Großes Gutenbergporträt überreicht 

Erlebniswerkstatt Buchdruck-Museum Soltau wirbt um Mitglieder

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Hermann Meyer (links) überreicht Dieter Janßen das Gutenbergporträt.

Verden/Soltau – Nach der Gutenbergbüste, die schon vor einigen Jahren der Erlebniswerkstatt Buchdruck-Museum Soltau übergeben wurde, ziert jetzt auch ein großformatiges Porträt die provisorische Werkstatt in einem Kellerraum des Dienstleistungszentrum an der Winsener Straße 34b. Das Besondere an dem Porträt ist nicht nur das Alter, sondern auch, dass Johannes Gutenberg keinen Bart hat, wie sonst auf den überlieferten Zeichnungen.

Beide Artefakte stammen aus der ehemaligen Druckerei Lührs & Röver. Der jetzige Inhaber Karl-Heinz Raupach trennte sich gerne von dem rund 100 Jahre alten Porträt des Erfinders der Buchdruckerkunst.

Er ist sich sicher, dass Gutenberg im Soltauer Buchdruck-Museum gut aufgehoben ist. Erst recht, wenn er die Besucher in den neuen Räumen des Museums in der ehemaligen Druckerei Mundschenk begrüßen kann.

Rund 65 Mitglieder hat der Verein Erlebniswerkstatt Buchdruck-Museum Soltau. „Wir brauchen 100 Mitglieder, um unser Projekt zu verwirklichen und zu unterhalten“, sagt Vorsitzender Reinhard Riedel. Das Projekt umfasst den Aufbau und das Betreiben einer Museumswerkstatt. Hier können dann Interessierte, Schüler, Kunstunterrichtende und Touristen Wissen und Fertigkeiten für ihre Textgestaltung erwerben, beispielsweise für Internet-Auftritte, so Riedel. Sie können aber auch den Winkelhaken in die Hand nehmen, sich vor einen Setzkasten stellen und erleben, wie im Bleisatz zum Beispiel Geburtskarten, Trauerbriefe, Einladungen oder Rechnungen hergestellt wurden. Die umfangreichen Planungen setzen zudem auf eine barrierefreie Nutzung, auch für Blinde und Sehbehinderte.

Der Bleisatz hat seit dem 15. Jahrhundert die Welt gravierend verändert. Der deutsche Mathematiker, Physiker und Aphoristiker Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799) bestätigte das mit folgenden Worten: „Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert. Und mehr als das Blei in der Flinte das im Setzkasten.“ Hermann Meyer erinnert sich an seine Lehrzeit als Schriftsetzer bei Lührs & Röver: „Beim Betreten des Hauses war über der Tür der Spruch ,Gott grüß die Kunst’ zu lesen.“ Im März 2018 ist die künstlerische Drucktechnik des Hochdrucks neben weiteren Druckverfahren von der Unesco ins „Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen worden.

Nachdem der Computer den Bleisatz verdrängt hat, fühle sich jeder Besitzer eines Computers sofort als Schriftsetzer. Vorher sei dieses ein ganz besonderer Beruf gewesen, der als Handwerk wie auch als Kunst verstanden wurde.

So lange die neuen Räumlichkeiten in der Kirchstraße 2 noch nicht fertiggestellt sind, treffen sich die „Jünger Gutenbergs“ jeden Dienstag, jeweils von 14 bis 16 Uhr, in der provisorischen Werkstatt im Keller der Winsener Straße 34b (Eingang Zentraler Kriminaldienst).  hm

Informationen zur Mitgliedschaft und zum Buchdruckmuseum in Soltau gibt es unter www.buchdruckmuseum-soltau.de oder per E-Mail an info@buchdruckmuseum-soltau.de.

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