„Mehr Badestellen“

Gemeinde Frankenfeld gegen Beschränkungen: „Den Tourismus nicht abwürgen“

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Uferlandschaft vor dem Allerhof in Bosse: Auch für diesen Bereich wurden in der Stellungnahme an den Landkreis Änderungen vorgeschlagen.

Bosse - Bei der geplanten Ausweisung des Landschafts- oder Naturschutzgebietes im Aller-Leine-Tal werden den Einwohnern der Allerdörfer nach Meinung des Frankenfelder Rates viel zu viele Beschränkungen auferlegt. Der Rat verabschiedete am Montagabend in Bosse mit großer Mehrheit eine lange Liste von Änderungsvorschlägen als Stellungnahme an den Landkreis.

Bürgermeister Hans-Dieter Orlovius wehrte sich vehement gegen weitere Beschränkungen im Aller-Bereich, wie zum Beispiel umfassende Bade- und Betretungsverbote. Hierzu hatte die Gemeinde eine Karte entworfen, auf der ein Großteil der Uferzonen für das Baden freigegeben werden sollte. Orlovius: „Die Frankenfelder Bürger haben bewiesen, dass eine gute Koexistenz zwischen Mensch und Natur ohne Auflagen möglich ist.“

Die umfangreiche Liste von geforderten Nachbesserungen soll nun von der Samtgemeinde in die endgültige Stellungnahme der Gemeinde Frankenfeld an den Kreis mit eingearbeitet werden. Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige erläuterte unter anderem, dass hier eine stärkere Anlehnung an die entsprechende Verordnung des Landkreises Verden gewünscht werde. Voige: „Verden hat auch naturnahe Erholung berücksichtigt. Das fehlt bei uns im Heidekreis gänzlich.“

Der Fluss im Bereich der Gemeinde Frankenfeld mit der Bosser Allerschleife: Nach Meinung der Ratsmitglieder sollte das Baden in den dunkelgrünen Uferzonen erlaubt sein.

Orlovius sagte, dass der Bereich des Tourismus durch die geplanten Maßnahmen nicht abgewürgt werden dürfe. So soll nach den Wünschen der Frankenfelder zum Beispiel das tageweise Zelten vom Verbot ausgenommen werden. Auch ein Grillverbot für das Landschaftsschutzgebiet sei nicht zu beschließen.

Das Badeverbot sei ebenfalls angelehnt an die Verdener Verordnung zu regeln. In der Stellungnahme heißt es: „Eine starre Ausweisung weniger Badestellen an der Aller wird als praxisfremd angesehen, da insbesondere Kanufahrer während der Sommermonate häufig an geeigneten Stellen eine kurze Rast einlegen und dabei gelegentlich baden. Damit wird noch keine Badestelle begründet.“

Weiter wird der Landkreis in der Stellungnahme gebeten, auch diese Punkte zu berücksichtigen: „An der Aller beim Hotel Allerhof in Bosse sind eine Badestelle und eine Bootsanlegestelle gekennzeichnet. An dieser Stelle ist auch eine Freistellung für Lagern vorzusehen, da dieser Bereich aktuell entsprechend genutzt wird.“

Außerdem wird angeregt, in die Verordnung einen Zusatz aufzunehmen, dass neben den freigestellten Badestellen, Bootsanlegestellen und Lagerplätzen auch die entsprechenden Zuwegungen freigestellt werden, da gemäß des vorliegenden Entwurfs das Betreten der Schutzgebiete außerhalb öffentlicher Wege verboten werden solle. Voige: „Eine Erreichbarkeit der ausgewiesenen freigestellten Flächen ist so in vielen Fällen nicht möglich.“  

fra

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