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Rethemer Verwaltung hofft auf Verstärkung

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Von: Reike Raczkowski

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Drei Männer stehen vor einer Fachwerkwand.
100 Tage im Amt: Der neue Bürgermeister Björn Symank (Mitte) konnte sich in der Einarbeitungsphase auf die Unterstützung der beiden Fachbereichsleiter Björn Fahrenholz (l.) und Kevin Grochotzky verlassen. © Raczkowski

Zu seinem 100-Tage-Gespräch mit der Presse bringt Rethems neuer Bürgermeister seine beiden Fachbereichsleiter Björn Fahrenholz und Kevin Grochotzky mit. Damit macht Björn Symank klar: Im Rethemer Rathaus ist Teamwork angesagt – und keine One-Man-Show. Die Einarbeitung des neuen Chefs, da seien sich alle einig, habe reibungslos funktioniert. „Er hat es uns leicht gemacht, wir haben es ihm leicht gemacht“, sagt Fahrenholz. Einigkeit herrsche auf der Führungsebene auch darüber, dass die Verwaltung Verstärkung braucht. Zwei neue Stellen müssten geschaffen werden, wenn die Samtgemeinde nach vorne kommen soll. In Kürze soll sich die Rethemer Politik mit diesem Anliegen befassen.

Rethem –Die Fachbereichsleiter seien ihm in den vergangenen Monaten eine wesentliche Stütze gewesen, berichtet der Bürgermeister. Der Morsumer, der vorher als Vertriebsingenieur bei einer Tochterfirma von Airbus gearbeitet hat, kam gänzlich ohne Verwaltungshintergrund ins Rathaus. So sei es gut, dass er sich auf das Fachwissen seiner Mitarbeiter verlassen könne. Symank: „Wir verstehen uns gut, wir vertreten dieselben Werte, wir diskutieren auf Augenhöhe.“

Quereinsteiger findet sich schnell zurecht

Die Verwaltungsexperten bescheinigen ihrem neuen Vorgesetzten ihrerseits Leitungs-Fähigkeiten: „Eine Behörde ist im Prinzip nicht viel anders als ein Unternehmen. Wir haben hier weitestgehend die gleichen Prozesse wie in der freien Wirtschaft. Symank bringt Methoden mit, die auch bei uns funktionieren“, sagt Grochotzky. „Man hat nicht wirklich gemerkt, dass er ein Quereinsteiger ist.“

Die Arbeit selbst gefalle ihm sehr gut, berichtet Symank. Vorurteile, die manch einer vielleicht gegenüber Behörden habe, seien nicht bestätigt worden. Die Mitarbeiter im Rathaus arbeiteten mindestens genauso engagiert wie in einem Unternehmen. „Und auch mir macht es Spaß, ich bin mit Herz dabei.“

Regelmäßige Kommunikation mit der Politik

In Kürze stehe der erste „richtige“ Sitzungslauf für ihn an, sagt Symank. Er fühle sich gut vorbereitet, kommuniziere regelmäßig mit Vertretern der Politik. „Das funktioniert gut, ich sehe meine Rolle als Moderator. Und da kommt es mir vielleicht sogar zugute, dass ich ,der von außen‘ bin. Ich werde als unparteiisch angesehen. Ich höre mir alles ganz aktiv an, und wo Konflikte sind, versuche ich, zu vermitteln.“ Bisher werde das von der Politik gut angenommen. „Und ich habe gute Hoffnung, dass das auch so bleibt.“

Neben dem Alltagsgeschäft stünden in den kommenden Jahren große Themen in der Samtgemeinde an. Von Glasfaser über Innenstadtsanierung bis hin zu Wirtschaftsförderung und Dorfregionen sieht Symank großes Potenzial. „Wir wollen uns auch mit Fragen beschäftigen wie: Wie sieht die Samtgemeinde in 20 Jahren aus? Was können wir tun, um die Ortskerne zu stärken?“

Nicht genügend Manpower für große Herausforderungen

Doch all diese Projekte brauche man gar nicht erst anzustoßen, wenn es in der Verwaltung nicht genug Manpower gebe, um diese umzusetzen. Ein massiver Investitionsrückstau sei nicht zu verleugnen. Grochotzky: „Ich weiß gar nicht, wie lange zum Beispiel schon über die Erneuerung der Mühlenstraße gesprochen wird. Jedes Jahr stellen wir erhebliche Kosten dafür in den Haushalt ein, aber wir kommen nicht dazu, das anzugehen.“ Symank: „Im Prinzip haben wir das Problem im kompletten Innenstadtkern. Dazu kommen Wohn-Neubau-Vorhaben in allen Mitgliedsgemeinden.“ Alles Projekte, die die Gemeinde ohne Frage ein gutes Stück nach vorne bringen würden. „Das sind Chancen, da baut sich richtig etwas auf. Es liegt an uns, das Momentum aufzunehmen“, sagt Symank. Und schiebt gleich hinterher: „Aber wir haben dafür einfach nicht die Kapazitäten.“

Engagiere man nun aber ein Planungsbüro, sei die Arbeit nicht weg, erklären Fahrenholz und Grochotzky. „Man muss die Planer ja immer ganz eng begleiten, bei jedem Schritt, sodass einen das gar nicht wirklich entlastet.“ So soll, wenn es nach dem Leitungsteam geht, künftig ein eigener Planer/Tiefbauer mit ins Boot geholt werden.

Sozialamt: Noch sind nicht alle Rückstände abgearbeitet

Auch stehe die aktuelle Rolle von Björn Fahrenholz zur Diskussion. Sucht man seinen Namen auf der Rethem-Homepage, findet man ihn unter: „Fachbereichsleitung I – Zentrale Dienste, Allgemeiner Vertreter des SG-Bürgermeisters, Kämmerer, Gemeindedirektor der Gemeinde Frankenfeld.“ Diese Mehrfachrolle sieht das Leitungsteam als schwierig an. Der Politik sollen in Kürze Varianten vorgestellt werden, wie auch an dieser Stelle Entlastung geschaffen werden könnte.

Symank: „Insgesamt läuft es gut. Wir haben sicherlich noch ein paar Baustellen, aber wir sind da dran. Ich habe gemerkt, dass viele Kollegen sehr engagiert sind und versuchen, innerhalb ihrer Rahmenbedingungen das Beste rauszuholen.“ Da gelte auch für das Sozialamt, wo es leider immer noch Rückstände gebe. Hier hatte es vor einem Jahr großen Aufruhr gegeben, als bekannt wurde, dass Bürger ihre Leistungen oft extrem verspätet oder gar nicht erhalten hatten. Die problematischen Handlungsfelder seien damals noch von seinem Vorgänger Cort-Brün Voige identifiziert und Maßnahme ergriffen worden. Um die Probleme aber vollends in den Griff zu bekommen, stehe die Gemeinde derzeit in einem intensiven fachlichen Austausch mit dem Heidekreis.

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