Breitbandversorgung in Rethem: Bis 2018 schnelles Internet für jedes Haus

Das Aus für weiße Flecken

Weiße Flecken in der Samtgemeinde: Gut versorgt ist nur der Kernstadtbereich von Rethem während es in den umliegenden Dörfern und vor allem in Häuslingen, Frankenfeld und Böhme nur langsam auf der Datenautobahn vorwärts geht. - Fotos: Fred Raczkowski

Rethem - Von den rund 4.700 Einwohnern der Samtgemeinde Rethem verfügen nur 1.700 über (relativ) schnelles Internet, 3.000 leben in den weißen Flecken der Breitbandversorgung: Frankenfeld, Häuslingen und Böhme. Relativ gut versorgt ist nur der Kernstadtbereich. Bis 2018 soll es in Rethem und im gesamten Heidekreis jedoch so gut wie keine weißen Flecken mehr geben.

Dies ist zumindest die Hoffnung von Oliver Schulze. Der Erste Kreisrat kümmert sich bereits seit einiger Zeit um das komplizierte Verfahren zum Ausbau der Breitbandversorgung. Der Kreistag hatte im Juli 2015 beschlossen, dass sich der Heidekreis dieser Aufgabe annehmen solle.

Am Donnerstagabend informierte Schulze im Hotel Helms auf Einladung des CDU-Samtgemeindeverbandes über den aktuellen Stand. Ihm zufolge hofft der Kreis für den Ausbau der Breitbandversorgung auf Fördermittel vom Bund (15 Millionen) und vom Land (zwei Millionen). Voraussetzung sei jedoch, dass 85 Prozent des Gebietes mit 50 Megabit pro Sekunde (mbit/s) versorgt werden oder 95 Prozent mit 30 mbit/s.

Damit jetzt die Anträge auf Förderung gestellt werden können, war zunächst ein Markterkundungsverfahren notwendig. Danach war klar, dass die weißen Flecken im Kreisgebiet letztlich nur beseitigt werden können, wenn sich der Kreis selbst darum kümmert. Es folgten lange Gespräche mit den Kommunen. „Bis wir an einer Deichsel waren, musste viel diskutiert werden“, bilanzierte der Erste Kreisrat. Neun Unternehmen hätten inzwischen Angebote vorgelegt, bis zu vier für jede Kommune. Schulze: „Der Markt funktioniert.“ Am Freitag seien die ersten Anträge rausgegangen, Ende des Monats solle der Rest folgen.

Und so könnte es weitergehen: Im Laufe des Jahres dürften die Bewilligungsbescheide vorliegen. Aber dann werde es durch die erforderliche europaweite Ausschreibung noch dauern. Schulze; „Wenn alles gut geht, können wir bis zum Jahre 2018 damit durch sein. Eine Garantie kann ich dafür jedoch nicht geben.“ Die weißen Flecken, rund 8 500 Wohn- und Gewerbeeinheiten im Kreisgebiet, werden dann Vergangenheit sein.

Auch in Rethem solle letztlich jedes Haus, und sei es noch so abgelegen, mit 50 mbit/s versorgt werden, so Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige auf der Versammlung: „Das ist zumindest das Ziel.“ Voige und Stadt-Bürgermeister Frank Leverenz wehrten sich gegen Kritik, in anderen Kommunen der Region habe es mit dem Ausbau der Breitbandversorgung schneller geklappt. Mit dem Raum Schwarmstedt oder auch dem nördlichen Kreis Verden könne sich Rethem nicht vergleichen, dort gebe es ganz andere Siedlungsstrukturen.

Man sollte berücksichtigen, so Leverenz, dass der Kreis etwas angefangen habe, was er gar nicht müsse. Referent Schulze zeigte sich sicher, dass der Kreis mit seinem Engagement den richtigen Weg eingeschlagen habe: „So viel Geld an Fördermitteln wie jetzt wird es in Zukunft kaum noch geben.“ - fra

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