Planungen für die Baumaßnahmen am Kirchwahlinger Ringdeich laufen

Verbesserung der Sicherheit

Übersichtskarte des Ringdeichs Kirchwahlingen. Gebaut wird im Bereich der farbigen Linien. - Grafik: NLWKN

Kirchwahlingen - Der Ort Kirchwahlingen wird durch einen 6 235 Meter langen Ringdeich gegen Allerhochwasser geschützt. Auf der der Aller zugewandten Südseite wurden bereits Ende der 80er-Jahre Maßnahmen zur Verbesserung der Deichsicherheit durchgeführt. Auf der Nordseite und am Schöpfwerk wurden seit der erstmaligen Herstellung Mitte der 1970er-Jahre keine grundlegenden Veränderungen vorgenommen. Im kommenden Jahr soll mit Baumaßnahmen dafür gesorgt werden, dass der Hochwasserschutz auch künftig gewährleistet bleibt. Das hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf Nachfrage mitgeteilt.

Die Ortslage Kirchwahlingen sowie die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen weisen eine umschlossene Fläche von circa 190 Hektar auf. Der Deichverband Kirchwahlingen-Rethem, der durch den Dachverband Aller-Böhme vertreten wird, hat die Betriebsstelle Verden des NLWKN mit der Planung zur Verbesserung der Deichsicherheit auf der rund 3.300 Meter langen Nordseite beauftragt.

Zunächst wurde eine Vermessung des bestehenden Deiches vorgenommen. Hierbei wurde festgestellt, dass der vorhandene Deichkörper die nach dem Niedersächsischen Deichgesetz (NDG) erforderlichen Abmessungen nicht einhält. Der Deichabschnitt ist bezogen auf ein „hundertjährliches Hochwasser“ (ein Hochwasser, wie es statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist) um bis zu 60 Zentimeter zu erhöhen. Zudem sind die Böschungsneigungen zu steil sowie die Kronenbreite zu gering.

Im Hochwasserfall ist das den Deichkörper durchdringende Qualmwasser auf ein Minimum zu reduzieren, damit ein Aufweichen des Deiches verhindert wird und seine Standsicherhalt erhalten bleibt, schreibt das NLWKN. Daher ist auf der Außenseite des Deiches eine 60 Zentimeter starke Schicht aus Lehmboden vorgesehen.

Da im Bereich des Deichverbandes Kirchwahlingen-Rethem keine Ressourcen zur Gewinnung von Lehmboden bestehen, ist der Verband auf die Anlieferung solcher Materialien aus anderen Regionen angewiesen. Eine solche Möglichkeit hatte sich zum Ende des Jahres 2014 ergeben. Im Zuge der Erstellung eines Regenrückhaltebeckens in Schneeheide fiel solcher Boden an, so dass auf Grundlage von kurzfristig geschlossenen Vereinbarungen der Antransport von insgesamt 35 000 Kubikmetern Lehmboden in Richtung Kirchwahlingen sichergestellt werden konnte. Die Lagerung erfolgt auf Grundlage einer durch den Heidekreis erteilten Genehmigung auf einem Flurstück an der Kreisstraße 113 zwischen Altenwahlingen und Kirchwahlingen (wir berichteten).

Ein weiterer Bestandteil der Baumaßnahme ist die Herstellung eines umlaufenden Deichverteidigungsweges mit seitlichen Entwässerungsgräben. Der Weg wird am Deichfuß auf einem Absatz rund einen halben Meter über dem Binnengelände angelegt. Hierdurch wird sichergestellt, dass die gesamte Deichstrecke im Hochwasserfall erreicht werden kann und gegebenenfalls Maßnahmen zur Verteidigung des Walls ergriffen werden können.

Das Qualm- und Niederschlagswasser wird über das Grabensystem dem Schöpfwerk zugeführt und auf die Deichaußenseite in den Krabenbergsgraben geleitet. Das Schöpfwerk ist ebenfalls dem Stand der Technik anzupassen. Die elektrischen Anlagen werden erneuert und die Pumpen der notwendigen Fördermenge angepasst.

Die Planungen durch den NLWKN werden bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, so dass unter Vorrausetzung der Bereitstellung der nötigen Finanzierungsmittel Mitte 2017 mit der Baumaßnahme begonnen werden kann. Die Baukosten belaufen sich auf etwa 2,4 Millionen Euro.

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