Siegfried Heidorn stellt seine Pläne für die Immobilie Lange Straße 15 in Rethem vor

Werkmarkt weicht Neubau

Blick auf den ehemaligen Werkmarkt Beuss. Das Gebäude soll abgerissen werden.
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So schnell wie möglich möchte Besitzer Siegfried Heidorn das alte Gebäude abreißen. Die vorhandene Bausubstanz macht eine Sanierung unwirtschaftlich.

In der Rethemer Innenstadt, vor allem entlang der Langen Straße, tut sich einige. Und weitere Veränderungen werden folgen. So plant Investor Siegfried Heidorn den Abriss der Immobilie Lange Straße 15. Das gut 100 Jahre alte Haus soll Platz machen für den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses.

Rethem – Es tut sich was in der Rethemer Innenstadt: hier ein Gebäude frisch saniert, da ein neues gebaut und so gut wie fertig; dort, wo einst der Ratskeller stand, ist nun die Betonsohle gegossen für die Apotheke, die hier entstehen soll; für das Haus, in dem die Firma Richter und Griesbach einst ihr Geschäfte führten, liefen bereits Sanierungsgespräche, ist aus dem Rathaus zu hören.

Und der ehemalige Beuss Werkmarkt könnte quasi sofort abgerissen werden, wenn Besitzer Siegfried Heidorn denn ein entsprechendes Unternehmen an der Hand hätte, das noch Platz im Terminkalender hat.

Hoffen auf Baustart noch in diesem Jahr

Weil aber der Aus- oder besser Umzug des letzten Mieters, das Café Ledig, jetzt erst erfolgen konnte, musste Heidorn die Umsetzung seiner Abrisspläne verschieben. Nun hofft er, dass das gut 100 Jahre alte Gebäude an der Langen Straße 15 so zeitig weicht, dass er noch in diesem Jahr mit dem Bau eines neuen Wohn- und Geschäftshauses beginnen kann.

Am Dienstag kam jedenfalls schon mal die Bestätigung vom Heidekreis, dass der Bauantrag eingegangen ist. „Noch besser wäre es gewesen, wenn dabei gestanden hätte: Und am 15. Juni erteilen wir die Baugenehmigung“, fügt Heidorn hinzu. Doch so schnell wird der umtriebige 69-Jährige wohl nicht loslegen können. Das weiß er selber, bei all seiner Erfahrung.

Immobilie im Sommer 2020 erworben

1978 machte sich der gelernte Elektriker in seiner Heimat Gadesbünden, einem Ortsteil von Heemsen im Kreis Nienburg, mit einem Handwerksbetrieb für Industrie- und Haustechnik selbstständig. Um auch in den Wintermonaten ausgelastet zu sein, erwarb Heidorn alsbald Immobilien, die er sanierte und so einer weiteren Nutzung zuführte. Inzwischen ist daraus ein eigener Unternehmenszweig erwachsen, die SHG Planen und Bauen.

Sein erstes Rethemer Projekt bestand im Kauf von Flächen und Immobilien auf dem ehemaligen Toschi-Gelände, inklusive Engagement in der Egra-Geschäftsführung. Auch für den früheren Ratskeller habe er ein Vorkaufsrecht besessen, dann aber von dessen Erwerb abgesehen. Und nun also setzt er sein Engagement als Investor in der kleinen Aller-Stadt in der Langen Straße 15 fort.

Im Sommer vergangenen Jahres erwarb Siegfried Heidorn die Immobilie Beuss vom damaligen Besitzer Rolf-Udo Bobsien. Und kam alsbald zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung des Gebäudes nicht wirtschaftlich ist. Nun kommt Abriss zugunsten eines Neubaus. „Wenn man ein Gebäude saniert, dann muss das einen Sinn ergeben“, sagt Heidorn. „Wenn die Zahlen überhaupt nicht passen, dann ist besser, man ebnet es ein.“ Obwohl, so fügt er hinzu, eine Sanierung von der Abschreibung her sehr interessant sei.

Im Idealfall könnte dann noch in diesem Jahr mit dem Neubau begonnen werden. Für das Erdgeschoss plant Heidorn eine gewerbliche, eventuell gastronomische Nutzung. Weil das Gebäude umfahren werden kann, wäre sogar ein Drive-in möglich.

Mit ein bis eineinhalb Jahren Bauzeit rechnet Heidorn. Und mit einer Investition von bis zu 1,5 Millionen Euro. Dafür soll an der Langen Straße 15 ein schmuckes Gebäudes mit zwei Voll- und einem Staffelgeschoss und einer Nutzfläche von insgesamt rund 800 Quadratmetern entstehen.

