Abschluss der ersten Phase des Projektes

„Sanierung des ehemaligen Toschi-Werkes“: 63 Vollzeitstellen geschaffen

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Die sanierte Produktionshalle, in der inzwischen zwei Firmen ansässig sind.

Rethem - Zwölfmal hat die Energie- und Gewerbepark GmbH & Co.KG Rethem (Egra) Mittel für das Projekt „Sanierung des ehemaligen Toschi-Werkes“ Fördermittel bei der NBank abgerufen. Nun ist die Prüfung des Verwendungsnachweises, zu dem auch ein Sachbericht gehört, abgeschlossen. Geschäftsführer Dieter Moll stellte gestern in einem Pressegespräch das Papier vor und ging auf weitere Vorhaben ein.

Der Sachbericht gehe auf Projektziele, und -durchführung sowie -ergebnisse ein, erläuterte Moll. Dazu gehörten Grundrisse, Zeitungsartikel sowie Fotos vor und nach der Sanierung.

Auf rund 1,3 Millionen Euro beliefen sich die als förderfähig anerkannten Ausgaben. Da es sich um eine Anteilfinanzierung von 60 Prozent handele, stehe der Egra eine Zuwendung in Höhe von 779 400 Euro zu, hat die NBank im April in ihrem Brief zur Prüfung der Mittelverwendung geschrieben. Wie Moll sagte, habe die Egra 519 000 Euro investiert.

Nach Gründung der Egra im Frühjahr 2013, seien mittlerweile Gesellschaftseinlagen in Höhe von insgesamt 850 000 Euro gezeichnet worden, so Moll. Am Projekt seien alle Betriebsleiter der größeren Unternehmen Rethems als Gesellschafter mit privaten Einlagen beteiligt.

Zweck der Egra sei, wie mehrfach berichtet, Ankauf, Verwaltung und Verwertung von Gewerbegebieten, insbesondere des Gewerbegebiets Hainholzstraße, wo sich das Toschi-Asbestzementwerk befand, erläuterte Moll. Er nannte in diesem Zusammenhang aber auch den Kauf und die geplante Sanierung des ortsbildprägenden Ratskellers in Rethem.

Als Projektziele nannte Moll die Wiedernutzung der Industrie- beziehungsweise Gewerbebrache und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

„Die Maßnahmen konnten im Bewilligungszeitraum vollständig umgesetzt werden“, so Moll. Dazu hätten insbesondere die Erarbeitung von Altlasten- und Oberflächenwasserkonzepten sowie Bau- und Nutzungsanträgen gehört. Die Arbeiten hätten hauptsächlich die Sanierung des Oberflächenwassersystems, die Entsorgung asbesthaltiger Gebäudeverkleidungen und Anlagen sowie die Sanierung der Außenanlagen und maroder Gebäudeteile der Produktionshalle mit Bürotrakt umfasst. „Das Schwierigste war die Entsorgung kontaminierten Bodens“, sagte Moll. Für die Platten gebe es genügend Deponien. Sie hätten schließlich die Genehmigung für den Bau einer eigenen Halde erhalten und dort zigtausende Tonnen Erdreich gelassen.

Derzeit werde die Hallen-Dachhaut der Produktionshalle erneuert. Asbestplatten würden entsorgt und durch Stahlblech ersetzt. „Zum Glück sind die Dachlatten in Ordnung“, so der Geschäftsführer. Das spare Kosten. Diese Arbeiten seien im Budget gar nicht mit drin gewesen.

So sah es auf dem ehemaligen Toschi-Gelände an der Hainholzstraße aus, bevor die Egra hier tätig wurde.

Die Bodensanierung der Grünflächen sei mit Efre-Mitteln gefördert worden.

Inzwischen sei die 6600 Quadratmeter große Produktionshalle einschließlich des Bürotraktes vollständig saniert und vermietet. Auch der Bau des Regenwassersystems und Absetzbeckens sei abgeschlossen. Derzeit nutzten zwei Firmen mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Metallverarbeitung, Verfahrenstechnik, Wissens- und Technologietransfer, regenerative Energieerzeugung, Steuerungen von Windkraft- und PV-Anlagen sowie Entwicklung und Bau von Batteriespeichern die Gebäudeflächen und Anlagen. Eine weitere Halle sei verkauft worden. Das Hauptziel, die Schaffung von 50 Arbeitsplätzen, sei erreicht worden. Schon jetzt gebe es nach Angabe der Unternehmen 63 Arbeitsplätze mit Vollzeitbeschäftigten. „Wir sind eigentlich sehr zufrieden“, sagte Moll.

Die Gesellschafter hätten im März beschlossen, weitere Anteile auszugeben, sagte Moll. Ziel sei die (Teil-)Gegenfinanzierung der zweiten Phase. Gesellschafter zahlten 25 000 Euro, alle anderen 30 000 Euro.

Im zweiten Abschnitt geht es um einen weiteren Bereich. Die Egra hat zwei Grundstücke gekauft. „Ursprünglich wollten wir den mittleren Teil der Halle rausnehmen und die äußeren stehenlassen“, so Moll. Der Statiker habe jedoch Bedenken geäußert. Die Tendenz gehe in Richtung Totalabriss. Dadurch verteuere sich das Vorhaben. Moll sprach von einer Nettoinvestition in Höhe von 6,4 Millionen Euro.

Das Vorgehen sei vorbereitet und ein Antrag gestellt worden. Sie hätten eine Zuwendung in Höhe von drei Millionen Euro erbeten, berichtete Moll. Bei der europaweiten Ausschreibung habe es 14 Interessenten gegeben. Die Generalplanungsfirma IWB Braunschweig habe schließlich Pläne und Konzept entworfen. 

 sal

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