Kindergarten Rethem zieht es trotzdem „raus in die Natur“

Wegen Wildschweinen: Waldprojekt zu gefährlich

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Die Kinder und Betreuerin Anja Kranz ließen es sich im Londypark schmecken. 

Rethem - Gut 20 Jahre war das Waldprojekt im Frankenfelder Bruch fester Bestandteil im Programm des Rethemer Kindergartens. In Zusammenarbeit mit dem damaligen Förster Harald Westermann wurden die ,,Waldwochen“ ins Leben gerufen. Die Kinder konnten so den Wald als Freiraum für ihre Ideen und ihren Bewegungsdrang erleben.

Doch in diesem Frühjahr hieß es erst einmal Abschied nehmen vom traditionellen Waldprojekt. Birgit Leseberg, stellvertretende Leiterin des Kindergartens „Rethemer Arche“: „Das hat uns schon sehr traurig gemacht.“ Das aktuelle Problem: Jäger und Förster hatten beobachtet, dass sich die Wildschweine zu größeren Rotten zusammentun. Es werde vermutet, dass sie sich so vor dem Wolf schützen wollen. Kindergartenleiterin Dörthe Göritz-Timme: „Die Fachleute aus Wald und Flur haben davor gewarnt, dass Wildschweine, gerade wenn sie Junge haben, sehr aggressiv sind.“

Die Entscheidung, nicht mehr für zwei Wochen in den Wald zu gehen, habe das Team der „Arche“ schweren Herzens getroffen: „Wir tragen eine große Verantwortung den Kindern gegenüber. Ihre Sicherheit können wir unter diesen Umständen nicht mehr gewähren.“

Unter dem Motto „Natur gibt es überall in Rethem“ wurde das Waldprojekt diesmal auf ganz andere Art durchgeführt. Ob es nun in die Klotzeburg, den Londypark oder auf die Deiche an der Aller ging – so oft es ging, wurden Tage im Freien verbracht. Die Jungen und Mädchen nutzten das Waldklassenzimmer in der Stöckener Müggenburg, und als Höhepunkt gab es schließlich eine Fahrt zum Walderlebnis Ehrhorn der Niedersächsischen Landesforsten. Dort wurde den Rethemer Kindern bei altersgerechten Erlebnisführungen der Lebensraum Wald einmal ganz anders vorgeführt. Bei den verschiedenen Waldpädagogik-Spielen kam auch der Spaß nicht zu kurz.

Birgit Leseberg vor dem Buffet, das der Förderverein ,,Zwergendünger“ gestiftet hatte.

Mit dem Frühstück an der Bockwindmühle und einem anschließenden „Geburtstagserinnerungsgottesdienst“ fand das Projekt gestern Vormittag seinen Abschluss. Während der Veranstaltung gibt es traditionell Kerzen für die Geburtstagskinder des vergangenen Monats. Das Thema „Schöpfungsgeschichte“ passte auch gut zu den „Naturtagen“ im Kindergarten. Birgit Leseberg: „Ein besonderer Dank gilt auch unserem Förderverein Zwergendünger, der das Frühstück und den größten Anteil der Kosten für die Fahrt nach Erhorn übernommen hat.“ - fra

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