Bei der Gestaltung der Fassade trägt Heidorn der örtlichen Bebauung Rechnung. Das Erdgeschoss wird mit rotem Klinker verkleidet, im ersten und zweiten Stock kann sich der Investor auch Holz vorstellen.

Das entspricht auch den Gestaltungsregeln im Sanierungsgebiet „Rethem-Zentrum“. Sie erlaubt Bauherren eine gewisse Individualität, der Bezug zur Region soll in dem Gebäude aber erkennbar sein. „Neubauten sollen keine Fremdkörper sein“, sagt Ina Prüser.

Ina Prüser berät in Sachen Stadtsanierung.

Die junge Frau ist im Rathaus die Ansprechpartnerin, wenn es um die Stadtsanierung geht. Im Rahmen des Programms „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Orts- und Stadtkerne“ werden private und öffentliche Vorhaben gefördert, mit Mitteln des Bundes, des Landes und der Kommune.

Für den Neubau erhält Siegfried Heidorn zwar keine Förderung, wohl aber für den sogenannten Rückbau der Beuss’schen Immobilie. Der Zuschuss „hat es mit Sicherheit erleichtert, über den Abriss nachzudenken“, sagt er.

„Zeitgemäßen Wohnraum und attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen schaffen“, das nennt die Stadt Rethem als ein wesentliches Ziel der Sanierung. Auch dem kommt der Neubau nach.

Siegfried Heidorn hat schon viele Immobilien saniert oder neu gebaut, auch in Rethem.

Für das Parterre sieht Heidorn eine gewerbliche, vielleicht gastronomische Nutzung vor. Sogar ein Drive-in kann an dieser Stelle realisiert werden, kann das Gebäude doch komplett umfahren werden.

In den beiden oberen Stockwerken wäre Platz für kleine Appartements für Touristen oder Monteure. Oder aber es entstehen dort in zentraler Lage Wohnungen für Alleinstehende, für Singles, für junge Menschen, die frisch aus dem Elternhaus ausgezogen sind.

Die Bauweise mit wenigen statischen Punkten erlaubt eine variable Einteilung, angepasst an den jeweiligen Bedarf. Und den hat Stadtdirektor Cort-Brün Voige für Zwei-Zimmer-Wohnungen auf jeden Fall schon mal ausgemacht. „Es gibt in Rethem Wohnraum, der zur Verfügung steht“, betont er. Was fehle, seien zeitgemäße Appartements, nicht mit einer Ausstattung, wie sie schon die Großmutter hatte. Die Nachfrage lasse sich auch an den Mieten festmachen, so Voige. Wer etwas Modernes findet, zahle dann schon mal einen Preis jenseits der sieben Euro pro Quadratmeter.

Von Katrin Preuss

Eine Chance für private Hausbesitzer in Rethem-Zentrum

Ein neues Hausdach, der Austausch von Fenstern oder Außentüren, ein frischer Anstrich, aber auch der Ausbau eines Dachgeschosses, der Neubau von Garage oder Carports, eine moderne Außenwerbung, aber auch der Abbruch von (Neben-)Gebäuden: Das alles sind Beispiele für Maßnahmen, für die private Hausbesitzer innerhalb des 25,9 Hektar großen Sanierungsgebiets „Rethem-Zentrum“ im Rahmen der Städtebauförderung Zuschüsse beantragen können. Die Förderrichtlinien sprechen hier von bis zu 30 Prozent der „bereinigten Herstellungskosten“. Für „durchgreifende Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen“ ist die Fördersumme auf 100 000 Euro gedeckelt; kleinteilige Maßnahmen werden mit maximal 60 000 Euro gefördert. Ein Abriss wird mit 50 Prozent, maximal 70 000 Euro, bezuschusst.

Zu den wesentlichen Zielen dieses Programms zählt die Verbesserung des Stadtbildes, die Schaffung von Wohnraum und die Revitalisierung von Brachflächen und nicht genutzter Bausubstanz. Wichtig ist, dass ein solcher Antrag vor Baubeginn gestellt wird und, dass die Maßnahme vor Auftragsvergabe mit der Stadtverwaltung und dem Sanierungsträger abgestimmt worden ist.

Im Rethemer Rathaus wird die Maßnahme vorrangig von Ina Prüser, zuständig für Wirtschaftsförderung und kommunale Entwicklung, begleitet. Unter Telefon 05165/989816, E-Mail ina.prueser@rethem.de, erteilt sie gerne weitere Auskünfte.

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