Rat fällt weitreichende Entscheidungen

Rethem kauft alte Post und Junkernstraße 1

Das Areal Junkernstraße 1 in Rethem, das bis an die Aller reicht.
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Rethems Stadtrat stimmte für den Kauf des Areals Junkernstraße 1, das bis an die Aller reicht. Vorrangig sollen dort Park- und Wohnmobilstellplätze entstehen, aber ansprechend gestaltet.

Zwei wichtige Entscheidungen fällte der Rethemer Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung. Zum einen erwirbt die Stadt das Areal Junkernstraße 1, zum anderen die alte Post am Amtshauptmann-Jordan-Platz. Bei beiden Projekten setzt die Kommune auf Mittel aus dem Städtebauförderprogramm.

Rethem – „Chance genutzt“, könnte man die Entscheidung des Rethemer Stadtrates überschreiben, das Areal Junkernstraße 1 samt Gebäude zu erwerben. Denn dass es sich bei dem Kauf um eine einmalige Gelegenheit handelt, darüber waren sich die Mitglieder gleich welcher Couleur einig.

Die Entscheidung, vom Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen, fiel am Mittwochabend in nichtöffentlicher Sitzung. Öffentlich hatte das Gremium zuvor darüber diskutiert, wie denn das 3 300 Quadratmeter große Areal zu nutzen sei.

Dafür unterbrach der Ratsvorsitzende Frank Leverenz sogar die Beratung und erteilte Einwohnern das Rederecht. Marika Iversen-Daube und Karsten Feldmann nutzten diese Gelegenheit nur zu gerne. „Generell eine sehr schöne Idee“, lobte Iversen-Daube das Konzept von Simone Strohmeier (infraplan). Es sieht vor, Parkplätze, Stellflächen für durchreisende Wohnmobilisten sowie eine öffentliche Toilette zu schaffen und dabei das Gelände am Ortseingang so ansprechend zu gestalten, dass es eine „markante Torsituation“ bildet.

Karsten Feldmann ging noch einen Schritt weiter. Das Potenzial der Immobilie im Blick, schlug er vor, gegebenenfalls nur einen Teil der Gebäude abzureißen und Verbliebenes zu nutzen, zum Beispiel für ein Jugendzentrum oder eine Tourismusbörse. Ein Weg unter der Allerbrücke könnte die Fläche mit dem Londypark verbinden. „Und, ganz spinnert, warum nicht auch mal an so was wie ein Strandcafé denken?“, schloss Feldmann seine Vision. Die könnten – zumindest theoretisch   – wahr werden. Denn das beschlossene Nutzungskonzept darf überarbeitet werden.

Entwurf muss in städtebauliches Nutzungskonzept einfließen

Jetzt muss aber erst mal der aktuelle Entwurf in das Integrierte städtebauliche Nutzungskonzept (Isek) eingestellt werden. Schließlich will und kann die Stadt das bis dato auf 700 000 Euro bezifferte Projekt nicht alleine stemmen, sondern setzt dabei auf Mittel aus dem Städtebauförderprogramm. Die gibt es aber nur für öffentliche Maßnahmen, wenn diese dem Allgemeinwohl dienen.

Mittel zur Städtebauförderung sollen auch fließen für eine zweite weitreichende Entscheidung, die Stadtdirektor Cort-Brün Voige aus der nichtöffentlichen Sitzung zu berichten hatte: Auch das ehemalige Postgebäude am Amtshauptmann-Jordan-Platz wird die Stadt kaufen. Das Gebäude ist derzeit vermietet. So betreibt die Post dort ein Briefverteilerzentrum, das man unbedingt im Ort halten wolle, wie Voige festhielt.

„Wir haben die Lage gekauft“, sagte er und betonte, dass die Sicherung der Immobilie „für die Stadtentwicklung von sehr sehr hoher Bedeutung“ sei. Zum Preis äußerte er sich nicht. Er liege aber „deutlich unter dem, was ursprünglich aufgerufen wurde“. Vor einigen Jahren sei einmal von einer Summe „weit oberhalb von 300 000 Euro“ gesprochen worden. Über ein Wertgutachten wurde diese Vorstellung aber nach unten korrigiert.

Jetzt gelte es zu überlegen, was mit der Immobilie geschehen soll und zu welchem Zeitpunkt. Abriss oder Sanierung nannte Voige als Möglichkeiten. Er räumte aber ein, dass sich Beschlüsse und deren Umsetzungen noch über Jahre hinziehen können.

Von Katrin Preuss

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