,,Beleidigung ins Protokoll“/ ,,Das könnt ihr euch abschminken“/ Kritik an Verwaltung

Streit um Schutzhütte im Park eskaliert

Die Hütte ist weg: Der Grillplatz ist von Absperrbändern umgeben. Nach Angaben der Verwaltung wurde er fast nie genutzt.
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Die Hütte ist weg: Der Grillplatz ist von Absperrbändern umgeben. Nach Angaben der Verwaltung wurde er fast nie genutzt.

Rethem – Der Streit um die versetzte Schutzhütte im Rethemer Londypark (wir berichteten) eskaliert. Auf einer Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag meinte Vorsitzender Heinz Bäßmann (CDU), dass es von der Deichbehörde mit Sicherheit keine Genehmigung für den jetzigen Standort am Eingang des Londyparks geben werde. Eine Hütte mit nur 15 Metern Abstand zum Deichfuß könne man nicht zulassen. An Verwaltungschef Cort-Brün Voige gewandt, meinte Bäßmann: „Das kommt dabei heraus, wenn man solche Schnellschüsse macht.“

Heftige Kritik an der Umsetzung gab es auf der Sitzung auch vom Deichverbandsvorsitzenden Heinz Ueltzen, der als Zuhörer an der Sitzung teilnahm. Der Verwaltung, so Ueltzen, hätte klar sein müssen, dass dieser Standort nach dem Deichgesetz nicht in Frage kommen könne. Es würden zwar auch Ausnahmegenehmigungen erteilt, aber auf keinen Fall in einer solchen Nähe zum Deichfuß. Ueltzen: „Das könnt ihr euch abschminken.“

Die Hütte und der gemauerte Grill war vor Jahrzehnten von August Jahns errichtet worden. Nicht einmal diesen mit der Londy-Medaille ausgezeichneten Mitbürger habe man über den beabsichtigten Abbau informiert, kritisierte Heinz Ueltzen. In der Sitzung beschuldigte er indirekt Ratsherr Wolfgang Leseberg (SPD), die Aktion eingefädelt zu haben, weil er sich persönlich durch feiernde Jugendliche an der Hütte gestört fühle: „Das ist auf dem Mist von Wolfgang Leseberg gewachsen.“

SPD-Ratsherr Jonas Wussow sah darin eine Beleidigung seines Fraktionskollegen Leseberg, die so ins Protokoll aufgenommen werden müsse. Gegenüber der VAZ wies Leseberg die Vorwürfe nach der Sitzung zurück: „Ich war nicht der einzige Anlieger, der sich über den Lärm beschwert hatte.“ Der Lärm durch feiernde Jugendliche sei aber auch nicht der Grund für die Umsetzung der Hütte gewesen. Wie berichtet, wurde der Burghofbereich als besserer Standort vor allem für Radtouristen angesehen und habe eine Reihe weiterer Vorteile.

Nach Meinung von Verwaltungschef Cort-Brün Voige handele es sich bei der umstrittenen Umsetzung der Grillhütte eindeutig um ein Geschäft der laufenden Verwaltung, bei dem auch die Fraktionsvorsitzenden eingebunden waren. Voige räumte aber ein, dass zuvor Genehmigungen hätten eingeholt werden sollen: „Das hätten wir tun müssen. Aber wo viel gearbeitet wird, kann auch mal ein Fehler passieren.“

Nun wird sich wohl auch der Rat mit der „Hüttenaffäre“ zu befassen haben. Vor allem aber bleibt abzuwarten, wie sich der Landkreis als zuständige Deichbehörde verhalten wird. Eine Ausnahmegenehmigung wäre erforderlich, damit die Schutzhütte bleiben kann, weil sie sich im 50-Meter-Schutzstreifen der Deichanlage befindet.

Von Fred Raczkowski

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