Ausschussmitglieder befürworten Vorschlag / Unklare Rathaus-Nachnutzung

Zieht die Verwaltung zur KSK ?

Für das Rethemer Rathaus müsste eine Nachnutzung gefunden werden, wenn die Verwaltung auszieht. - Foto: Elling

Rethem - „Die Raumsituation ist für die Mitarbeiter und Bürger so nicht mehr darstellbar.“ Die Unterbringung im Rethemer Rathaus sei nicht zufriedenstellend und sogar mangelhaft, sagte Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige am Dienstagabend im Finanz- und Wirtschaftsausschuss. Vielfach sei es nicht möglich, die Arbeitsplatzrichtlinien einzuhalten. Die Verwaltung habe sich Gedanken gemacht, wie man Abhilfe schaffen könne.

Der von den Ausschussmitgliedern einstimmig favorisierte Vorschlag sieht vor, die Verwaltung im Sparkassenhaus Rethem am Amtshauptmann-Jordan-Platz unterzubringen. Die Räume wären gemietet, die Kreissparkasse (KSK) Walsrode würde das bestehende Gebäude um einen Neubau erweitern. Metin Colpan, Bereichsleiter Organisation bei der KSK, erläuterte, dass idealerweise ein Café oder Bistro ins Haus einziehe. Für Diskussionen dürfte allerdings die Nachnutzung des Rathauses sorgen.

Voige stellte vier Varianten für die Verwaltung vor, darunter den Rathaus-Umbau mit zusätzlicher Nutzung des Dachgeschosses. Er gab aber zu bedenken: „Sobald wir einen Bauantrag stellen, müssen wir Bedingungen wie Brandschutz und ein zweites Treppenhaus einhalten.“ Es seien grob Kosten von 1,3 Millionen Euro zu veranschlagen. Die Verwaltung würde während der eineinhalbjährigen Bauzeit am besten in Container ziehen. Das würde etwa 350  000 Euro kosten.

Einen Umbau mit Nutzung von Erdgeschoss und erstem Obergeschoss, aber einem zusätzlichen Verwaltungs-Standort an anderer Stelle befürwortete Voige nicht.

Eine weitere Möglichkeit sei ein anderer Rathaus-Standort an der Langen Straße. Hierfür müsste ein Haus gekauft werden. „Aber dann hätten wir zwei alte Gebäude“, warnte Voige.

Schließlich erläuterte der Verwaltungschef die Anmietung der Sparkassen-Räume. Das sei wirtschaftlicher und sinnvoller als die Entkernung. „Wir wären in der Mitte des Ortes.“ Und unter Umständen gebe es eine Entwicklungsmöglichkeit für den brachliegenden Platz.

Sie müssten sich Gedanken über die Nutzung des jetzigen Rathauses machen, sagte Voige. „Wenn es in öffentlicher Hand bleibt, müssen und wollen wir Geld in die Hand nehmen.“ Rein betriebswirtschaftlich wäre es sinnvoll, es zu veräußern. Das sei aber politisch nicht gewollt.

Metin Colpan erklärte, dass es in Schwarmstedt und Bad Fallingbostel erfolgreiche Sparkassenhäuser gebe. Wie in Rethem hätten Räume leer gestanden. Vorteile seien die Bündelung von Dienstleistungen, ein neuer Gemeindemittelpunkt, die Kooperationsmöglichkeiten und die Sicherung des KSK-Standortes.

Nach dem Neubau ständen nach ersten Plänen 209 Quadratmeter für die KSK, 671 für die Samtgemeinde und 166 für das Café zur Verfügung. Außerdem seien 164 Quadratmeter an Gemeinschaftsflächen vorgesehen. Die Kaltmiete sei mit 8,50 Euro pro Quadratmeter und Monat veranschlagt. Jährlich bedeute das ungefähr 70 000 Euro an Mietkosten für die Samtgemeinde.  „Wir hängen nicht an den letzten zehn Cent“, so Colpan. „Uns liegt die Realisierung am Herzen.“ Die KSK wünsche sich eine Grundsatzentscheidungg bis zum Sommer. Mit einem von mehreren möglichen Café/Bistro-Betreibern habe es bereits Gespräche gegeben.

Frank Leverenz, CDU, betonte, dass es außer Frage stehe, dass etwas passieren müsse. Mit dem Sparkassenhaus biete sich jetzt aus Sicht der Stadt eine einmalige Chance. Bankenstandorte in kleineren Orten würden tendenziell verkleinert oder durch Automaten ersetzt.

Wolfgang Leseberg, SPD, sagte, dass es für die Stadt wichtig sei, das Rathaus zu erhalten. Sie hätten die Chance, Geld in das Gebäude zu stecken und was Vernünftiges draus zu machen. „Die KSK werden wir nicht halten, wenn es bergab geht mit den Geschäften.“

Annette Schütz, SPD, forderte, die Kommunalaufsicht um eine Stellungnahme zu bitten, bevor es in die weitere Planung geht. Sie wolle sicher sein, dass die Samtgemeinde das Rathaus behalten kann, wenn es keine Verwaltungszwecke mehr erfülle.

Nach längerer Diskussion veränderten die Ausschussmitglieder den Beschlussvorschlag der Verwaltung: „Das Rathaus ist von der Samtgemeinde zu nutzen und zu unterhalten. Bei einem beabsichtigten Verkauf bedarf es der Zustimmung der Stadt Rethem aufgrund der im Grundbuch eingetragenen Rückauflassungsvormerkung.

Voige versprach, dass bis zur nächsten Sitzungsrunde im September die rechtlichen Dinge abgeklärt werden sollen. - sal

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