankheit, Herzklappenerkrankungen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Diabetes bis hin zu Schilddrüsenerkrankungen. Werde ein Vorhofflimmern diagnostiziert, gebe es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Zuallererst sei ein gesunder Lebensstil wichtig: „Auf Rauchen sollte verzichtet werden, der Alkoholkonsum minimiert und regelmäßige Bewegung in den Alltag integriert werden“ so Thymm.

„Wenn Gemüse essen nicht mehr ausreicht“, leitete Oberarzt Dr. Patrick Dieker seinen Vortrag ein, „gibt es für jeden Patienten das passende Medikament. Aber nicht jedes Medikament ist automatisch für jeden Patienten geeignet“. Daher werde individuell betrachtet und gründlich untersucht, um das geeignete Medikament verschreiben zu können.

Sei die Vergabe von Medikamenten unangebracht oder nicht wirksam genug, sei in vielen Fällen eine sogenannte „Ablation“ des Vorhofflimmerns sinnvoll. Chefärztin Dr. Andrea Pomarino klärte über diese Behandlungsmethode auf: „Wir setzen eine künstliche Narbe wie eine Art Grenze zwischen die Lungenvene und den Vorhof, so kann das Flimmern gar nicht erst in den Vorhof gelangen.“ Wenn das Herz noch nicht geschädigt war, würden circa 90 Prozent der Patienten geheilt. Eingriffe am Herzen ließen viele Patienten zurückschrecken, doch die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Behandlungsmethode Komplikationen auftreten, liege bei unter einem Prozent.

Abschließend bedankte sich Einhard Wichmann, Regionalbeauftragter der Deutschen Herzstiftung für Celle und den Heidekreis, bei den Zuhörern für das Interesse.

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