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Sexualstraftäter aus dem Heidekreis soll erneut Kind missbraucht haben - Mädchen erst 5 Jahre alt

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Von: Wiebke Bruns

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Ein großes Backsteingebäude von außen. Davor parken drei Autos.
Der Prozess gegen den 78-jährigen Mann wird am Landgericht Verden verhandelt. Archi © Bruns

Ein einschlägig vorbestrafter 78-jähriger Sexualstraftäter aus dem Heidekreis soll erneut ein Kind missbraucht haben und muss sich deshalb seit Montag vor dem Landgericht Verden verantworten.

Walsrode/Verden – Der in Untersuchungshaft sitzende Mann ist 78 Jahre alt. Das Mädchen war bei der ersten der fünf angeklagten Taten erst fünf Jahre. Aufgrund einer Bewährungsauflage in einem früheren Urteil hätte sich der gebürtige Verdener dem Kind gar nicht nähern dürfen.

Sexualstraftäter aus dem Heidekreis soll erneut ein Kind missbraucht haben

In einem der am Montag verlesenen Urteile war von einem „gewohnten Muster“ die Rede. Der Angeklagte habe zu den Eltern und Kindern „Freundschaft aufgebaut und das entstandene Vertrauen ausgenutzt“. So erscheint es auch im aktuellen Fall.

Wohnung des Mannes der Tatort

Der Mann soll den Eltern angeboten haben, deren Tochter Musikunterricht zu geben. Dazu kam das Mädchen häufiger in seine Wohnung in Walsrode. Dort soll er das Kind bei einer Tat missbraucht haben, während der Vater und das Geschwisterkind in einem anderen Raum Fernsehen schauten. In den angeklagten Fällen war immer die Wohnung des Mannes der Tatort.

Aussage des Mädchens auf Video

Dem Mädchen bleibt eine Aussage in dem Prozess erspart, weil eine frühere Aussage bei einer Richterin auf Video aufgezeichnet worden war. Dieses Video wurde gestern im Gerichtssaal gezeigt, und Aussagen des Kindes lassen weitere Taten befürchten.

Schilderung eines Schwimmbadbesuchs

In dem Video schildert das Mädchen einen Besuch des Verdener Schwimmbades Verwell gemeinsam mit dem Angeklagten. „Das war nicht schön“, sagt sie. „Warum?“ fragt die Richterin. „Weil der zu mir Pipi gemacht hat im Pool.“ Mit Hilfe eines Teddys demonstriert das Kind wie der Angeklagte sie dabei im Wasser an sich gedrückt habe. Jedes Mal habe er das gemacht. „Wir haben uns zusammen umgezogen. Ich wollte das nicht“, so die Schülerin.

Fotos des nackten Kindes gemacht

Als es um die Taten geht, sagt sie: „Das hat er oft gemacht.“ Bei einem „kleinen Mädchen“, wie sie es sei, habe er das auch gemacht. „Das hat er mir gesagt.“ Sie berichtet zudem davon, dass der Mann sie „nackig“ fotografiert habe. Die Fotos habe er in seinem Haus versteckt. Auf so einem kleinen schwarzen Ding. „Dann hat er Mama und Papa Fotos gezeigt, aber nicht die Bilder, wo ich nackig war.“

Angeklagter hat Geständnis abgelegt

In nicht öffentlicher Sitzung hat der Angeklagte laut dem Vorsitzende Richter Lars Engelke ein vollumfassendes Geständnis abgelegt. Im weiteren Verlauf dieses ersten Verhandlungstages wurden seine drei Vorstrafen erörtert. In den ersten zwei Verfahren waren Kinder die Opfer. Eine Freiheitsstrafe in Höhe von zwei Jahren und neun Monaten aus der zweiten Verurteilung musste der Mann bereits verbüßen.

Missbrauch einer jungen Frau in Verden

Zuletzt wurde er im September 2016 am Amtsgericht Verden wegen des Missbrauchs einer jungen Frau mit einer geistigen Behinderung zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Er hatte sie auf der Verdener Domweih angesprochen und später auf einem Parkplatz missbraucht. „Es bedarf keiner weiteren Inhaftierung, um ihn von weiteren Taten abzuhalten“, heißt es in dem damaligen Urteil.

Bewährung widerrufen

Nachdem es 2019 und 2020 zu den nun angeklagten Taten gekommen sein soll, wurde die Bewährung widerrufen. Im April 2020 kam der Mann in Haft. Nach Verbüßen der zwei Jahre – eine Untersuchungshaft wurde angerechnet – kam er nicht auf freien Fuß. Die Kammer erließ Haftbefehl. Der Prozess wird fortgesetzt.

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