Kampfmittelsondierung steht bevor

Voll im Zeitplan: Entkernung des Rathauses geht voran

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So sieht es derzeit im Erdgeschoss des Rethemer Rathauses aus. Die Entkernung ist voll im Gange.

Rethem – Im historischen Rethemer Rathaus sieht es derzeit wüst aus. Aber das soll ja auch so sein: Die Sanierung hat mit der Entkernung des Erdgeschosses begonnen. Bis Weihnachten soll diese abgeschlossen sein, im Januar geht es mit dem Obergeschoss weiter. „Es schreitet voran“, sagt Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige, der die Arbeiten natürlich sehr interessiert verfolgt.

Während die Verwaltung für die Dauer der Sanierung – es wird mit zwölf Monaten gerechnet – im Bösselweg stationiert ist, werden im unter Denkmalschutz stehenden Gebäude die nichttragenden Innenwände eingerissen, Decken und Bodenbeläge demontiert. „Parallel zur Entkernung des Obergeschosses im Januar wird die Schadstoffentsorgung anlaufen“, so Voige, der von Bauteilen berichtet, die krebserregende Stoffe beinhalten, und die unbedingt professionell entsorgt werden müssten.

Tatsächlich werde es auch noch eine umfassende Kampfmittelsondierung geben, informiert der Verwaltungschef. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Rethem zum militärischen Brückenkopf über die Aller, der heftig von britischen und deutschen Einheiten umkämpft war. Voige erklärt: „Weil nicht auszuschließen ist, dass sich Granaten in den Boden gebohrt haben, und im Laufe der Jahre unter das Rathaus gewandert sind, muss diese Sondierung gemacht werden.“ Insgesamt 84 Bohrungen sind dafür vorgesehen – 16 500 Euro kostet das. „Wir hoffen natürlich, dass die Experten nichts finden“, so Voige.

Von außen ist deutlich erkennbar, dass die Arbeiten im Rathaus derzeit auf Hochtouren laufen.

Für die anstehenden Sanierungsarbeiten im Rathaus seien bereits Aufträge in Höhe von 1,9 Millionen Euro an verschiedene Gewerke vergeben, so Voige. Der kalkulierte Gesamtkostenrahmen der Sanierung betrage 2,14 Millionen Euro.

Eine stolze Summe, die zu einem – zugegebenermaßen sehr kleinen Teil – auch durch private Gelder finanziert wird. Der Ratsvorsitzende Heinz Bäßmann, der CDU-Fraktionsvorsitzende Torsten Gudehus, der SPD-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Leseberg und Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige hatten stellvertretend für Rat und Verwaltung eine Spendenaktion initiert. „Wir haben den Auftrag erhalten, alle Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen“, berichtet Voige. Erklärtes Ziel aller Beteiligten sei es, den finanziellen Aufwand möglichst gering zu halten. „Bisher sind 3 300 Euro zusammengekommen“, so Voige. Wer einen Beitrag zur Sanierung des Rathauses leisten will, geht auf die Internetseite der Samtgemeinde www.rethem.de, klickt auf: „Sanierung ALLER-Rathaus“ und auf „Spendenaufruf“.  rei

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