Der Heidekreis sucht Pflegeeltern

Lebenserfahrung und Zeit benötigt

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Soltau - Der Heidekreis sucht geeignete Einzelpersonen, Paare und Familien, die bereit sind, einem Kind zeitlich begrenzt oder dauerhaft ein Zuhause zu geben. Derzeit sind im Landkreis 243 Pflegekinder in 147 Pflegefamilien untergebracht. „Die Situation ist anders als sonst“, sagte Landrat Manfred Ostermann am Mittwoch im Pressegespräch. Grund sei die stetig wachsende Zahl von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die der Landkreis in seine Obhut nehmen müsse. Seit Ende Oktober seien es 60 gewesen. Wenn man davon ausgehe, dass die Zahl von derzeit etwa 4000 Flüchtlingen in den Camps im Januar oder Februar auf 8000 steigen könnte, sei auch mit einer wachsenden Zahl von Minderjährigen zu rechnen. Die Sozialpädagogische Hilfen Vier Linden, die junge Flüchtlinge aufgenommen hätten, stießen platzmäßig an ihre Grenzen.

Ostermann berichtete, dass es bereits Nachfragen von interessierten Pflegeeltern gegeben habe. Er betonte, dass gerade bei jugendlichen Flüchtlingen, die zwischen 14 und 18 Jahren alt seien, genau geguckt werde, ob eine Aufnahme in eine Familie möglich sei. Sie durchliefen unter anderem ein Clearing-Verfahren und würden von Psychologen betreut. Ziel sei es, den minderjährigen Flüchtlingen Sicherheit zu bieten und zu integrieren. Bei den Jugendlichen sei die Herangehensweise eine andere als bei kleinen Kindern.

„Auch die Pflegeeltern müssen wir uns sorgfältig anschauen“, betonte der Landrat. „Es muss passen“, sagte Uwe Peters, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend, Familie. Ostermann fuhr fort, dass es ihnen ein großes Anliegen sei, Pflegeeltern auf ihre Aufgabe sorgsam vorzubereiten. Es gebe Schulungen und Informationsveranstaltungen. Und auch danach würden sie bei Schwierigkeiten nicht allein gelassen.

Wer einen Jugendlichen aufnehmen wolle, müsse Zeit haben, ihn zu betreuen. Es gelte, ihn in den Alltag zu integrieren und ihm zu helfen, die Kultur kennen zu lernen. „Die Leute sollten fest im Leben stehen und 30 Jahre oder älter sein.“ Es gehe um eine gewisse Lebenserfahrung.

Interessierte benötigen unter anderem ein erweitertes Führungszeugnis, eine ärztliche Bescheinigung und eine Verdienstbescheinigung. Außerdem müssten sie sich auf einen Hausbesuch einrichten.

Hilfe bei der

Integration

Sabine Moritz vom Pflegekinderdienst des Heidekreises sagte, dass es vier bis acht Wochen nach Einreichen aller Unterlagen dauere, bis ein Pflegekind in die Familie komme. Wie sonst auch, werde Pflegegeld gezahlt. Fahrten zu Therapeuten oder Dolmetscher würden finanziert.

Peters wies darauf hin, dass es möglich sei, dass ein Flüchtlingskind die Pflegefamilie wieder verlasse, wenn die leiblichen Eltern nach Deutschland kämen oder weil die Jugendlichen zu ihnen zurückkehrten.

Wer Interesse hat, Kinder aufzunehmen, sollte sich an Nina Kose vom Pflegekinderdienst, Telefon 05191/ 970679 oder E-Mail n.kose@heidekreis.de, wenden.

sal

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