„Ein Gewinn für die Stadt“

Start-Up-Unternehmen Papair baut Produktionsstätte in Rethem auf

Begrüßten die Gründer der jungen Firma Papair, Christopher Feist (3.v.l.), Steven Widdel (mitte) und Fabian Solf (3.v.r.), in ihrer ersten Produktionsstätte in Rethem: Heinrich Gümmer (l.), Landrat Manfred Ostermann (2.v.l.) Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige und Max Meinitz.
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Begrüßten die Gründer der jungen Firma Papair, Christopher Feist (3.v.l.), Steven Widdel (mitte) und Fabian Solf (3.v.r.), in ihrer ersten Produktionsstätte in Rethem: Heinrich Gümmer (l.), Landrat Manfred Ostermann (2.v.l.) Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige und Max Meinitz.

Rethem – Die Stadt Rethem und somit auch der Heidekreis sind um ein innovatives Unternehmen reicher geworden. Denn die junge Firma Papair, derzeit bestehend aus vier ambitionierten jungen Männern, wird ihre allererste Produktionsstätte in der ehemaligen Industriehalle am Bösselweg ansiedeln. Zukünftig werden dort Luftpolsterfolien aus 100 Prozent Recyclingpapier hergestellt. Bei einem Pressetermin vor Ort stellten die Initiatoren sich, ihr Produkt und ihre zukünftigen Pläne vor.

Gegründet wurde Papair offiziell 2020 in Hannover, so Christopher Feist, CEO des Unternehmens. „Doch mit der Idee kam mein Freund Fabian auf mich schon 2019 zu“, schildert Feist weiter. Dessen Mutter arbeite nämlich in der Leuchtindustrie und habe Beschwerden von Kunden erhalten, dass beispielsweise Lampen und Glühbirnen immer in Kunststoff verpackt und verschickt werden. „Zeitgleich hatte ich mich für einen Kurs eingeschrieben, wie man ein Start-Up-Unternehmen startet. Für den gab es allerdings so viele Bewerbungen, dass man eine konkrete Idee einreichen musste, um angenommen zu werden. So enstand der Plan ein neues, besseres und umweltfreundlicheres Verpackungsmaterial zu entwickeln“, berichtet Mitgründer Fabian Solf.

Genau das kam nach zahlreichen Arbeitsstunden des Trios heraus: eine Luftpolsterfolie aus Recyclingpapier, die im Herstellungsprozess signifikante Einsparungen von CO2 Emmissionen hat und zudem vollständig biologisch abbaubar ist.

Papair zieht in Industriehalle am Bösselweg in Rethem

Vor knapp drei Monaten führte die drei Gründer, Christopher Feist, Fabian Solf und Steven Widdel dann ihre Suche nach einer passenden Immobilie, die ausreichend Fläche für den Aufbau der Herstellungsverfahren bietet, in den Heidekreis. Über ihre Anfrage bei der Wirtschaftsförderung des Landkreises fanden sie kommunale Ansprechpartner und somit auch die Wirtschaftsförderung Deltaland. Schließlich kam der Hinweis auf die freie Liegenschaft von Heinrich Gümmer in Rethem. „Da es einen Generationenwechsel beim vorherigen Mieter gab und die Halle sonst leer gestanden hätte, freue ich mich sehr, dass doch so schnell ein Nachmieter gefunden werden konnte“, so Gümmer.

Die Industriehalle am Bösselweg bietet dem Start-Up-Unternehmen insgesamt 2.000 Quadratmeter Hallenfläche und 400 Quadratmeter in Sozialräumen.

Derzeit befinden sich die drei Gründer in den letzten Zügen der Produktentwicklung und übertragen das mittlerweile patentierte Verfahren zur Herstellung auf industrielle Maßstäbe. „Die Anschaffung einer Pilotanlage steht unmittelbar bevor und wird wohl eine halbe Millionen Euro kosten“, schildert Feist.

Um mit der Produktion starten zu können, bräuchten die Initiatoren mindestens fünf weitere Mitarbeiter. „Wenn alles gut läuft, könnten wir später allerdings 30 bis 40 Leute einstellen“, so Christoper Solf. Alle drei seien zuversichtlich, dass mit der Herstellung des Verpackungsmaterials im Januar, beziehungsweise Februar gestartet werden könnte.

Gründer sind mit internationalen Interessenten im Gespräch

„Wir rechnen damit, dass wir im ersten Produktionsmonat um die 150 000 Quadratmeter recyclebare Luftpolsterfolie produzieren können“, berichtet Solf weiter. Interessierte Abnehmer gebe es bereits einige. „Wir sind international mit verschiedenen Interessenten im Gespräch, brauchen aber erstmal das fertige Produkt, bevor wir weiterverhandeln können. Es ist echt faszinierend zu sehen, wer alles auf uns zugekommen ist“, freut sich der Mitgründer.

Mindestens genauso erstaunt waren er und seine Mitstreiter, als sie einen Investitionenpool für ihr Unternehmen starteten, in dem sich innerhalb von 52 Stunden 500 000 Euro angesammelt hatten. „Fast 300 Leute haben sich beteiligt und halten nun als Grundinvestoren Anteile an unserem Unternehmen“, erläutert Steven Widdel. Außerdem gewann Papair im August 2020 bei der borek.digital-Pitchnight die Kategorie „Bestes Start-Up Niedersachsen“.

„Wir haben uns dem Thema wirklich verschrieben und haben Großes vor, wenn alles so funktioniert, wie wir es uns vorstellen“, so Feist und rückt seinen grauen Kapuzenpullover zurecht, auf dem das Logo von Papair zu sehen ist: Ein Kolibri, der aussieht, als wäre es aus Papier gefaltet. „Wir freuen uns wirklich sehr, dass ihr euch für Rethem als Produktionsstandort entschieden habt“, so Landrat Manfred Ostermann. Er weist darauf hin, dass die möglichen Wirtschaftsförderungen über Deltaland für unternehmerische Investitionen bei dieser Entscheidung nicht ganz unwichtig waren. Samtgemeindebürgermeister Voige stimmt dem zu und ergänzt: „Hier zeigt es sich zum ersten Mal, seitdem die Samtgemeinde Rethem Deltaland beigetreten ist, dass die Förderungen auch hier funktionieren können.“

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