Fuchs sagt dem Fachkräftemangel im Heidekreis den Kampf an

Projekt als Klammer zwischen zwei Welten

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Talentscout der BBS Soltau Detlev Scholle, Schulleiterin der BBS Soltau Gaby Tinnemeier, Hans-Ulrich Obieglo von der VHS Heidekreis, die VHS-Ausbildungscoaches Sabine Meyer und Dagmar Samtlebe, Talentscout BBS Walsrode Angela Freitag, Landrat Manfred Ostermann, Schulleiter der BBS Walsrode André Kwiatkowski und Projektleiter Jürgen Haarstick (von links).

Soltau - Schleichend, aber stetig halten Phänomene wie der demografische Wandel oder der Fachkräftemangel in ganz Deutschland Einzug. So auch im Heidekreis, wo ein gemeinsames Projekt der VHS und des Landkreises nun dagegen angehen soll. „Fuchs – Fachkräfte sichern und Chancen fördern“, lautet der Name des Konzepts, bei dem alle relevanten Instanzen in Sachen beruflicher Bildung an einem Strang ziehen und die Betriebe mit den Auszubildenden zusammenführen sollen.

Zwischen diesen lägen oft Welten, sagte Landrat Manfred Ostermann angesichts der Situation im Heidekreis. Das Fuchs-Projekt stelle eine Klammer zwischen den beiden auseinander klaffenden Welten dar, so Ostermann weiter.

Angegangen wird sowohl die Kommunikation mit den Betrieben als auch mit den Schülern der Berufsbildenden Schulen. Als Schnittstelle fungieren zwei Mitarbeiter des Heidekreises, die an den Berufsbildenden Schulen Soltau und Walsrode eingesetzt werden und beide Seiten mit Angeboten unterstützen.

Seit dem 1. April sind Detlev Scholle, gelernter Betriebswirtschaftler, und Angela Freitag, Diplom-Dolmetscherin, an den Schulen unterwegs. Mittlerweile würden sie von Schülern wie Lehrkräften geschätzt, betonten die BBS-Leitungen Gaby Tinnemeier und André Kwiatkowski. Auch die „BBS-Füchse“ freuen sich über ihren steigenden Bekanntheitsgrad. „Ich werde schon Frau Fuchs genannt“, berichtete Angela Freitag und lachte. Kollege Scholle werde auf dem Flur mittlerweile schon mal so gegrüßt. Die Schüler würden sich allmählich trauen, ihn anzusprechen, sagte Scholle.

Die beiden „Füchse“ vermitteln als Talentscouts zwischen den Betrieben und den potenziellen Auszubildenden. Zwei Ausbildungsverträge sind dank ihrer Mithilfe bereits abgeschlossen worden. Einige Plätze seien schwieriger zu vermitteln als andere, berichtete Freitag. So sei die Ausbildung in der Autobranche bei den Schülern immer noch deutlich beliebter als die zum Gastronomen, zum Chemikanten oder zur Fleischereifachverkäuferin.

Förderung

bis Ende 2017

Auf der anderen Seite gelte es aber, die Ansprüche der Unternehmen herunterzuschrauben, erklärte Hans-Ulrich Obieglo von der VHS Heidekreis. „Die Betriebe müssen sich auch den Auszubildenden öffnen, die sie vielleicht vor vier oder fünf Jahren nicht genommen hätten.“ Viele ließen den Platz eher unbesetzt, anstatt sich auf einen weniger optimalen Kandidaten einzulassen. Sollte der Betrieb ein Wagnis eingehen, werde er mit Unterstützung aus dem Projekt Fuchs belohnt.

Sabine Meyer und Dagmar Samtlebe von der VHS coachen die Ausbildung von außerhalb und sind Ansprechpartner für Betriebe und Schüler. Letztere hätten häufig auch mit privaten Problemen zu tun, die sich auf die Arbeit im Unternehmen auswirkten, so Samtlebe.

Ungefähr 700 junge Menschen aus dem Heidekreis gehen jährlich in die duale Ausbildung. „Das Team Fuchs will zusammen mit Kooperationspartnern wie der Agentur für Arbeit Celle oder dem Jobcenter Heidekreis eine lebendige Struktur schaffen – gerne auch über den Förderzeitraum bis Ende 2017 hinaus“, betonte Landrat Ostermann. Das rund 400000 Euro teure Projekt wird zu 100 Prozent gefördert, sowohl vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als auch durch den Europäischen Sozialfond.

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