Finanzamt Soltau: Wirtschaftlich läuft es

Deutlich höheres Steueraufkommen

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Mediengruppe Kreiszeitung

Heidekreis - Gute Nachrichten für den Heidekreis und das Finanzamt Soltau: Erneut betrug das Steueraufkommen mehr als eine halbe Milliarde Euro; genau 540050 Millionen Euro. Damit wurden 2015 noch einmal knapp 27 Millionen Euro mehr an Steuern festgesetzt als 2014.

„Der Trend setzt sich auf gutem Niveau fort – die Lohnsteuer und die Umsatzsteuer haben weiter zugenommen; es bestätigt sich die letztjährige Einschätzung, dass es im gesamten Heidekreis wirtschaftlich läuft, in mancher Kommune sogar ausgesprochen gut“, sagte Vorsteher Jörg Zimmermann beim Pressegespräch im Finanzamt.

Seit 2013 stiegen die Gesamtsteuereinnahmen im Heidekreis um circa zwölf Prozent an. Bis auf die Abgeltungssteuer zogen alle Steuerarten an.

Beim Finanzamt Soltau wurden aber nicht nur die üblichen Fälle bearbeitet, sondern auch große Selbstanzeigen ausgewertet, die noch vor der Verschärfung des geltenden Rechts eingegangen waren. Aus diesen und anderen Steuerstrafverfahren resultierten erhebliche Abschlags- wie auch Abschlusszahlungen, teils im Millionenbereich. „Diesen Effekt werden wir in 2016 nicht mehr haben“, meinte Zimmermann. Allerdings gelte in diesem Jahr das Augenmerk auch verstärkt manipulierten Kassen in der Bargeldbranche.

Wie der zuständige Hauptsachgebietsleiter der Betriebsprüfung, Rainer Becker, ausführte, versuchten immer wieder Unternehmer, die wahren Umsätze durch Kassenmanipulationen zu reduzieren. Dafür würden auch Zapper eingesetzt. Mit einem solchen externen Programm können Umsätze nachträglich in Kassen und Warenwirtschaftssystemen manipuliert werden. „Der Hinterzieher nimmt durch den Einsatz des Zappers einfach Umsätze aus dem Tagesgeschäft heraus und die Software passt die Warenbewegungen und -bestände rechnerisch exakt an. Damit machen sich dann der Unternehmer, aber auch der Softwarehersteller der Steuerhinterziehung strafbar – der Unternehmer als Täter, der Softwarehersteller als Gehilfe.“ Auch im Heidekreis sind erste Fälle aufgetreten. Das sei umso ärgerlicher, als die Politik es bisher nicht geschafft habe, sichere Kassen in Deutschland durchzusetzen. Mit dem Verfahren „Insika“ gebe es eine technische Lösung. Sie müsse aber erst Gesetz werden. In Österreich ist ein solches System zum 1. Januar verpflichtend eingeführt worden.

Für viele Betriebe läuft die Übergangsfrist für die Nutzung alter Kassen zum 31. Dezember aus. Für diese Betriebe ist es sinnvoll, im Laufe des Jahres die Neuanschaffung zu planen. Die Kassenhersteller werden nicht zeitgleich alle Betriebe im Dezember beliefern können.

Reduzierung von

Kassenmanipulationen

Allein das Taxengewerbe der Freien und Hansestadt Hamburg setzt durch den Einsatz eines Fiskaltaxameters auf die Vorzüge des „Insika“-Verfahrens. Es zeigt sich, dass die ehrlichen Taxiunternehmen mehr Umsatz machen konnten, weil betrügerisch arbeitende Kollegen ihre Betriebe eingestellt haben. Vor diesem Hintergrund kann man die Forderung des BZP (Deutscher Taxi- und Mietwagenverband) nach der flächendeckenden Einführung eines Fiskaltaxameters sehen.

Zimmermann wies darauf hin, dass zum 1. August sechs junge Menschen ihre Ausbildung zum Finanz- beziehungsweise Diplom-Finanzwirt beginnen. Und es werde wieder manch ein Praktikant im Amt sein, um sich für die spätere Berufswahl zu orientieren: „Das Betreuen der Praktikanten ist sehr aufwändig, aber es lohnt sich unter dem Strich für beide: Der junge Mensch kann sich unter den Ausbildungsberufen etwas vorstellen und wir können formulieren, was und wen wir suchen.“

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