„Felto“ – Filzwelt Soltau eingeweiht / Eröffnung ab 1. August für Besucher

„Ein sehr guter Werkstoff“

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Andrea Hoops (l.) und Jutta Schiecke weihen die Arche mit einer filzummantelten Flasche ein.

Soltau - „Felto“ – der Name der neuen Filzwelt in Soltau klingt nicht nur international, er soll auch möglichst bald über die Grenzen des Heidekreises hinaus Bekanntschaft erlangen. Zumindest, wenn es nach Mathias Ernst und seiner Frau Antje von der Stiftung Spiel geht, die am Donnerstag das Ergebnis ihrer wahr gewordenen Vision mit zahlreichen Gästen und Förderern einweihten.

Auf 1500 Quadratmetern Fläche können Besucher aus aller Welt ab dem 1. August auf fünf Etagen das Material Filz entdecken – spielerisch und intuitiv wie wissenschaftlich.

„Mit der zentral in der Fußgängerzone gelegenen Filzwelt ist ein kulturtouristischer Leuchtturm für die Region geschaffen worden“, zeigte sich Andrea Hoops, Staatssekretärin des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, erfreut. Sie weihte gemeinsam mit Jutta Schiecke vom Amt für regionale Landesentwicklung eines der größten Objekte im Felto, die Arche, symbolisch mit einer filzummantelten Flasche gegen den Bug ein.

Über 3,5 der fünf Millionen Euro Gesamtprojektvolumen stammten aus EU-Fördermitteln, sagte Hoops. Sie lobte das „Mammutprojekt“ als eine „lohnende Investition“ und sicherte dem Ehepaar Ernst auch künftig Unterstützung zu.

Jutta Schiecke betonte die besondere Ausstrahlung des alten Fabrikgebäudes der Gebrüder Röders AG, das mittlerweile Denkmalschutz genießt. „Es ist Museum und Spielplatz zugleich.“ Auch Landrat Manfred Ostermann zeigte sich erfreut über das wetterunabhängige Angebot der Erlebnisspielwelt, die sich im Herzen der Stadt in der Marktstraße befindet.

Architekt Joachim Krampitz berichtete den etwa 100 geladenen Gästen aus dem Heidekreis und umzu von den Anfängen des Bauvorhabens, im Zuge dessen der „Lagerhauscharakter“ nicht habe verloren gehen sollen.

Der Ausstellungsplaner Friedo Meger erinnerte sich an seinen ersten Gedanken, nachdem er 2008 während der Fertigstellungsarbeiten am Klimahaus in Bremerhaven zum ersten Mal von Mathias Ernst aufgesucht worden war: „In Soltau leben merkwürdige Menschen.“ Menschen, die würdig seien, dass man sie sich merke, fügte er an. Meger legte dar, welche Feinarbeiten – darunter ein Blindenleitsystem – bis zur offiziellen Eröffnung noch anstünden. Mathias Ernst sprach von einem „langwierigen, aber beglückenden Prozess“ für das ganze Team. „Typisch fürs Filzen – das kann man nicht mal eben so“, sagte er. Ein großer Vorteil sei bei allen Arbeiten gewesen, dass die zuständige Mannschaft nie ausgetauscht worden sei. „Wir sind mit der Startgruppe auch ins Ziel gegangen.“

Rund 50000 Besucher erhoffen sich die Organisatoren im Jahr. Die Einfachheit und Vielfalt des Stoffes Filz soll lockender Magnet sein. „Man braucht bei der Arbeit mit Filz keine Angst zu haben, man könne scheitern“, erläuterte Ernst. „Mit jedem Griff entsteht etwas.“

Was das alles sein kann, daran erinnerte sich Dr. Thomas Pyhel von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Als Kind habe er bereits Erfahrungen mit Filz gemacht, als die Hutmacherin die Familie mit zahlreichen Modellen aufsuchte. Später seien in der Schule die Filzstifte hinzugekommen und erst kürzlich die Sanierung des eigenen Klaviers, so Pyhel. „Filz ist ein sehr guter Werkstoff, der völlig ungefährlich ist“, betonte er. Auch Joachim Werren von der Stiftung Niedersachsen bekannte sich zu seinen lieb gewordenen Filzpantoffeln, „ich bin filzaffin, wenn Sie so wollen“, sagte Werren.

Mitförderer ist auch die Sparkassenstiftung mit der Kreissparkasse Soltau. Einer der Schwerpunkte der Stiftung sei die Neu- und Umgestaltung von Museen, berichtete Direktorin Dr. Sabine Schormann. Die neue Attraktion für den Heidekreis verbinde „Bildung und Unterhaltung auf sehr charmante Weise“, lobte sie.

Auf die einleitenden Worte, umrahmt von Musik der Heidekreis-Musikschule und des Filzmaskenkünstlers „Nashoch-Himilsanc“, folgte während des Festakts ein Rundgang durch die fünf Etagen der Filzwelt. Ab August können sich Besucher aus aller Welt an dieser „Filzkugel“ erfreuen.

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