Cort-Brün Voige äußert sich

Ziel: Glasfaser für alle

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Cort-Brün Voige.

Rethem - Die Breitbanderschließung und die Veränderung der kommunalen Strukturen gehören zu den wichtigen Themen, die die Verwaltung der Samtgemeinde Rethem in diesem Jahr beschäftigen. Bürgermeister Cort-Brün Voige äußerte sich im Pressegespräch dazu.

Der Auftrag zur Breitbanderschließung aller weißen Flecken in der Samtgemeinde sei vom Heidekreis an die Firma Bungalski in Verden vergeben worden, sagte Voige. In der vergangenen Woche habe es ein Gespräch mit der Geschäftsführung gegeben. „Es gibt noch einige kleine Streusiedlungen und Einzelhoflagen, bei denen ein weiterer Abstimmungsbedarf besteht, aber auch diese Bereiche werden mit versorgt.“

Erster Spatenstich nach den Sommerferien

Nach Genehmigung der Feinplanung durch Land und Bund als Fördermittelgeber, werde mit dem Bau begonnen. „Aktuell rechne ich damit, dass in etwa nach den Sommerferien der erste Spatenstich getätigt wird.“ Bis Ende 2018 soll die Hälfte der zwölf zu versorgenden Ortslagen in der Samtgemeinde erschlossen sein, die anderen bis spätestens Ende 2019.

„Die Absprachen mit dem Tiefbauunternehmen sind erfolgt“, so Voige. Es sei vorgesehen, dass drei Bautrupps im Bereich Walsrode beginnen. Dieses Vorgehen hänge mit dem bestehenden Leitungsverlauf zusammen. Vor Baubeginn werde es in den Orten Einwohnerversammlungen geben, auf denen die Samtgemeinde und die Firma Bungalski über die Erschließung informieren.

Nach Abschluss der Maßnahme würden alle Gewerbetreibenden und privaten Haushalte über eine Bandbreite von mindestens 30 Megabit verfügen, 85 Prozent davon sogar mindestens 50 Megabit.

Kommunale Struktur ändert sich

Zur Veränderung der kommunalen Strukturen äußerte sich Voige wie folgt: „Dieses Thema werde ich in diesem Jahr aktiv aufgreifen.“ Im Frühjahr werde er alle Ratsmitglieder aus den Gemeinden und aus dem Samtgemeinderat zu einem Meinungsaustausch einladen. „Ich werde das Thema vorstellen und schauen, was gesagt wird. Wollen wir es aufgreifen oder nicht?“ 

Die persönliche Meinung Einzelner zähle nicht. „Wenn in dieser Ratsperiode noch etwas gemacht werden soll, bin ich der Letzte, der sich verweigert.“ Sofern erkennbar werde, dass Änderungen an der bestehenden Struktur gewünscht werden, solle den Gemeinderäten das Ganze zur Beratung vorgelegt werden. „Uns hilft nur weiter, wenn wir in den Gremien darüber reden“, betonte der Samtgemeindebürgermeister. Außerdem sollten die Bürger, zum Beispiel über Einwohnerversammlungen, frühzeitig eingebunden werden.

Voige geht nicht von Zwang aus

Er gehe zurzeit nicht davon aus, dass es vom Land einen Zwang zur Bildung einer Einheitsgemeinde geben werde. „Der große Vorteil, den unsere Mitgliedsgemeinden haben, ist, dass wir finanziell so aufgestellt sind, dass wir nicht zwingend handeln müssen. Gleichwohl kann es andere Gründe geben, sich für eine Einheitsgemeinde oder den Zusammenschluss mit einer benachbarten Samtgemeinde oder Einheitsgemeinde zu entschließen.“ Hier sprach er zum Beispiel die Schwierigkeit an, genügend qualifiziertes Personal für die Verwaltung zu finden.

„Wir versuchen, einigermaßen verantwortungsvoll mit dem Geld umzugehen.“ 2006 habe die Samtgemeinde Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von etwa 600.000 Euro erzielt, derzeit sei es ungefähr eine Million Euro. Außerdem sei die Zahl der Arbeitsplätze gestiegen. 

Hierzu habe die Egra beigetragen, es gebe aber auch andere Ansiedlungen. Von 2006 bis 2017 habe die Samtgemeinde 1,29 Millionen Euro Schulden abgebaut. Außerdem hätten die Mitgliedsgemeinden 1,2 Millionen Euro als Guthaben auf den Konten. Bis auf die Stadt Rethem seien alle aus der Haushaltskonsolidierung raus. „Darauf können wir aufbauen. Die Lage hat sich stabilisiert.“

Voige: „Das Thema hat es verdient, dass man es beleuchtet. Wo stehen wir und wo wollen wir hin? Soll das Konstrukt verändert werden oder nicht?“ Es gelte, Argumente auszutauschen und abzuwägen, welcher Weg für die kommenden Jahre für die Orte als der sinnvollste und beste erscheine. „Persönlich gehe ich dieses Thema sachlich und ohne Emotionen an. Wichtig ist mir nur ein gemeinsames Handeln unserer Mitgliedsgemeinden.“

Samtgemeinde werde es noch geben

Seine persönliche Prognose beschrieb Voige wie folgt: Die Samtgemeinde werde es noch eine gewisse Zeit geben, als Samt- oder Einheitsgemeinde. Er halte eine Menge vom Konstrukt der Samtgemeinde. Grundsätzlich sei es ihm wichtig, den Raum Rethem beieinanderzuhalten, sonst würde der Zentralort geschwächt. Außerdem sei die Identifikation der Menschen in Orten mit einer lokalen Vertretung deutlich größer. 

Das sei unter anderem an der Beteiligung bei Ratssitzungen zu sehen. „Die Zahl der Bewerber um Mandate in kleinen Gemeinden ist höher als in Einheitsgemeinden.“ Wenn man schaue, wie Dinge neu justiert werden können, sei es zum Beispiel sinnvoll zu überlegen, ob die Mitgliedsgemeinden ihre Verwaltungsgeschäfte selber machen oder eigene Kindertagesstätten haben.

Über weitere Themen werden wir in den kommenden Tagen berichten. - sal

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