Träger der Willy-Brandt-Medaille 

Trauer um Peter Rabe

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Bei der Ehrung durch die Parteifreunde vor einem Jahr saß Peter Rabe auf einem Original-Sessel aus dem Landtag.

Rethem - Vor einem Jahr ehrte ihn die SPD noch mit der Willy-Brandt-Medaille. Ende Februar 2017 erhielt er diese höchste Auszeichnung der Partei. Am Samstag ist Peter Rabe gestorben. Er wurde 66 Jahre alt.

Mit ihm verliert die Region einen der profiliertesten Politiker der vergangenen Jahrzehnte. Als Landtagsabgeordneter (1990 bis 2003), Ratsherr und Kreistagsabgeordneter setzte er über vier Jahrzehnte sozialdemokratische Akzente. Der Jurist aus Rethem galt auch beim Gegner als großes Talent. Tatsächlich machte er sich in der Landespolitik schnell einen Namen, unter anderem in der Europa-Politik oder bei der Arbeit an der niedersächsischen Verfassung.

Peter Rabe war von 2004 bis 2016 beim Kreispräventionsrat aktiv. Für sein Engagement wurde er unter anderem 2006 mit dem Verdienstorden am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet.

Mit dem Aufstieg von Gerhard Schröder zum Regierungschef in Hannover begann auch für Peter Rabe im Frühjahr 1990 eine glänzende Karriere in der Landespolitik. Doch dort wird Macht immer nur auf Zeit vergeben: Bei der Landtagswahl 2003 unterlag Rabe seinem Konkurrenten von der CDU, Friedrich-Otto Ripke. Hier lernten Freunde und Weggefährten auch die andere Seite des erfolgreichen Politikers kennen: Empfindsam und verletzlich war er zuweilen, Niederlagen trafen ihn hart.

Drei Jahre später gab es noch eine Niederlage, die der erfolgsgewohnte Rechtsanwalt so überhaupt nicht erwartet hatte: Als Bewerber um das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters der Samtgemeinde Rethem unterlag er 2006 überraschend dem CDU-Kandidaten Cort-Brün Voige.

Danach zog sich Peter Rabe aus den meisten Ämtern zurück, wollte das Feld lieber dem Nachwuchs überlassen. Sebastian Zinke, den er als eine Art politischen Ziehsohn ansah, schaffte es tatsächlich, bei der Landtagswahl das Direktmandat für die SPD zurückzuerobern.

Dies mag für den gesundheitlich stark angegriffenen Peter Rabe so etwas wie ein letzter Sieg gewesen sein, obwohl er selbst längst von der politischen Bühne abgetreten war. Bereits schwer krank, mied er in den vergangenen Monaten alle öffentlichen Auftritte.

Peter Rabe, Vater von zwei Kindern, wäre am 10. November 67 Jahre alt geworden.

Die Trauerfeier beginnt am Freitag, 6. April, um 13 Uhr, in der St.-Marien-Kirche. 

fra

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