Deutlich mehr Wohnungseinbrüche / Kriminalstatistik 2015 für den Heidekreis

„Bin trotzdem zufrieden“

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Äußerten sich zur Statistik: Holger Burmeister (l.) und Stefan Sengel.

Soltau - „Ich bin trotzdem zufrieden.“ Das sagte Polizeidirektor Stefan Sengel, Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, gestern bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2015. Sengel lobte die Motivation und Leistung seiner Kollegen. „Da geht es zum Teil an die Belastungsgrenzen.“ Ein Problem sei hingegen die stark gestiegene Zahl der Diebstähle und vor allem der Wohnungseinbrüche.

Polizeioberrat Holger Burmeister, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, berichtete, dass die Zahl der Straftaten von 10815 (2014) auf 11248 (2015) gestiegen sei. Diese vier Prozent lägen im Bereich der normalen Schwankungen und knapp über dem Mittelwert der vergangenen Jahre.

Die Aufklärungsquote sei leicht zurückgegangen, befinde sich aber mit 62,72 Prozent auf hohem Niveau. Im Vergleich liege der Wert in Niedersachsen bei 61,17 Prozent und im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg bei 61,68 Prozent.

Die Zahl der Diebstähle sei im Vergleich zu 2014 von 3466 auf 4005 Taten gestiegen, berichtete Burmeister. Es habe 52,79 mehr Wohnungseinbrüchen als 2014 gegeben. „Das hat uns belastet und beschäftigt“, so Burmeister. Dieser Zuwachs sei aber nicht nur im Heidekreis zu verzeichnen.

466 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr im Heidekreis Ziel von Einbrechern, bei einem Drittel dieser Fälle sei es beim Versuch geblieben. Aufgeklärt worden seien 19,74 Prozent der Taten. 2014 habe es 305 Wohnungseinbrüche gegeben, die Aufklärungsquote habe bei 35,08 Prozent gelegen, erinnerte Burmeister. Das habe nicht zuletzt an der Arbeit einer speziellen Ermittlungsgruppe (EG) gelegen, die zwischenzeitig aufgelöst worden sei. Andere Tätigkeitsschwerpunkte hätten die Quote 2015 sinken lassen.

Seit Ende 2015 sei wieder eine spezielle EG tätig. Die Sachbearbeitung der Wohnungseinbrüche sei zentral in Soltau angesiedelt. Außerdem führen zwei zusätzliche Zivilwagen Streife. „Was wir an Freiräumen haben, geht in diesen Deliktbereich“, sagte Sengel. An Ethnien und Nationalitäten sei bei den Tätern alles vertreten. Das gelte auch für den Beschäftigungsstatus. Gestohlen würden nicht nur Geld und Schmuck, sondern zum Teil Dinge, die sich kaum erklären ließen, darunter getragene Kleidung, Stifte oder auch Honig.

Häufig handele es sich bei den Tätern um professionelle Banden, die strukturiert vorgingen, berichtete Burmeister. Vor allem die verkehrsgünstige Lage des Heidekreises wirke sich aus. „Wir bekommen Besuch aus Hamburg, Bremen und Hannover“, sprach Burmeister vom Heidekreis als „goldenem Dreieck“. Täter kämen nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit der Bahn. Von Rund-um-die-Uhr-Dienststellen oder Streifenwagenfahrten ließen sich die Täter nicht abschrecken.

Sengel forderte, die Wohnungseinbrüche zur Katalogstraftat zu erklären. Bei diesen sind die Strafverfolgungsbehörden zu besonderen Maßnahmen ermächtigt. Es gehe zum Beispiel um Telefonüberwachung, sagte Sengel.

„Wir fokussieren uns auf den Kontakt mit den Bürgern und deren Beobachtungen“, sagte Burmeister. Er rief dazu auf, lieber einmal zu oft die Polizei anzurufen als einmal zu wenig – bei aktuellen Dingen unter Telefon 110. Für Hinweise sei ein spezielles Telefon unter der Rufnummer 05191/9380-522 eingerichtet worden.

„Ich prognostiziere, dass die Arbeit nicht einfacher wird“, sagte Sengel. 2016 gingen drei erfahrene Kollegen in den Ruhestand. „Wir lernen ganz junge Mitarbeiter an.“ Erfahrung lasse sich nicht einfach ersetzen.

Bei den Ladendiebstählen habe es eine 56-prozentige Steigerung zum Vorjahr gegeben, sagte Burmeister. Zum einen fielen mehr Taten auf, da Ladendetektive eingesetzt würden. Außerdem gebe es mehr Delikte. Er sprach von reisenden Tätern und organisierter Kriminalität, die in den Läden Einzug gehalten habe. Immer öfter werde auch im Nachhinein Anzeige erstattet, nachdem der Detektiv Videomaterial ausgewertet habe.

sal

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