Heidekreis: Weiße Flecken ohne schnelles Internet jetzt beseitigen

Start frei für den Breitbandausbau

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Die Teilnehmer der Konferenz lauschen Tim Brauckmüller.

Soltau - „Weiße Flecken“, Bereiche in den Kommunen des Heidekreises ohne schnelles Internet unter 30 MBit/s, können jetzt mit einem Breitbandanschluss erreicht werden. Ziel ist es, jeden Haushalt im Heidekreis mit einem 50- MBit/sAnschluss auszustatten, beziehungsweise die Anschlussmöglichkeit herzustellen. Die Kommunen und der Landkreis können nun Förderanträge stellen. Dies wurde am Dienstabend auf der 5. Breitband-Konferenz deutlich, zu der der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil eingeladen hatte.

Neben zahlreichen Bürgermeistern aus Kommunen der Landkreise Heidekreis und Rotenburg war auch der Erste Kreisrat des Heidekreises, Oliver Schulze, anwesend. Klingbeil hatte als Fachleute unter anderem Tim Brauckmüller vom Breitbandbüro der Bundesregierung und Per Beyersdorff vom Breitbandkompetenzzentrum Niedersachsen eingeladen. Sie erläuterten die komplexe Förderkulisse zum flächendeckenden Ausbau des schnellen Internets.

Schulze räumte einige Irritationen aus dem Weg. Der Heidekreis werde die Kommunen auch weiterhin bei der Beseitigung der weißen Flecken unterstützen, soweit diese es wünschten. Der Landkreis bevorzugt das so genannte Wirtschaftlichkeitslückenmodell.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten für den technischen Ausbau, das VDSL-Vectoring-Verfahren (FTTC-Ausbau), bei dem Adern von Kupferkabeln gebündelt werden, und das FTTB/H-Verfahren, bei dem der Glasfaseranschluss bis ins Haus des Endnutzers verlegt wird.

In der Regel übernimmt der Bund bis zu 50 Prozent der Kosten, in besonderen Fällen sind durch andere Töpfe bis zu 70 beziehungsweise 90 Prozent möglich. Die gültigen Förderrichtlinien unterstützen erstens das Betreibermodell und zweitens das Wirtschaftlichkeitslückenmodell. Drittens werden Beratungskosten der Kommunen mit bis zu 50000 Euro vom Bund gefördert.

Der Heidekreis, der für die Kommunen tätig werden will, präferiert den FTTC-Ausbau, weil er kostengünstiger und schneller zu realisieren ist. Ein Nachteil sei , dass man eventuell in fünf bis sieben Jahren aus technischen Gründen nachrüsten müsse, so Brauckmüller. Förderung gebe es auch, wenn weiße Flecken zunächst nur bis zu 85 Prozent ausgebaut würden. Nach dieser Aussage sah Schulze die Lage für den Heidekreis entspannter. Hätte dieser einen flächendeckenden Ausbau nach dem Betreibermodell realisieren müssen, so wären wohl Kosten in Höhe von 75 Millionen Euro entstanden. Dies hätte der Landkreis nicht schultern können, so Schulze.

Ab sofort ist beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ein Internet-Antragsportal freigeschaltet. Dort können Förderanträge zum Breitbandausbau der weißen Flecken gestellt werden. Da der Landkreis bereits ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt hat, können Anträge ab sofort gestellt werden. Es gibt ein Scoringverfahren. Wer am meisten punktet, steht mit seinem Antrag ganz oben auf der Bewilligungsliste. Die Kommunen und der Kreis müssen darauf achten, dass es für bestimmte Sachlagen Fördertöpfe beim Land gibt.

hf

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