Südlink-Stromtrasse Thema im Bau- und Friedhofsausschuss der Samtgemeinde

Gleichbehandlung gefordert

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Fotomontage: Ralf Reincken

Rethem - „Die Schutzgüter, die Rethem geltend macht, müssen nach den gleichen Grundsätzen behandelt werden und zu gleichen Ergebnissen führen wie diejenigen in Nachbargemeinden.“ Dieses Fazit zog Bernd-Wolfgang Vahldiek von der Initiative Pro Dorf nach seinem Bericht zum Südlink-Verfahren vor dem Bau- und Friedhofsausschuss der Samtgemeinde Rethem am Mittwochabend.

Vahldiek beschäftigt sich seit geraumer Zeit intensiv mit den Auswirkungen, die die Stromtrassen-Alternativen 084 und 085 auf die Menschen und die Landschaft der Samtgemeinde haben könnten.

Tennet führe in seinem Schreiben vom 27. Februar an die Initiative Pro Dorf unter anderem aus: „Siedlungen mit Wohnbebauung sowie Gewerbe- und Schutzgebiete“ seien „sehr hohe Raumwiderstände“, die als „Bewertungskriterien“ zum „jetzigen Planungsstand in die Datenerfassung eingeflossen“ seien. Vahldiek: „Das ist leider trotz dieser Beteuerung nicht geschehen.“

Die Alternativtrassenführung beeinträchtige weitaus mehr Ortschaften als die Vorzugstrasse entlang der A27 und A7. Im Bereich zwischen Düshorn und Bockhorn sei sogar von einer Bündelung mit der bestehenden Höchstspannungsfreileitung abgesehen worden, zitierte er ein Schreiben Tennets an Walsrode. Dabei sei eine solche Bündelung gesetzlich vorgeschrieben. „Hat Tennet eigentlich für Gemeinden unterschiedlicher Größe unterschiedliche Maßstäbe?“ Weder in Häuslingen noch in Altenwahlingen, Kirchwahlingen, Hedern, Frankenfeld, Rethem oder Rethem-Moor berücksichtige Tennet nach dem „Modell Walsrode“ Streusiedlungen.

Auch das Gewerbegebiet Rethem sei nicht beachtet worden, kritisierte Vahldiek, dabei existiere es schon jahrzehntelang. Überquere die Trasse das Gewerbegebiet, würden beabsichtigte oder notwendige Erweiterungen unmöglich. Das Walsroder Gewerbegebiet „Große Schneede“ sei dagegen laut eines Tennet-Schreibens vom Oktober bereits berücksichtigt worden, so Vahldiek.

Brut- und Rastgebiete für Vögel und Fledermäuse, Reste naturnaher Wälder und Kulturdenkmäler habe Tennet ebenfalls außer Acht gelassen, sagte Vahldiek. Das Gleiche gelte für das Aller-Leine-Tal als Tourismus-Region, die mit unberührter Natur werbe.

Wolfgang Leseberg, SPD, berichtete von einem Informationsabend in Verden und betonte die Wichtigkeit, zeitig Argumente zu sammeln. „Es waren viele Kommunen da, um ihre Bedenken vorzutragen. Ausgerechnet der Walsroder Raum war nicht vertreten.“

Wolfgang Meinecke, SPD, lobte Vahldiek für dessen Arbeit, die an die Grenzen der Kraft gehe. Es sei wichtig, Einwände jetzt schon an die Bundesnetzagentur zu schicken.

Verzicht auf Kalk und

Dickschlammpumpe

Daniela Stahlberg vom Planungsbüro Heidt und Peters in Celle stellte die Untersuchung der künftigen Behandlung und Verwertung des Klärschlamms auf der Kläranlage Rethem vor.

Derzeit werde der anfallende Schlamm in einer Schneckenpresse entwässert, mit Kalk nachkonditioniert und mit einer Dickschlammpumpe über eine erdverlegte Rohrleitung auf den Klärschlammlagerplatz gefördert, schreibt die Verwaltung. Die Pumpe sowie die Kalkdosier- und Fördereeinrichtungen seien abgängig und sorgten für häufige Betriebsprobleme. Kalk sei zur Akzeptanzsteigerung der landwirtschaftlichen Verwertung auf kalkarmen Böden notwendig. Allerdings sei durch die Novellierung der Düngemittelverordnung die Verwertung in der Landwirtschaft stark eingeschränkt. Langfristig sei keine Entsorgungssicherheit gegeben.

Stahlberg stellte drei Varianten vor, wobei sich die Ausschussmitglieder einstimmig für die mit rund 3200 Euro günstigste, sicherste und am leichtesten umsetzbare entschieden. Hier wird der entwässerte Klärschlamm über ein schwenkbares Förderband in Container vor dem Schlammbehandlungsgebäude transportiert. Die erdverlegte Rohrleitung und die Dickschlammpumpe werden nicht benötigt. Auf Kalk wird verzichtet, eine thermische Verwertung ist möglich.

sal

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