Unterhaltsames und Nachdenkliches auf Platt

Der plattdeutsche Nachmittag war gut besucht. Fotos: Röttjer

Rethem – Voll besetzt war der Saal des Rethemer Burghofs, als Karl Dieter Oestmann die Gäste zum plattdeutschen Nachmittag begrüßte. Die traurige Nachricht, mit der er seine Rede begann, prägte in weiten Teilen die Veranstaltung. Die Hauptorganisatorin Anneliese Deutsch war am Donnerstag gestorben (siehe Artikel oben). Sie hätten den Nachmittag trotzdem nicht ausfallen lassen wollen, so Oestmann. „Das hätte Anneliese sicher nicht gewollt.“

Er erinnerte daran, dass im gesamten Heidekreis im Oktober plattdeutsche Veranstaltungen stattfänden. Die in Rethem seien meistens sehr gut besucht. Der von den „Rethener Plattsnackers“ und dem Forum Plattdeutsch in Zusammenarbeit mit dem Burghof-Verein organisierte Nachmittag sei ein wichtiges Anliegen von Deutsch gewesen. Die Vorbereitungen für die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung seien wie gewohnt verlaufen. Noch vom Krankenbett aus habe sich Anneliese Deutsch mit darum gekümmert, sagte er.

Er habe sich bereiterklärt, Deutschs Part der Begrüßung zu übernehmen, erzählte Oestmann. Ihre Moderation teilten sich mehrere Personen in verkürzter Form. Oestmann würdigte die Verdienste der Häuslingerin, mit der sie die Gemeinschaft in Rethem, aber vor allem in Häuslingen geprägt habe.

Auch der Rethemer Bürgermeister Frank Leverenz ging auf das ehrenamtliche Engagement von Deutsch ein. „Sie hat sich um die Region verdient gemacht. „Ick häf keen Platt lernt“, sagte Leverenz, der seine weitere Begrüßung auf Hochdeutsch sprach. Als er Mitte der 1960er-Jahre eingeschult worden sei, hätten viele Lehrer mit Platt nichts anfangen können. Sein Versuch, gemeinsam mit seiner Mutter eine Geschichte auf Platt zu übersetzen, sei bei seiner Frau auf breites Grinsen gestoßen: „Lass es lieber sein und stecke was ins Sparschwein.“

Im Verlauf der vom Alpe-Duo musikalisch umrahmten Veranstaltung lasen Thea Wulff, Karl Dieter Oestmann und Elfriede Dammann plattdeutsche Geschichten, und Gudrun Fischer-Santelmann trug Geschichten aus ihren Büchern „Keene Langewiel in Sicht“ und „Zepollen-Schick“ vor.

Stargast des Nachmittags war Malwine, die das begeisterte Publikum mit ihren eher derben Geschichten und Witzen zum Lachen brachte sowie pikante Details aus ihrem Eheleben mit „Hans-Günter“ verriet.

Abschließend wiesen die Organisatoren darauf hin, dass es einmal monatlich in lockerer Runde ein plattdeutsches Treffen in Rethem gebe. Sie würden sich über weitere Plattsnackers freuen. Ansprechpartner sind Elfriede Dammann und Karl Dieter Oestmann.  rö

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