Kreis Nienburg erstattet Anzeige

Toter Uhu mit Schrotkugeln: Gefährliche Bleivergiftung

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Röntgenbilder des toten Uhus. Die weißen Punkte sind die Schrotkugeln.

Rethem - Mit dem Bau von Brutkästen für die Schleiereule beschäftigte sich die Rethemer Nabu-Gruppe in den Wintermonaten. Doch Eulen und andere Greifvögel haben nicht nur Freunde: Johannes Wittich aus Rodewald fand vor einigen Wochen auf einem im Kreis Nienburg gelegenen Acker einen toten Uhu. Wie sich später herausstellte, war das Tier an den Folgen eines Beschusses durch Schrotkugeln verendet.

Wittich wollte es genau wissen und hatte den Uhu zur Ermittlung der Todesursache in die Tierärztliche Hochschule Hannover gebracht. Die Spezialisten stellten fest: Der männliche Uhu (Bubu Bobo) hatte mehrere Geschosse im Muskelgewebe. Das schreibt der Nabu in einer Pressemitteilung

Die sechs Schrotkugeln (Blei, drei Millimeter) aus einer Jagdwaffe führten nach dem Sektionsbericht jedoch nicht zum Tod des Tieres. Wörtlich heißt es: „Aus den im Gewebe liegenden Schrotkugeln wird eine geringe Menge Blei freigesetzt, die zu einer chronischen Bleivergiftung führen kann. Eine solche Vergiftung kann auch das Immunsystem beeinflussen und das Tier anfälliger für Infektionen machen.“

Eine hochgradige Infektion im Rachenbereich führte offenbar dazu, dass der Greifvogel keine Beute mehr machen, kein Wasser und kein Futter aufnehmen konnte – das Tier verendete. Da der Uhu zuvor angeschossen worden war, hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Nienburg wegen eines Verstoßes gegen das Artenschutzrecht Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Der Uhu ist eine streng geschützte Art.

Dazu Nabu-Sprecher Wolfgang Welle, zugleich stellvertretender Leiter des Hegerings in Rethem: „Es ist für mich schwer vorstellbar, dass ein Jäger den Uhu geschossen hat. Denn besonders in der Jungjägerausbildung wird darauf hingewiesen, dass die Tag- und Nachtgreife (Eulen) ein wichtiger Bestandteil der heimischen Fauna sind.“

Laut Welle sind Bleivergiftungen auch die Haupttodesursache bei Seeadlern: Sie fressen Aas von mit Bleimunition geschossenen Wildtieren. Welle: „Auch hier wird in der Jungjägerausbildung darauf hingewiesen, dass nur mit bleifreier Munition geschossen wird.“ Wildhändler ließen sich bestätigen, dass die Tiere mit bleifreier Munition geschossen wurden.

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