Open-Air-Gottesdienst für Motorradfahrer in Krelingen

Wunsch nach Schutzengeln

Die Biker, die am Zweiradworkshop teilnahmen, wissen, dass sie ein gefährliches Hobby haben. - Foto: Templin

Krelingen - Einen Schutzengel wollten sich am Sonntag mehr als 100 Motorradfahrer beim ersten Open-Air-Gottesdienst in Krelingen holen. Die Teilnehmer waren aus dem Heidekreis, Hamburg und Bremen zum Geistlichen Rüstungszentrum (GRZ) gekommen. Der Gottesdienst bildete den Höhepunkt eines Zweiradworkshops, zu dem sich Rad- und Motorradfahrer im Rehazentrum getroffen hatten.

Ein Team aus Mitarbeitern des GRZ und Mitgliedern des Motorradclubs Ambassadors for Jesus Christ hatten den Gottesdienst vorbereitet. Thomas Bergmann kommt aus Neumünster, ist Mitglied der Ambassadors und stellt klar: Die Mitglieder wollen niemanden bekehren. „Wir möchten Motorradfahrer zum Nachdenken bringen“, sagt Bergmann. Jesus sei für ihn die Mitte und er sehe sich als Vermittler. „Wir haben ein gefährliches Hobby“, so der Motorradfan. Nicht einfach kopflos durch die Gegend zu fahren, sei wichtig.

Am einwöchigen Zweiradworkshop nahmen fünf Motorradfahrer teil, 20 Radfahrer bildeten die zweite Gruppe. Geistigen Beistand für alle Teilnehmer leistete Psychologieprofessor Ulrich Giesekus aus dem Schwarzwald. „Die Lüneburger Heide hat eine wunderschöne Landschaft. Ich komme sehr gerne nach Krelingen“, versichert er. Den Workshop leitet er bereits zum fünften Mal. Strecken und Ziele entschieden die Teilnehmer spontan – Steinhuder Meer, Hamburg oder Celle. Ganz anders bei den Radfahrern: Leiter Rolf Jerominski geht auf die Wünsche der Teilnehmer ein und plant die Strecke einen Tag vorher. Zwischendurch geht’s ins Museum, Café oder Ateliers.

Bevor die Teilnehmer auf Tour gehen, gibt Ulrich Giesekus während einer kleinen Andacht einen biblischen Text als Input mit. „Während der Fahrt kann man unter dem Helm prima darüber nachdenken“, sagt Bergmann. „In den Pausen und am Abend tauschen wir uns dann über unsere Gedanken aus.“ Themen in dieser Woche sind unter anderem Loslösung und Grenzüberwindung. Wer bei der Andacht an Jesuslatschen und strenge Riten denkt, liegt falsch. Der Vortrag ist unkonventionell und locker. Genauso wie der Gottesdienst, den Ulrich Giesekus leitet. Das Thema der Predigt: Menschen helfen und sich helfen lassen.

Beim Freiluft-Gottesdienst in Krelingen. - Foto: GRZ

„Der Natur und Gottes Schöpfung sind wir auf dem Motorrad während unserer Touren hautnahe“, sagt Stephanie Bessen, die gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang am Workshop teilnimmt. Beide sind begeistert von ihrem Urlaub im Rehazentrum Krelingen. „Wir sind als Gruppe schnell zusammengewachsen. Das Fahren macht sehr viel Spaß und ist Erholung für Geist und Seele.“ Für Stephanie Bessen ist es wichtig, Glaubens- und Lebensfragen zusammenzubringen. Die Motorradfahrerin und ihr Mann sind gläubige Christen. Ihr Hobby sei doch etwas unkonventionell. Auch wenn beides auf den ersten Blick nicht zusammenpasse, spüre sie trotzdem eine Sehnsucht. „Motorradfahrer wünschen sich einen Schutzengel und hoffen insgeheim, dass Gott bei ihnen ist.“ Den Teilnehmern geht es nicht darum, möglichst schnell ihr Ziel zu erreichen. Gerast wird nicht. „Wir denken über Gott und die Welt nach. Die Welt ist wörtlich zu nehmen, wir sind in Gottes Schöpfung unterwegs“, sagt Thomas Bergmann.

Die Motorradfahrer legen täglich 200 bis 300 Kilometer zurück. Ganz anders die Radfahrer: Ihre Strecken sind 45 bis 65 Kilometer lang. Während die Motorradfahrer unter ihren Helmen dem Thema des Tages nachhängen, läuft es bei den Radfahrern etwas anders. „Wir tauschen uns während der Fahrt aus und unterhalten uns“, erklärt Rolf Jerominski. Er lebt seit 30 Jahren in Krelingen und kennt die schönsten Strecken der Umgebung. 

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