Auf den Spuren der Großväter

Franzosen auf Spurensuche in Rethem

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August Jahns im Gespräch mit den Gästen aus Frankreich. 

Rethem - Kriegsgefangene französiche Offiziere wurde vor 72 Jahren, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, von Nienburg nach Wietzendorf verlegt. Erster Stopp für die Kriegsgefangenen war am 5. April Rethem. 28 Nachfahren von ihnen machten nun auf Spurensuche in der Allerstadt Station.

Die 80 Kilometer zwischen den beiden Orten mussten die Franzosen in vier Etappen auf Schusters Rappen zurücklegen. Das war nur wenige Tage vor den finalen Angriffen auf die Allerbrücke.

Das könnte der Grund dafür sein, dass in den Wirren der Ereignisse niemand Zeit fand, das Ereignis schriftlich festzuhalten, sodass sich nur wenig über den Aufenthalt der Franzosen findet. Es scheine keinen Chronisten zu geben, der schriftlich etwas hinterlassen habe, so der August Jahns, Rethems Archivar und Chronist. Dabei müsse die Unterbringung von etwa 1.700 Soldaten eine gewaltige Herausforderung gewesen sein. Unklar sei, ob sie in Gruppen oder im Pulk unterwegs waren. Die alte Schule, die Kirche, sowie das ehemalige Arbeitsdienstlager hätten als Quartiere herhalten müssen.

Nachvollziehen, was ihre Großväter erduldet haben

Jahns begrüßte die Delegation aus dem Nachbarland. Es handelt sich um einige Söhne und Töchter, vorwiegend aber um Enkelkinder der damaligen Offiziere, fast alle inzwischen im pensionsfähigen Alter. Sie hatten sich aus der Nähe von Paris auf den Weg gemacht, um mit einer Art „Marsch der Erinnerung“ nachzuvollziehen, was ihre Großväter erduldet oder auch erlitten hatten. Sie zeigten sich beeindruckt von der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, die ihnen in Rethem entgegengebracht wurden und versprachen, sich zu melden und mitzuteilen, welche Eindrücke ihnen diese Reise auf den Spuren ihrer Vorfahren gebracht hat.

Jahns hofft, dass es noch Zeitzeugen oder Dokumente über den Aufenthalt der Franzosen gibt. „Ich habe mehrere Wochen recherchiert.“ Weder in der Kirchen- noch der Schulchronik sei er fündig geworden. Nur in seinen eigenen Unterlagen habe er einige Zeilen entdeckt. Auch die gefangenen Franzosen hätten ihren Nachkommen nichts hinterlassen. „Über schriftliche oder mündliche Beiträge würde ich mich freuen. Er ist unter Telefon 05165/1513 erreichbar. - bä/sal

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