WoDoHo-Kulturgruppe organisiert Abschluss von „Kunst auf dem Deich“

„Bänke-Abbau wäre bitter“

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Künstler Uwe Oswald hat im Juli 2013 zuletzt eine Skulptur auf dem Wohlendorfer Deich ausgestellt.

Wohlendorf/Rethem - Im Winde flatternde Fahnen und in die Ferne schauende Skulpturen auf dem Wohlendorfer Deich wird es in Zukunft nicht mehr geben. Die für die Organisation der Ausstellungsreihe „Kunst auf dem Deich“ zuständige Kulturgruppe des Vereins WoDoHo wird ihr Engagement nach einer Abschlussveranstaltung im kommenden Jahr beenden.

Ursprünglich hatte die Kulturgruppe geplant, eine große Geburtstagsveranstaltung zu organisieren – mit einem Workshop und Exponaten aller bisher teilnehmenden Künstler auf dem Deich. Der Deichverband Rethem-Wohlendorf sieht allerdings die Sicherheit des Dammes durch das Aufstellen von Skulpturen gefährdet und hat dieses untersagt (wir berichteten).

Die Leiterin der Kulturgruppe, Anne Trebilcock, sagte, dass sie durch diese Entscheidung enttäuscht und demotiviert seien. Eine große Veranstaltung werde es daher nicht geben. „Es hat uns allen bis dahin unheimlich Spaß gemacht.“ Aber in dieser Richtung werde die Gruppe, so wie es aussehe, nicht mehr aktiv werden. „Eigentlich schade“, betonte Anne Trebilcock. „Wir sind ein kleiner Verein. Es ist nicht motivationsfördernd, wenn uns Stöcke zwischen die Beine geworfen werden.“

Aber um einen positiven Schlusspunkt zu setzen und auch im Interesse der Künstler werde es zum zehnjährigen Bestehen von „Kunst auf dem Deich“ eine letzte Auflage geben. Jeder der bisherigen Teilnehmer werde eingeladen, ein bis zwei Stücke zur Ausstellung beizutragen. „Es ist nicht selbstverständlich, dass die Künstler nach Wohlendorf kommen, obwohl die erste Ausstellung ‚Zentrum der Welt‘ hieß“, erzählte Anne Trebilcock.

Positiv überrascht worden sei sie von den vielen Menschen, die sie angesprochen hätten, nachdem das Thema öffentlich geworden sei. „Man fühlt sich nicht alleingelassen.“

Es gehe nun darum, möglichst schnell das für die Veranstaltung notwendige Geld einzuwerben. „Wir wollen versuchen, eine kleine Broschüre zu erarbeiten, in der jeder sich und sein Werk vorstellen kann.“ Anne Trebilcock wird das Konzept schreiben.

In Frage gestellt ist inzwischen auch der Verbleib der Bänke auf dem Deich im Bereich des Londyparks Rethem. Der Vorsitzende des Deichverbands Heinz Uelzen hatte zuvor betont, dass es um die vernünftige Durchführung der Deichpflege gehe.

Rethems Verwaltungschef Cort-Brün Voige hatte versucht, in einem Moderationsgespräch zwischen Deichverband und WoDoHo zu vermitteln – vergeblich. Er betonte, dass man niemandem einseitig die Schuld geben könne. Die Positionen hätten sich allerdings verhärtet – nicht zuletzt durch persönliche Sichtweisen. „Das ist alles sehr emotional“, erklärte Voige. Er halte „Kunst auf dem Deich“ für eine sehr gute Aktion, sagte Voige. „Ich hätte mich sehr gefreut, wenn es die Möglichkeit gegeben hätte, sie weiter durchzuführen.“ Aber der Deichverband habe als Gremium die entsprechenden Beschlüsse gefasst.

Und dabei handele es sich nicht um eine „Lex WoDoHo“. „Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen, wie mit den weiteren Objekten auf dem Deich umgegangen wird. Natürlich haben wir ein großes Interesse daran, dass die Bänke stehen bleiben. Es wäre mehr als bitter, wenn sie abgebaut werden müssten.“ Es werde Gespräche geben, kündigte Voige an. „Der Deichverband hat den Hut auf und kann Festlegungen treffen.“

sal

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