Tobias Rank, Gunthardt Stephan und ihr Wanderkino / Vorführung drinnen

Chaplin im Burggewölbe

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Feuerwehr vor der Burg: Der rote Magirus Deutz hat die komplette Vorführtechnik an Bord.

Rethem - Die rote Feuerwehr am Burghofeingang mag Passanten und Autofahrer am Sonnabend irritiert haben: Feuer oder Sturmschaden an der Burg? Zum Glück nicht. Bei der Feuerwehr handelte es sich um einen Magirus Deutz, Baujahr 1969, den „Laster der Nacht“, wie Tobias Rank und Gunthardt Stephan ihr mobiles Wanderkino nennen. Am Abend gab es die zweite Vorstellung in Rethem.

Mit großem Erfolg hatte das Wanderkino schon im Sommer vergangenen Jahres ein Gastspiel auf dem Burghofgelände gegeben. Leider wurde diesmal aus dem romantischen Open-Air-Kino nichts, das Wetter war zu schlecht. Bei Regen und Sturm musste man diesmal ins Burghof-Gewölbe ausweichen. „Ein passendes Ambiente für ihre nostalgische Kino-Show“, fanden Stephan und Rank. Auch für die Akustik gab es lobende Worte. Dies war besonders wichtig, denn die Stummfilme mit Charlie Chaplin oder Buster Keaton werden stets von Rank, Violine, und Stephan, Piano, wie in alten Zeiten musikalisch begleitet. Ältester Streifen war „Die Rollschubahn“ (1916) mit Charlie Chaplin. Zu sehen waren noch fünf weitere Filme aus der Anfangszeit des Kintopps. Die beiden Wanderkino-Besitzer sind mit ihrem roten Feuerwehr-Oldtimer seit 1999 auf Tour.

Für die kulinarische Betreuung der Besucher sorgte am Sonnabend übrigens wieder ein Team des Burghofvereins.

Diese Woche stehen noch drei Termine an der Ostsee auf dem Tourplan: Erst wird auf einem Campingplatz in Dahme gespielt, dann geht es weiter nach Grömitz und schließlich nach Ahrenshoop auf dem Darß. Zuweilen zieht es das Team mit dem „Laster der Nacht“ auch ins Ausland, nach Schweden oder Rumänien zum Beispiel. Sprachprobleme gibt es nicht: „Wir zeigen ja Stummfilme“, schmunzelt Rank, der nebenbei als Dozent für Musikgestaltung an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig Schauspielschüler unterrichtet.

Last mit dem Laster gab es unterwegs bisher nicht: Der immerhin 46 Jahre alte Magirus halte prima durch, berichtet Rank. Nur regelmäßige Pflege sei nötig. „Als wir ihn gekauft hatten, war er auch erst 13 000 Kilometer gelaufen, inzwischen sind es über 120000, aber er läuft und läuft.“

Der Oldtimer hat die komplette Vorführ-Technik an Bord, und bei Open-Air-Veranstaltungen wird an einer Seite des Fahrzeugs einfach die große Leinwand runtergezogen. Das war diesmal nicht so einfach, denn die technische Anlage musste in die Tiefen des Burghofs gebracht werden. Kein Problem für das Wanderkino-Team, wetterbedingte Umzüge gehören natürlich dazu.

fra

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