Vortrag über das Kaiserreich und den Ersten Weltkrieg im Heidekreis

Zwischen Fortschritt und Moderne

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lm Kaiserreich zog der technische Fortschritt in den Heidekreis ein. Das 1909 entstandene Foto zeigt neben dem Walsroder Bahnhof auch die dahinter liegende Innenstadt mit den ersten Fabrikschornsteinen.

Rethem - In das diesjährige Jahresprogramm hat der Kulturring wieder eine Veranstaltung mit örtlichem Bezug aufgenommen. Der gebürtige Walsroder Historiker Dr. Stephan Heinemann ist bekannt für seine regionalgeschichtlichen Bücher. Als seine letzte Veröffentlichung sei der Walsroder Museumsführer genannt.

Derzeit arbeitet er für den Heidekreis an dem Buch „Zwischen Tradition und Moderne. Der Heidekreis im wilhelminischen Kaiserreich und Ersten Weltkrieg 1888 – 1918“. Das Werk ist auf zirka 150 Seiten angelegt.

Der Kulturring Rethem konnte Dr. Heinemann gewinnen, schon vor dem Druck des Buches Teile daraus in Wort und Bild vorzutragen. Dabei wird es zunächst um die technische und industrielle Entwicklung gehen, die dem Kreis den Anschluss ans Eisenbahnnetz sowie die Elektrifizierung brachte. Dazu veränderten das Telefon und die ersten Automobile das Alltags- und Privatleben. Wenig Änderungen gab es dagegen im sozialen Miteinander. Der Vortrag thematisiert die wilhelminische Klassengesellschaft und wie sie sich im Heidekreis darstellte. Welche Rolle kam damals dem Mann, der Frau, der Familie zu? Wie prägte die Schule das Leben der Kinder? Wie sah der Unterricht vor über 100 Jahren aus?

Neben dem Arbeitsleben nahm die Freizeit einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Es entstanden die ersten Sportvereine. Der Vortrag beleuchtet, welche Sportarten im Heidekreis besonders beliebt waren. Daneben zeigt Dr. Heinemann den tiefen Einschnitt, den der Ausbruch des Ersten Weltkrieges für alle Bereiche des Lebens bedeutete.

Änderungen im Alltag an der „Heimatfront“ (Nahrungsmittelknappheit, Sammelaktionen, Beschäftigung von Kriegsgefangenen) werden Erlebnissen von Soldaten aus der Region an der Front gegenüber gestellt. Der Vortragende zitiert dazu aus Schulchroniken sowie bislang noch unveröffentlichten Soldatenbriefen an die Familienmitglieder in der Heimat. Als Ergänzung konnte er zu diesen Themen in den 1990-er Jahren noch einige während der Kaiserzeit geborene Zeitzeugen aus Walsrode befragen. Ihre Aussagen fließen in den Vortrag ein.

Ebenso werden viele Fotos aus Ortschroniken, Archiven und privaten Sammlungen gezeigt, die auch Eingang in das demnächst erscheinende Buch gefunden haben. Der Autor wird auch einige frühere Bücher mitbringen und bei Bedarf signieren.

Die Veranstaltung ist am Sonnabend, 13. Juni, 15 Uhr, in Rethem, Helms Hotel, Bahnhofstraße 2. Der Eintritt ist frei. Da aber Kaffee und Kuchen für etwa sieben Euro bestellt werden müssen, ist eine Voranmeldung bei Schatzmeisterin Marlies Bielawski, Telefon 05165/677, erforderlich. Auch Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.

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