Heidekreis und Kommunen wollen die „weißen Flecken“ abschaffen

Schnelles Netz in drei Jahren

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Landrat Manfred Ostermann (l.) und der Erste Kreisrat Oliver Schulze stellten Pläne zum Breitbandausbau vor.

Soltau - Viele Bewohner des Heidekreises merken es, wenn sie im Internet surfen oder das Netz für die Erledigung ihrer Arbeit nutzen. Es gibt so genannte „weiße Flecken“, wo die Infrastruktur fürs Internet schwächelt und Leistungen erheblich unter 30 Megabit (MBit) pro Sekunde zur Verfügung stehen. Nach Gesprächen mit den Kommunen will der Landkreis helfen, binnen drei Jahren schnelles Internet mit mindestens 30 MBit/sec für alle anzubieten, sagte Landrat Manfred Ostermann gestern im Pressegespräch.

Den Marktuntersuchungen durch das vom Kreis beauftragte Unternehmen KPR aus Frankfurt/M. zufolge soll es noch 153 von insgesamt 631 Netzverzweigern geben, die nicht an ein schnelles Glasfaserkabel angeschlossen sind. Hierbei handelt es sich um die Anschlusskästen für den letzten Kilometer bis zum Haus des Kunden. Um genaue Angaben zu bekommen, soll KPR eine erneute Abfrage bei den bisher im Landkreis tätigen Telekommunikationsunternehmen durchführen. Ziel ist es, zu erfahren, was diese in den kommenden drei Jahren ausbauen wollen. Zum Teil würden Flächen aus wirtschaftlichen Gründen ausgespart.

Über diesen Schritt und über das weitere Verfahren sei sich der Kreis mit den Hauptverwaltungsbeamten der Kommunen einig, sagte Ostermann. Der Erste Kreisrat Oliver Schulze habe mit den Kommunen einen Vertrag ausgehandelt, der regele, dass sie auf diesem Sektor für die Kommunen tätig werden dürfen.

Der Breitbandausbau gehöre eigentlich zu den Aufgaben der Daseinsvorsorge in den Kommunen, erzählte der Landrat. Der Kreis wolle aber als ausgleichende Behörde helfen, gemeinsam zu einer schnellen Lösung zu kommen. Blieben tatsächlich weiße Flecken in der Breitbandabdeckung, so mache es Sinn, wenn der Landkreis die Interessen der Kommunen bündele. Manche Fördergelder, so Ostermann, gebe es nämlich nur, wenn der Kreis tätig werde und auch nur für die genannten infrastrukturschwachen Flecken.

Sei der aktuelle Status ermittelt, gebe es verschiedene Möglichkeiten der Realisierung, immer vorausgesetzt, die Kommunen wollten die weißen Flecken nicht selbst erschließen, sagten Schulze und Ostermann. Bei der einen Variante baue der Kreis das fehlende Netz in Eigenregie selbst aus und vergebe dann Lizenzen an Telekommunikationsunternehmen. Die zweite Möglichkeit sei eine europaweite Ausschreibung für die zu erstellenden Glasfaserleitungen zu den vermutlich 153 Verzweigern. Der Anbieter, der den Zuschlag erhalte, bekomme einen nicht rückzahlbaren Zuschuss vom Heidekreis. Man müsse sehen, wie sich der Markt entwickele, erklärte der Landrat. Auf alle Fälle seien immer die Kommunen gefragt und als Zuständige mit im Boot. Bevor tatsächlich ausgebaut werde, müssten sie die Aufgabe an den Kreis abtreten.

Die Markterhebung durch KPR soll bis Ende Sommer abgeschlossen sein. Danach folgt die Ausschreibung. Schulze rechnet mit einem Start des Netzausbaus im kommenden Jahr. Voraussichtlich sollen die Arbeiten in drei Jahren abgeschlossen sein. Sollte der Kreis bei den Netzarbeiten selbst tätig werden, so rechnen die Fachleute mit je etwa fünf Millionen Euro an Kosten pro Jahr für den Heidekreis. Möglicherweise könnte die zweite Variante günstiger für den Landkreis ausfallen, vermuten Schulze und Ostermann.

hf

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